Und warum gibt es dann überhaupt glänzende Displays?
Weil es DAUs gibt, die es nicht besser wissen; unter den klassischen Bedingungen des Verkaufsraums eines Elektronikmarkts ist der subjektiv empfundene Kontrast vor allem bei relativ schwacher Hintergrundbeleuchtung bei Spiegelnden Displays ja auch wirklich etwas besser
So oder so ist eh die Frage, ob man das überhaupt draußen benutzen will. In Räumen hab ich selbst bei der hellsten Umgebung noch nie Probleme mit einem spiegelnden Display gehabt, außer zB wenn die Sonne im Sommer gegen 17h in einem rel. flachen Winkel genau seitlich in mein Zimmer scheint, dann änder ich den Sitzwinkel oder stell die Jalouisien um, und gut ist
Wie gesagt: punktförmige wenn auch sehr helle Lichtquelle, relativ dunkle Umgebung, das geht noch halbwegs, vor allem wenn die Hintergrundbeleuchtung relativ hell ist
Setz dich mal im Sommer zum Mittag in den Schatten, unter einen Baum oder einen Sonnenschirm, jedenfalls in relativ heller Umgebung; du wirst kaum etwas erkennen außer dein eigenes Spiegelbild, schon garnicht, wenn die Displayhelligkeit zur Schonung des Akkus reduziert wurde
Bei einem matten Display kann man das Bild in der selben Situation dagegen noch klar erkennen, prinzipiell selbst ohne Hintergrundbeleuchtung
es hängt auch stark vom jeweiligen Modell ab?
Da gibt es freilich große Unterschiede; grob könnte man die Displays etwa in 5 Klassen unterteilen:
-nativ Matt
Diese Displays besitzen grundsätzlich eine matte Oberfläche an der das Umgebungslicht diffus in alle Richtungen reflektiert wird; so kann sich kein sichtbares Spiegelbild bilden, das das eigentliche Bild überlagern kann; punktuelle Lichtquellen werden aber ebenfalls diffus gespiegelt, was das Bild gleichmäßig überlagern und so den gefühlten Kontrast reduzieren kann
Es gibt aber auch bei spiegelnden Displays einen Kontrastverlust, dieser ist jedoch etwas geringer und wird durch diffuse Reflexion an der eigentlichen LCD Schicht hervorgerufen
-glattes Display mit Mattierungsfolie
Eigentlich glatte Displays, die mit einer Mattierungsfolie überzogen wurden; der Nachteil gegenüber nativ matten Schirmen ist, dass es in heller Umgebung zu einer eher ungleichmäßigen diffusen Reflexion des Umgebungslichts kommen kann, was zu einem "Grieseln" des Bildes führen kann
-"halbmattes" Display (etwa Sony "Clear Bright")
Schwach gemattete Displays; das Licht wird leicht diffus reflektiert, so kann sich kein klar sichtbares Spiegelbild bilden, das Licht punktueller Lichtquellen wird trotzdem großteils wie bei spiegelnden Displays grob in eine Richtung wegreflektiert, der gefühlte Kontrastverlust ist geringer; unterm Strich bieten diese Displays praktisch alle Vorteile spiegelnder, unter sehr schlechten Bedingungen sind richtig matte aber doch besser
-glattes Display (z.b. Display mit Glasscheibe beim MacBook)
Umgebungslicht wird direkt linear gespiegelt, man erkennt ein deutlich sichtbares Spiegelbild, der Spiegellungseffekt entspricht etwa dem an der Oberfläche einer Glasplatte; unter normalen Lichtbedingungen ist das Spiegelbild nur schwach
-verspiegeltes, glattes Display
Diese Displays wurden einseitig metallbedampft, also gezielt verspiegelt oder mit einer entsprechenden Folie überzogen; der Spiegelungseffekt ist enorm, kann jedoch noch stark variieren; prinzipiell zwischen dem Spiegellungseffekt eines normalem glatten Displays und dem eines perfekten Spiegels
Hinzu kommt noch die Hintergrundbeleuchtung: eine hellere Hintergrundbeleuchtung kann das Spiegelbild besser überstrahlen, auch der Kontrastverlust bei matten Displays wird dadurch geringer- allerdings ist das eine nur eingeschränkt brauchbare Lösung, denn dort, wo die Helligkeit zu einem echten Problem wird (draußen) hat man meist keine Steckdose und die Hintergrundbeleuchtung benötigt auch (garnicht so wenig) Energie
Man kann jedenfalls festhalten, dass es sicherlich große Unterschiede zwischen "spiegelnden" und "spiegelnden" Displays gibt
-> trotzdem: ich würde im Zweifel nie zu einem spiegelnden Display greifen und gegebenenfalls auch einiges für ein mattes drauflegen