ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
AW: Zinsen, "die" und andere Gründe für den Niedergang des Systems
Falls du mit "Kapital" Geld meinst:
Hab ich was anderes behauptet?
Nein. Im Gegenteil:
"Das ist ein ganz banales und im Kapitalismus nötiges Mittel, um die Leute davon abzuhalten, große Mengen Geld einfach einzulagern"
Woher nahm das erste Geld?
Die Pressen bzw. die Software versiegen nicht...
Die einzig interessante Frage ist:
Zu wessen Lasten geht die inflationsbedingte Entwertung?
Und diese ist auch nicht aus kapitalistischer Sicht interessant, sondern aus sozialer: De facto findet eine kontinuirliche Umverteilung zugunsten derer da, deren Vermögen aus Güter und nicht aus Geld besteht. (womit wir bei der allgemeinen "die Reichen werden immer Reicher"-Diskussion wären, denn die Unterschicht ist ziemlich arm an Immobilien, Produktionsgütern, Wertgegenständen,...)
"höhere Preise" können wir wohl nur im Vergleich zu Alternativen zahlen:
1. Die Unternehmen nehmen keine Kredite auf, sondern finanzieren Investitionen aus angespaarten Rücklagen. Abgesehen davon, dass dieses System sofort kollabieren würde, sobald irgend eine Firma irgendwo auf der Welt einen Kredit aufnimmt (und dadurch einen massiven Wettbewerbsvorteil finanzieren kann), hätte es ein extrem Verlangsamung des Entwicklungsprozesses zur Folge. Nicht das ich was dagegen hätte, aber: Nehmen wir an, 2000 hätten alle Unternehmen diesen Wechsel vollzogen. Heute gehst du dir die neueste Ultra-High-End-Enthusiasten-CPU kaufen. Dank fehlender Zinszahlungen ist sie (seien wir großzügig) 10-15% billiger, du zahlst nur 800€.
Und erhälst dafür eine Leistung&Effizienz, die mit etwas Glück auf dem Niveau eine Athlon64 liegen... (also etwas, das du in unserer Welt für <100€ inkl. Zinsen bekommst)
2. Die Unternehmen wollen weiterhin Kredite aufnehmen, aber die Banken nehmen keine Zinsen mehr dafür.
Dummerweise haben die Banken deswegen 0 Mitarbeiter und die Unternehmer stehen seit 10 Jahren in der Warteschlange. Ergebniss: s.o.
Unterm Strich leben wir dank Krediten also deutlich besser, was auch kein Wunder ist: Das Geld, von dem wir heute schon profitieren, wird schließlich erst nach und nach im Zuge der Inflation (oder durch Rückzahlung der Gesamtschuldenlast *Schenkelklopfer*) ausgeglichen. Wer Geld ausgeben kann, dass er gar nicht hat, dem gehts besser.
Solange, bis der daraus resultierende Prozess (s.o.) an einem Punkt ankommt, an dem der (theoretische) Kapitalist zwar problemlos weitermachen könnte, aber die Zahl der "Opfer" und der Grad der Last ein Maß erreicht haben, dass sich in einer Revolution entlädt.
Da gibts nichts zu suggerieren. Inflation gibt es beliebiger Höhe (man denke an die Papiermark zurück) und sie ist ein vollautomatischer Mechanismus. Abgesehen von einer gewissen Verzögerung hat das im Lauf befindliche Geld den Wert der in Umlauf befindlichen Güter. Steigt die Summe des im Umlauf befindenden Geldes (Anm.: ungleich existierenden Geldes. Wenn z.B. große Geldsummen in Spekulationsblasen gebunden sind...) schneller, als der Wert der Güter, oder nimmt umgekehrt letzterer zu schnell ab (Verbrauch!) ist die einzelne Einheit Geld enstprechend weniger wert.
So?
Also bei mir verschwindet nicht einfach so Geld vom Konto, weil das System das so will. Im Gegenteil: Am Ende jeden Quartals kommt da was vom System dazu.
Was ich in Wahrheit weniger habe, merke ich erst, wenn ich mit meinem Kontoauszug im Laden stehe und feststelle, was das Geld so alles nicht mehr Wert ist.
Dafür war es selbstverständlich, dass das Paket nach der Auslieferung bei mir im Haus war. Heute ists je nach Region bei einem Laden in der näheren Umgebung oder bei einem Schalter (keiner Filiale) weit, weit weg. Wenn ich ein Paket abschicken will, wirds noch spaßiger (und teurer).
Die alte Organisation der Post war sicherlich alles andere als effizient, aber der marktwirschaftliche Ansatz, große Teile der Arbeit auf den Kunden abzuwählzen und große Teile der Belegschaft (in Form von Frührentner/Pansionären und Arbeitslosen) vom Steuerzahler durchfüttern zu lassen, dürfte unterm Strich keine große Verbesserung gewesen sein.
