Nein, er hat schon Recht. Wenn man sich nur Ein- und Ausgaben ansehen würde, könnte man allein schon Investitionen nicht betrachten. Doch was ist eine wirtschaftliche Betrachtung ohne Einordnung der getätigten Investitionen? Tatsächlich existiert das BWL-Studium (unabhängig von seiner Qualität/Brauchbarkeit) ja genau aus dem Grund, das die Buchhaltung eben sehr viel komplexer ist als eine Ein-/Ausgabenrechnung.
Ist mir durchaus bewusst. Nur sind die Einnahmen durch investoren ja schon dabei, und die Investitionen in Produkte sind Ausgaben. Wenn man sich nur ein Quartal oder Jahr ansehen würde, würde ich dir recht geben. Aber wenn man über 10 Jahre hinweg mehr ausgibt als einnimmt, helfen halt Investitionen auch nicht mehr.
Und genau das meine ich: wenn man das ganze über einen so langen Zeitraum beobachten kann, braucht man immer weniger Kenngrößen um zu sehen, dass hier schlecht gewirtschaftet wird.
Einfaches Beispiel: Eine Firma findet für sein Produkt reißenden Absatz und kann erwarten, dass dies so bleibt. Es tätigt also Investitionen (es baut neue Fabriken, bildet Mitarbeiter aus etc.). Bis diese sich auszahlen stehen sie als dickes fettes Minus in den Büchern. Solche Investitionen können gut und gern den Umsatz, Wert und Gewinn des Unternehmens übersteigen. Bei einer Ein-Ausgabenrechnung wäre dieses Unternehmen schlicht pleite, weil überschuldet. Bei langfristiger Betrachtung, die Prognosen, Abweichungen, Variablen und das reale wirtschaftliche Umfeld mit einschließt, erkennt man aber diesen Denkfehler.
Diese Betrachtung kann aber nur komplex und differenziert sein. Ergo nicht nur auf 2 oder 3 Anfangswerten beruhen, die man stur mathematisch hochrechnet.
Siehe oben: man kannte die Investitionen von AMD. Seit 10 Jahren versucht man in neue Märkte vorzudringen, macht halt diese "Investitionen".
Kauft ATI, kauft Serverhersteller. Kauft dort und da ein. Verkauft das Flash Busines... usw usf
Was aus ATI geworden ist wissen wir: 18% Marktanteil, die Fusion/APU Produkte sind Nischenprodukte, die Investition in diverse Techniken und Prozesse sowie Prozessoren blieben hinter den Erwartungen zurück.
Wenn man sich nur ein Quartalsergebnis ansehen muss, kann man sagen "gut, man investiert ja grade ordentlich, man schreibt vieles ab, strukturiert um.... nächstes Jahr siehts anders aus". Aber hier haben wir eine Chart/Grafik, die sich das ganze über die letzten 15 Jahre ansieht. Und da brauche ich dann echt nicht mehr über Investitionen die in BWL Verständnis verlangen reden, hier ist ganz klar, es hat sich offensichtlich nicht ausgezahlt.
Und dies sind nur allgemeine Befunde. Ich habe nämlich kein Wirtschaftsstudium, verstehe aber sehr wohl das Prinzip. So kann ich wenigstens erkennen, wenn die vorliegenden Informationen nicht für eine tiefergehende Analyse ausreichen, auch wenn ich selbst nicht in der Lage bin eine erschöpfende Analyse durchzuführen.
Du kannst dir die offiziellen Zahlen bei AMD ansehen, die der letzten paar Quartale ansehen, die Finanz.-Meetings und Transskripte. Dann siehst du schon einiges an Information und wenn du dann 1+1 zusammenzählst siehst du trotzdem, dass vor Q4 2016 keine große Änderung an der Situation erfolgen wird. Erst dann hat man wohl die neue GPU Generation draußen, die neue CPU Generation am bereit werden usw usf...
Im Moment spart man einfach extrem und macht trotzdem noch Verluste. Ich hoffe es bleibt genug Geld über für einen pünktlichen ZEN Release und ein ordentliches Marketing.