Wiederkehrende "PC Mythen" und Bewertung

FreezerX

BIOS-Overclocker(in)
In diesem Thread möchte ich eine kompakte Sammlung von Computer „Mythen“ zusammenstellen und bewerten. Da in den Rechner-Zusammenstellungs-Threads häufig gleiche Diskussionen stattfinden (wie z.B. die ideale Größe des Netzteils, oder die Geschwindigkeit des RAMs) dachte ich mir, die wiederkehrenden Problemstellen auf einer Seite zusammenzufassen.

1. Größeres Netzteil („Reserve“) für Aufrüstpläne nehmen ist sinnvoll.

Falsch.
Die Hardware kommender Generationen benötigen in der Regel weniger Leistung. Nahezu die gesamte Leistungsaufnahme teilt sich unter CPU und Grafikkarte auf. Restliche Verbraucher (Mainboard, RAM, Festplatten, Lüfter,…) benötigen relativ wenig Leistung (ca. 50W).
Grafikkarten benötigen seit dem Peak (GTX480, März 2010) immer weniger Leistung und beide Hersteller wollen diesen Trend fortführen. Prozessoren werden mittelfristig auch weniger oder gleiche Leistungsaufnahme besitzen. Der Trend verringerter Leistungsaufnahmen ist unter Anderem immer geringerer Fertigungsgrößen geschuldet.

Ferne Aufrüstpläne für Crossfire/SLI sind in der Regel nicht sinnvoll, da die Leistung der Grafikkarten sehr schnell wächst. So bieten neue Grafikkarten oft die gleiche oder mehr Leistung. Der Kauf einer neuen Grafikkarte ist meistens sinnvoller, als der Kauf einer zweiten Grafikkarte, da letzteres Nachteile mit sich bringt (Mikroruckler, höhere Temperatur, höhere Lautstärke, höhere Leistungsaufnahme, ggf. fehlende neue Features wie neue DirectX Versionen, Platzprobleme mit zusätzlichen PCI-Karten). Crossfire/SLI ist insbesondere für extreme Anforderungen zu empfehlen (Multi Monitoring, …). Crossfire/SLI sollte i.d.R. entweder von Beginn an oder gar nicht betrieben werden.

2. 24fps / 25fps / 30fps sind flüssig.

Falsch.
Selbst untrainierte Augen erkennen einen Unterschied zwischen 40fps und 60fps. Auch 120fps (120Hz Monitor erforderlich) sind leicht von 60fps unterscheidbar.

Die meisten Monitore bieten 60Hz-Technik (d.h. mehr als 60fps werden nicht dargestellt). Konstante 60fps mit VSync bieten häufig hohen Spielgenuss. Allerdings gibt es Spielgenres, in denen 120Hz einen deutlich flüssigeren Eindruck vermitteln (z.B. wird das Geschwindigkeitsgefühl in Rennspielen gesteigert).

Der Grund, dass auch sehr hohe Bildwiederholraten spürbar sind, liegt daran, dass bewegte Objekte nur in bestimmten Abständen gezeigt werden, das heißt, „Fehlstellen“ zwischen einzelnen Bildern existieren. Das menschliche Auge ist natürlicherweise in der Lage, bewegte Objekte zu fixieren (z.B. einen fliegenden Ball). Auf dem Monitor fehlen viele erwartete „Zwischenbilder“. Je geringere Distanz die „Fehlstellen“ besitzen, desto flüssiger wirkt die Bewegung. Die Fehlstellen sind kleiner bei langsamen Bewegungen, höheren Bildwiederholraten oder auch höherem Abstand zum Monitor.

120Hz in Spielen ist ein sehr teures Unterfangen, da Monitore teurer sind und selbst modernste Grafikkarten bestimmte Spiele auf sehr hohen Einstellungen nur mit 40fps bis 80fps bewältigen.

3. Schneller RAM lohnt sich für Spiele.

Falsch.
Sehr teurer DDR3-2133 ist im Mittel nur 3% schneller als DDR3-1600, bzw. DDR3-1333. Der Unterschied zwischen CL7 Timing und CL9 Timing liegt bei DDR3-1333 bei circa. 2%. Selbst geringe Übertaktung des Prozessors bringt höheren Leistungszuwachs.
Lediglich kleine RAM-Ruckler lassen sich mit schnellem RAM gegebenenfalls vermeiden. Aus eigener Erfahrung sind diese Ruckler bereits mit DDR3-1600 eliminiert.
Integrierte Grafikkarten reagieren auf schnellen RAM deutlich mehr. Allerdings sind die integrierten Grafiklösungen für aufwändige Spiele in hohen Einstellungen ungeeignet.

4. Für Spielerechner sind viele Gehäuselüfter notwendig.

Bedingt.
Neue Spielerechner (Single GPU) besitzen relativ geringe Leistungsaufnahmen (z.B. GTX670 + i5-3570K ca. 250W). Dabei befördern viele Grafikkarten einen großen Teil der Leistungsaufnahme direkt aus dem Gehäuse. Auch die Verlustwärme des Netzteils wird meist direkt abgeführt.
Mehr als zwei bis maximal drei Lüfter erhöhen die Lautstärke und senken die Temperaturen meist sehr gering (ca. 2°C). Es ist deutlich wichtiger, die Positionierung der Lüfter gut zu wählen. Durch diese wird bestimmt, welche Komponenten am besten gekühlt wird (z.B. Grafikkarte). Ein sehr guter Überblick über Lüfteranordnungen ist auf hardwaremax.de zu finden, siehe Quelle 4.