(Briefe sind aber schneller, das stimmt. N bissl teurer auch. Aber vor 40 Jahren waren sie noch langsamer. Selbst Staatsunternehmen kamen nicht am technischen Fortschritt vorbei -Stichworte: 100% Flugpost, moderne Sortieranlagen- und das gesunkene Aufkommen im Zuge der E-Mail dürfte auch sein Teil beitragen)
Und jetzt kommen wir zu No3. "Deutsche Bahn"
Opera ist nicht OpenSource und die "kostenlosen" Angebote ("preislos" trifft es eher) leben primär von Google.
Überall da, wo die Leute nicht von sich aus bereit sind, zusammenzuarbeiten, sondern lieber nur an sich denken. Also quasi überall. Versuche, mittels Zwangsmaßnahmen den theoretischen Idealzustand zu erreichen, waren leider noch ineffizienter. (siehe Sowjetunion)
@ruyven_macaran:
Es ist erwiesen und auch in interen öffentlich zugänglichen Dokumenten von Banken wie z.B. der FED nachzulesen das die Kapitalerschaffung aus dem nichts durch das Mindestreservensystem bekannt und gewollt ist. Es ist der Grundmotor der auch nötig ist, da das System sonst kollabieren würde.
Falls du mit "Kapital" Geld meinst:
Hab ich was anderes behauptet?
Nein. Im Gegenteil:
"Das ist ein ganz banales und im Kapitalismus nötiges Mittel, um die Leute davon abzuhalten, große Mengen Geld einfach einzulagern"
Die zentrale Frage bleibt dabei nämlich:
Woher nimmt man das Geld für die Zinsen?
Woher nahm das erste Geld?
Die Pressen bzw. die Software versiegen nicht...
Die einzig interessante Frage ist:
Zu wessen Lasten geht die inflationsbedingte Entwertung?
Und diese ist auch nicht aus kapitalistischer Sicht interessant, sondern aus sozialer: De facto findet eine kontinuirliche Umverteilung zugunsten derer da, deren Vermögen aus Güter und nicht aus Geld besteht. (womit wir bei der allgemeinen "die Reichen werden immer Reicher"-Diskussion wären, denn die Unterschicht ist ziemlich arm an Immobilien, Produktionsgütern, Wertgegenständen,...)
im übrigen sind dann natürlich auch sehr viele groß-, mittel- und kleinbetriebe aller produzierenden wirtschaftsbereiche richtig blöd.
warum, na nehmen sie doch ständig kredite auf, lesen wir in letzter zeit ja recht häufig über die miese kreditvergabepraxis der banken.
weshalb nehmen unternehmen denn kredite auf? vorfinanzierungen aller art: investitionen, maschinen, rohstoffe ect. oder ausbleibende zahlungen für gelieferte ware, erstellte dienstleistungen ect. tolle zahlungsmoral.
darauf müssen sie natürlich keine zinsen zahlen oder wie? woher nehmen die unternehmen das geld für die zinsen. drucken sie sich es selber? nein.
zahlen im endeffekt alles wir über höhere preise, da die löhne entsprechend ja auch ständig ansteigen, ist alles in butter, oder?
"höhere Preise" können wir wohl nur im Vergleich zu Alternativen zahlen:
1. Die Unternehmen nehmen keine Kredite auf, sondern finanzieren Investitionen aus angespaarten Rücklagen. Abgesehen davon, dass dieses System sofort kollabieren würde, sobald irgend eine Firma irgendwo auf der Welt einen Kredit aufnimmt (und dadurch einen massiven Wettbewerbsvorteil finanzieren kann), hätte es ein extrem Verlangsamung des Entwicklungsprozesses zur Folge. Nicht das ich was dagegen hätte, aber: Nehmen wir an, 2000 hätten alle Unternehmen diesen Wechsel vollzogen. Heute gehst du dir die neueste Ultra-High-End-Enthusiasten-CPU kaufen. Dank fehlender Zinszahlungen ist sie (seien wir großzügig) 10-15% billiger, du zahlst nur 800€.
Und erhälst dafür eine Leistung&Effizienz, die mit etwas Glück auf dem Niveau eine Athlon64 liegen... (also etwas, das du in unserer Welt für <100€ inkl. Zinsen bekommst)
2. Die Unternehmen wollen weiterhin Kredite aufnehmen, aber die Banken nehmen keine Zinsen mehr dafür.
Dummerweise haben die Banken deswegen 0 Mitarbeiter und die Unternehmer stehen seit 10 Jahren in der Warteschlange. Ergebniss: s.o.
Unterm Strich leben wir dank Krediten also deutlich besser, was auch kein Wunder ist: Das Geld, von dem wir heute schon profitieren, wird schließlich erst nach und nach im Zuge der Inflation (oder durch Rückzahlung der Gesamtschuldenlast *Schenkelklopfer*) ausgeglichen. Wer Geld ausgeben kann, dass er gar nicht hat, dem gehts besser.
