Ich würde das ganze nicht wirklich ernst nehmen. Das sieht zu sehr danach aus, dass da jemand einfach seine Wünsche und Vermutungen aufgezählt hat. Besonders den harten Bruch, hin zu DDR5, halte ich für fraglich. Bisher gab es meist einen Übergang zwischen zwei Generationen oder der neue Standard wurde auf der HEDT Plattform zuerst eingeführt.
Ob sich AMD dem Risiko aussetzt, sowohl vom Preis, als auch der Verfügbarkeit, ist mMn fraglich. Ich würde eher erwarten, dass Intel und AMD DDR4 und DDR5 parallel unterstützen.
Kann man nicht sagen. Als Leak kann das natürlich ebenso komplett falsch sein, aber aus dem Fehlen einer expliziten Benennung einer DDR4-Unterstützung bei Zen4 kann man hier noch nicht einen Fake heraus ableiten. Das ist eine typische PPT, wie sie für intere Meetings erstellt und ggf. auch Kunden gezeigt wird und keine vollständige Spec-Liste, d. h. dass man hier das DDR4, das der Speichercontroller von Zen4 sicherlich ebenso unterstützen wird, unter den Tisch fallen lässt in einer solchen Darstellung, ist naheliegend, denn hier geht es primär um die neuen Features (maximalen Specs).
Ebenso fehlt bspw. auch bei Rembrandt und Phonix das LPDDR4(X), was bedeuten würde, dass man diese APUs nur noch ausschließlich mit den teueren Speichermodulen kombinieren könnte? ... Eher nicht. Wie gesagt, ob echt oder nicht kann man nicht sagen, aber das fehlende DDR4 gibt hier sicherlich keine Indikation in die eine oder andere Richtung.
Ich muss gestehen dass ich die Bulldozerzeiten nicht wirklich miterlebt habe. Aber was Intel mit dem 11900k abgeliefert hat ist schon ein bisschen.... schwach finde ich. Dafür dass die bei Intel im Grunde grenzenlos Geld auf Probleme werfen können sollten im Vergleich zu AMD war mir das doch ein bisschen wenig Fortschritt.
Dazu muss man Bulldozer (CMT) nicht miterlebt haben. Das kann man auch rein für sich und nur im heutigen Kontext bewerten. Dabei sollte man jedoch auch beachten, dass RKL von der internen Ausrichtung grundsätzlich als reine Übergangslösung konzipiert war. Dass da kein "
Überflieger" bei rauskommen würde, war absehbar, alleine schon wegen des nun letztmalig verwendeten 14nm-Prozesses. Ein Produktupdate hielt man aber für notwendig und das Design hatte sicherlich auch die Zweitfunktion als Fallback/Notfallplan, falls etwas bei den 10nm ins Stocken gekommen wäre (
was nun nicht der Fall zu sein scheint) und noch einmal 14nm auf Basis der alten Architektur wäre nicht gegangen, da das unspektakuläre, zwei, drei Prozent mehr geworden wären, d. h. man hat hier durchaus schon einen beträchtlichen Aufwand betrieben um das Sunny Cove-Design auf 14nm zurückzuportieren, was sicherlich auch einige Reibungsverluste mit sich gebracht hat, denn das Design wurde ursprünglich explizt auf 10nm ausgelegt.
Aus einer etwas höheren Perspektive heraus betrachtet dürfte RKL aus Sicht von Intel wahrscheinlich seinen Zweck erfüllt haben bzw. erfüllen können. Man bleibt an Zen3 dran in Mainstream-Workloads, wenn man auch nicht wirklich einen Gleichstand erreichen kann, was aber nicht sein muss, da der Rest über den (OEM-)Preis gesteuert werden kann und man bietet nun eine aktualisierte Plattform (PCIe4, 20 Lanes, schnelleren RAM und USB/TB4). Im HighEnd ist Zen3 zweifellos attraktiver, mit dem aktuellen Pricing steht Intel bei den kleineren Kernzahlen <= 11600K jedoch recht konkurrenzfähig da und damit wird man die OEMs wohl übergangsweise zufriedenstellen können, bis dann vielleicht mit ADL der "
Paukenschlag" (?) kommt, den dann aber auch AMD schon wieder mit Zen3+ zu parieren gedenkt (wenn auch möglicherweise nicht mit einer neuen Plattform).
*) Einige Indikatoren: Intel hätte die neue Mirkoarchitektur schon viel früher zurückportieren können, den Aufwand wollte man aber wohl vermeiden, bis man schließen an den Punkt kam, wo es nicht mehr ging und jetzt kommt RKL dicht gefolgt von ADL. (
Oder man hätte Sunny Cove auch gleich auf 14nm auslegen können, jedoch sah man in der frühen Entwicklungsphase wohl noch nicht ab, dass sich 10nm und die zugehörigen Kapazitäten derart verschieben würden.)
In den vergangenen Earning Calls der letzten Quartale wurde RKL so gut wie gar nicht thematisiert, was für eine Consumer-Update ungewöhnlich ist, sprich, Intel hat hier auch ohne explizite Worte durchblicken lassen, dass deren Prioritäten auf anderen, wichtigeren Themen liegen und RKL wird sicherlich nicht der Revenue-Heilsbringer.

Auch wenn es mit RKL nun auf dem Desktop die "neueste" Intel-Architektur gibt, ist es faktisch dennoch schon eine "veraltete", denn dessen Nachfolger Willow Cove ist bereits seit 3Q20 im Markt und wird jetzt gar noch in Form von 8-Kernern in 10nm kommen (Tiger Lake H) und Golden Cove (Alder Lake und Sapphire Rapids SP) ist ebenfalls bereits schon seit letztem Jahr fertig (
die CPUs werden schon längst bei Kunden vor Ort getestet und für die Plattformentwicklung genutzt).