Naja, das ist halt die Frage, die niemand so wirklich beantworten kann...
Dazu kann ich schon Paar Wörter verlieren.
Denn einige Spannungsspitzen werden ja schon durch die vorhandenen Spulen glatt gebügelt, auch die X und Y Kondensatoren fangen einiges ab. Daher weiß ich wirklich nicht, wie sinnvoll ein Metaloxyide Varistor denn wirklich ist. Wichtig ist letztendlich, dass ein Netzteil keinerlei Probleme mit Surges hat, ob dafür ein MOV von nöten ist, da bin ich mir nicht sicher.
Auf einen MOV, allgemein bezeichnet als VDR, kann man nur deshalb verzichten, weil unsere Netze eigentlich hohe "Qualität" haben.
Ein VDR reagiert im einstelligen bis niegrigem zweistelligen Nanosekunden Bereich - man kann also auch sagen extrem schnell. Netzfilter wie X- und Y- Kondensatoren können nur Energiearme Spitzen abfangen, also solche, die keine hohe Ladungsmenge enthalten. Das sind Oberwellen, Rauschen oder sonstige elektromagnetische Einstreuungen. Gegen schlechten Netzregelung oder Spitzen durch z.B. einen Blitzeinschlag, sind Netzfilter machtlos. Für eine einzelne hohe Spannungsspitze mit ordentlich Ladung stellt ein Netzfilter eine hohe Impedanz dar. Die Ladungsmenge, die augenblicklich abgeleitet werden muss, kann nicht durch einen Netzfilter durch, was einen Durchschlag der Filterbauteile zu Folge haben kann oder irgendwo sonst, wo es für den Ladungsausgleich am einfachsten wäre. Umgekehrt, für niederfrequente Spannungsüberhöhungen, wie z.B. Netzschwankungen, stellt ein Netzfilter keinen Widerstand dar und diese ungehindert ins Innere gelangen können (Und ich darf daran erinnern, dass bereits nach dem Gleichrichter sich die erste Stellgröße für den PFC-Regler befindet). Dadurch können die nachfolgenden Bauteile überlastet werden. Energiespitzen können nur durch solche Bauteile wie VDRs Z-Dioden oder Suppressordioden abgefangen werden, da diese die überschüssige Energie gezielt in Wärme umwandeln und dadurch "abbauen".
Ein Beispiel: (grob gerechnet)
Ein V275LA10 45J VDR (also 45Ws) VDR kann z.B. bei einer Spannungsspitze für etwa 20µs 25A abfangen und dabei die Spannung auf etwa 700V begrenzen. In dieser Zeit nimmt er eine Spitzenleistung in Größenordnung um 17,5kW, was etwa einer Energie um die 350mJ und einer Ladung um die 500µC entspricht. Soll ein 100nF Kondensator, wie er in Netzfiltern zu finden ist, diese Ladung aufnehmen, müsste man diesen theoretisch auf etwa 5kV (+ die nominale Ladung) aufladen. Der genannte VDR wäre dagegen noch nicht mal richtig warm.
Mit anderen Worten gesagt: Ein Netzfilter kann nicht einen VDR ersetzen, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein VDR zum Einsatz im NT kommt, ziemlich gering. Dennoch würde wegen etwa 0,2€ nicht darauf verzichten wollen. Aber wie so immer bei Massenproduktion summiert sich auch dieser Betrag zu einem Vermögen. Also wird es einfach weg gespart.
Dann noch... . Irgendwo habe ich was vom Nullleiter gelesen - und in diesem Zusammenhang was mit Kurz- und Erdschluss. Dazu ist nur zusagen, dass bei einem TN-C Netz, wo "Nullleiter" üblicherweise vorkommt, keinen Unterschied zwischen beiden Begriffen gibt, da es eben keinen getrennten N- und PE-Leiter gibt. Und RCDs dürfen da auch nicht eingesetzt werden.