Solange, bis der daraus resultierende Prozess (s.o.) an einem Punkt ankommt, an dem der (theoretische) Kapitalist zwar problemlos weitermachen könnte, aber die Zahl der "Opfer" und der Grad der Last ein Maß erreicht haben, dass sich in einer Revolution entlädt.
und bitte nicht ständig inflation, inflation. so viel inflation können wir gar nicht haben, wie das hier immer suggeriert wird.
Da gibts nichts zu suggerieren. Inflation gibt es beliebiger Höhe (man denke an die Papiermark zurück) und sie ist ein vollautomatischer Mechanismus. Abgesehen von einer gewissen Verzögerung hat das im Lauf befindliche Geld den Wert der in Umlauf befindlichen Güter. Steigt die Summe des im Umlauf befindenden Geldes (Anm.: ungleich existierenden Geldes. Wenn z.B. große Geldsummen in Spekulationsblasen gebunden sind...) schneller, als der Wert der Güter, oder nimmt umgekehrt letzterer zu schnell ab (Verbrauch!) ist die einzelne Einheit Geld enstprechend weniger wert.
was wir in wahrheit nicht mehr haben, ist am ende des monats auf dem kontoauszug ersichtlich.
So?
Also bei mir verschwindet nicht einfach so Geld vom Konto, weil das System das so will. Im Gegenteil: Am Ende jeden Quartals kommt da was vom System dazu.
Was ich in Wahrheit weniger habe, merke ich erst, wenn ich mit meinem Kontoauszug im Laden stehe und feststelle, was das Geld so alles nicht mehr Wert ist.
Ein anderes Beispiel für die Fans der Zentralwirtschaft hier, seit ihr schon alt genug um die Post oder die Telekom noch als Staatsunternehmen kennengelernt zu haben? Zum Beispiel bei der Post war es NICHT selbstverständlich das ein Brief oder ein Paket innerhalb von 24h quer durch Deutschland gereist ist ...
Dafür war es selbstverständlich, dass das Paket nach der Auslieferung bei mir im Haus war. Heute ists je nach Region bei einem Laden in der näheren Umgebung oder bei einem Schalter (keiner Filiale) weit, weit weg. Wenn ich ein Paket abschicken will, wirds noch spaßiger (und teurer).
Die alte Organisation der Post war sicherlich alles andere als effizient, aber der marktwirschaftliche Ansatz, große Teile der Arbeit auf den Kunden abzuwählzen und große Teile der Belegschaft (in Form von Frührentner/Pansionären und Arbeitslosen) vom Steuerzahler durchfüttern zu lassen, dürfte unterm Strich keine große Verbesserung gewesen sein.
(Briefe sind aber schneller, das stimmt. N bissl teurer auch. Aber vor 40 Jahren waren sie noch langsamer. Selbst Staatsunternehmen kamen nicht am technischen Fortschritt vorbei -Stichworte: 100% Flugpost, moderne Sortieranlagen- und das gesunkene Aufkommen im Zuge der E-Mail dürfte auch sein Teil beitragen)
und die Telekom ist auch auf dem besten Wege Gewinne zu erwirtschaften![]()
Und jetzt kommen wir zu No3. "Deutsche Bahn"

Ein gutes Beispiel hiefür stellt z.B. Opensource Software dar. Alle entwickeln auf einer gemeinsamen Basis und tauschen sich gegeneinder aus, was ja trotz des fehlenden Anreizes in Geldform ersteulich gut funktioniert. Oder warum sonst haben sich in vielen Bereichen solche Lösungen durchgestezt und das nicht nur wegen des oftmals kostenlosen Angebots (z.B. Firefox/Opera ect gegen den IE)?
Opera ist nicht OpenSource und die "kostenlosen" Angebote ("preislos" trifft es eher) leben primär von Google.
Das sollte jetzt nur als naheliegndes Beispiel gelten und lässt sich fast beliebig auf alle Bereiche übertragen (Wo nicht ?).
Überall da, wo die Leute nicht von sich aus bereit sind, zusammenzuarbeiten, sondern lieber nur an sich denken. Also quasi überall. Versuche, mittels Zwangsmaßnahmen den theoretischen Idealzustand zu erreichen, waren leider noch ineffizienter. (siehe Sowjetunion)
außerdem sind die Mitarbeiter auch bei den Subunternehmern recht gut geschult ... von daher, was störts mich ob die bei der Deutschen Post agestellt sind oder bei der Eisdiele "Guiseppe Santaniello"? Heute geht viel mehr über Dienstverträge und Vollmachten als früher ... wenn du zum Beispiel in die Bank deines Vertrauens gehst siehst du da zwar auch Leute die scheinbar "angestellt" sind, aber du würdest dich wundern wieviele davon selbstständige Handelsvertreter sind ... und außer bei wenigen "schwarzen Schafen" merkst du das überhaupt nicht ... oder Handyläden, fast genau das gleiche Spiel ... 