Das hab ich in 40 Jahren aber ganz anders erlebt.
Ein Arbeitgeber sagte: "1 Stunde unbezahlte Mehrarbeit ist Pflicht pro Tag".
Wir haben die interne Regelung, dass jede Mehrstunde auf ein Arbeitszeitkonto kommt.
Der MA kann frei entscheiden, ob er hierzu dann einen Freitzeitausgleich macht oder er es zusätzlich vergütet bekommt.
Grundlage ist eine 40h Woche.
Ich habe Freaks im Büro, die Mo-Mittwoch Abend durchmalochen und Donnerstag + Freitag frei haben.
Andere machen eine ganz normale Arbeitswoche.
Ich bezahle sogar für für die MAs zu 100% die Beiträge für die naheliegende Kinderkrippe/Kindergarten.^^
Das Sekretariat wird nicht mit einem Hungerlohn abgespeist, sondern bekommt Ing.Gehalt, weil ohne Sekretariat läuft gar nix.
Überstunden wurden, egal in welchem Betrieb, als notwendig und nicht verrechnungsfähig angesehen.
Sehe ich eben nicht so, Leistung gehört belohnt und es gibt eine klare Regelung, was der MA dem Unternehmen für sein Gehalt schuldet und was nicht.
So hab ich mir ein paar tausend Überstunden als Bein gestrichen als Dipl.-Ing.
Ausnahme war eine Firma in Erlangen, die arbeitete für die Kraftwerke und hat extrem übertariflich bezahlt.
Manchen Monat hab ich da fünfstellig verdient.
Die hat mir meine Rente gesichert und der bin ich heute noch dankbar für ordentliche Arbeitszeiten (Gleitzeit) und gute Arbeitsbedingungen.
Allerdings bin ich manchmal in der Woche 5.000 km gefahren.
Alle anderen waren schlimmer, teilweise sehr viel schlimmer.
Der Handel wir so wie so beschi... , dafür sind die Arbeitszeiten gut und schlecht.
Gut zu Anfang (09:00 oder10:00 Uhr) und fürchterlich am Ende (19:00 oder 20:00 Uhr).
Gleitzeit gibt es nicht.
Samstag ist Arbeitstag - immer.
Das ist ein Thema bei uns, wenn wir auch Bauleitung im Auftrag haben.
Da kommen einige MAs wie auch ich nicht umhin, auch mal Samstage und blöde Zeiten wie 6 Uhr morgens oder 21 Uhr abends anwesend zu sein.
Diese Extremzeiten versuchen wir kollegial auszugleichen, was sicherlich auch nicht immer funktioniert.
Ganz selten muss ich dann einen MA zu Unzeiten irgendwohin schicken, was weder ihm noch mir passt.
Die restlichen Ingenieurbüros im Osten liefen alle auf dem Zahnfleisch hart am Bankrott vorbei.
Na ja, Bayern, wir haben Vollauslastung bis 2026.
Kann bis Anfang 2025 gar keine weitern Aufträge annehmen, weil wir bei ca. 20 MAs stabil bleiben wollen.
Außerdem solle s ja noch so was wie Privatleben geben.
Du bist Chef vom Konstruktionsbüro?
TGA-/Statik-Planungsbüro + Bauleitung, drei Teilhaber, wobei nur zwei aktiv tätig sind.
Läuft > 60% über meinen Büroleiter/Geschäftspartner, weil ich derzeit noch woanders in der Forschung und Entwicklung von Baustoffen drinnen bin.