Oh man, ich glaube hier muss man mal etwas Aufklärungsarbeit bei Mikroprozessoren leisten ^^
Der Stromverbrauch errechnet sich aus
P = U² x f x C x n
P = Leistung
U = Versorgungsspannung
f = Frequenz
C = Kapazität der Gates am CMOS-Gatter
n = Umladevorgänge pro Takt
Senke ich die Spannung minimal, habe ich den größten Gewinn bei der Leistungsaufnahme weil diese quadratisch in die Gleichung rein fließt.
Erhöhe ich die Frequenz, habe ich entsprechend einen größeren Verbrauch.
Arbeiten meine Gatter mit einer geringeren Spannung für meinen eingestellten Takt aber noch (Abhängig von Fertigung und Toleranzen), kann ich damit ordentlich Leistung sparen und genau hier ist das Problem bei vielen AMD-Karten.
Meine R9 290X konnte ich um 100mV untervolten was sich direkt in 25W weniger Verbrauch bemerkbar machte (laut Messgerät am gesamten PC). Mit einem Morpheus-Kühler konnte ich einen großen Teil der Leckströme minimieren und noch fast 15W raus holen. So hat meine R9 290X mit 10min Undervolting-Arbeit und der Installation eines anständigen Kühlers (bei den Customs ja eh dabei) direkt 40W+ weniger verbraten und hing unter Volllast bei knapp 250W rum. Im Vergleich zu einer GTX 980 im Sweetspot noch immer knapp 60W mehr aber dafür auch um einiges günstiger.
Man kann eine RX 480, soweit ich das gesehen habe, recht gut undervolten und so ohne am Powertarget rum zu pfuschen die 1266MHz halten.
Durch das Undervolting verbraucht der Chip weniger Strom, somit muss das Powertarget nicht drosseln und der gesenkte Stromverbrauch lässt den Chip auch nicht ins Temperature-Target rennen, also ebenfalls kein Throttling mehr. AMD scheint leider einen sehr großen Spannungsbereich zu nutzen um möglichst hohe Yields zu haben, aber ehrlich gesagt sollte jeder von uns dazu in der Lage sein, seine Karte eben zu undervolten.