5. Am besten Intel & Nvidia oder AMD & AMD kombinieren.

Falsch.
Alle Kombinationen von Prozessor (AMD, Intel) und Grafikkarte (AMD, Nvidia) sind aktuell kompatibel und möglich. Eine bestimmte Grafikkarte kommt mit circa gleichen schnellem Prozessor (egal ob AMD oder Intel), gleich gut zurecht und umgekehrt. Dies gilt prozessorseitig zumindest für (zumindest virtuelle) Vierkerner und aufwärts.

6. Normale Festplatten mit SATA III sind schneller als mit SATA II

Falsch.
SATA II (auch Sata 3.0Gbit/s genannt) bietet theoretisch 300MB/s Durchsatz pro Richtung. Dies übertrifft die maximale Lese- und Schreibgeschwindigkeit aller normalen Festplatten (normal = Magnetscheiben, ohne hybride SSD-Technik). Die Leseraten schneller HDDs mit 7200 U/min liegen bei circa 120MB/s und reizen SATA II nicht im Ansatz aus.
Lediglich moderne SSDs, welche aktuell Leseraten bis zu 550MB/s bieten, profitieren von SATA III.

7. Für Computerspiele werden extrem starke Prozessoren benötigt.

Falsch.
Ein ca. 900€ teurer Sechskerner (Intel Core i7-3960X) bietet im Schnitt lediglich sehr geringe Mehrleistung (meist <3%, z.T. auch langsamer) gegenüber einem 190€ teurem Vierkerner (Intel Core i5-3570K). Selbst bestimmte Zweikerner bieten hohe Spieleleistung. In der Regel limitiert die Grafikkarte die Geschwindigkeit, wohingegen die Prozessorauslastung relativ gering ist. Lediglich bei Multi-GPU Systemen lohnen sich extrem schnelle Prozessoren bei einer relativ geringen Anzahl von Spielen.

8. Je mehr Videospeicher eine Grafikkarte hat, desto leistungssträrker ist diese. (Verfasser: Hansvonwurst)

Bedingt.
Die Größe des Grafikspeichers ist nur insofern interessant, dass er nicht zu klein sein sollte. Für eine Mittelklasse Grafikkarte reicht i.d.R. 1GB bereits aus, in der Unterklasse sollte man eher auf die Art des Speichers (GDDR3 oder GDDR5) achten (bei gleichen Chips). Man sollte bei seiner Entscheidung sich Benchmarks oder Leistungsindexe (die auf Benchmarks beruhen) ansehen, beispielsweise den PCGH-Index.
Falls man intensive Bildverbesserungsmodi wie Downsampling nutzt, sollte man neben einem schnellen Chip auch auf den VRAM achten. Hier kann er sich durchaus bezahlt machen, da z.B. beim Crysis-Downsampling-Test bei PCGH eine HD7970, die over all langsamer als die GTX680 ist, sie dennoch überholen kann. Hierbei sollte man beachten, dass sich solche Szenarien häufig an der Spielbarkeitsgrenze befinden.

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Diese Sammlung möchte ich bei Anregungen verbessern und erweitern. Ich wusst nicht, in welches Unterforum ich dieses Thema am besten stelle. Gegebenenfalls bitte ich um Verschiebung.

Quellen:
Q1 Test: Nvidia GeForce GTX 580 (Seite 25) - ComputerBase
Q2 Test: Nvidia GeForce GTX 670 (Seite 10) - ComputerBase
Q3 Test: Welchen RAM für Intel
Q4 http://www.hardwaremax.net/guides/hardware/305-der-perfekte-airflow.html?showall=0&start=3
 
Zuletzt bearbeitet:
Der beste Mythos fehlt noch.
Nvidia Karten laufen auf Intel System besser als auf AMD Systemen. :D
 
Ein Gaming PC benötigt brachiale CPU-Power. PCIe X8 bremst GPUs aus. Nvidia hat die besseren Treiber :)

Danke =).
Häufig ist die Frage ja Core i5 oder i7, gute Anregung!
x8 bremst GPUs werde ich auch aufnehmen, wird aber noch etwas dauern.
Das mit den Treibern lasse ich, da die doch zu subjektiv/persönlich ist. Wobei man zumindest feststellen könnte, das die Treiber kaum ein Kaufargument sein sollten.
 
Das mit den Treibern war auch nicht wirklich ernst gemeint. Meiner Ansicht nach sind beide Hersteller mittlerweile auf relativ gleichem Niveau.
 
Alle Kombinationen von Prozessor (AMD, Intel) und Grafikkarte (AMD, Nvidia) sind kompatibel und möglich

hihi .....dann macht euch mal die Arbeit und fragt bei PCGH nach was passiert wenn ihr eine AMD Karte auf einen nforce Board habt

PCGH hat da vor Jahren so ihre Erfahrungen mit einem P5N-d gemacht das sie als Test Sys genommen hatten.
Endete damit das man ihnen vorwarf Nvidia Fanboys zu sein da alle ihrer Benchruns mit AMD Karten schlechtere Ergebnisse lieferten als Konkurrenzblätter.

Schuld war aber das P5n-d und Nvidia sprach dann von einem Bug auf dem Board :ugly:
War aber schon seltsam das ausgerechnet die Konkurrenzkarten auf ihren Chipsatz so schlecht liefen :schief:

naja ...danach haben sie nie wieder ein nforce zum benchen und vergleichen benutzt ;)
 
hihi .....dann macht euch mal die Arbeit und fragt bei PCGH nach was passiert wenn ihr eine AMD Karte auf einen nforce Board habt

PCGH hat da vor Jahren so ihre Erfahrungen mit einem P5N-d gemacht das sie als Test Sys genommen hatten.
Endete damit das man ihnen vorwarf Nvidia Fanboys zu sein da alle ihrer Benchruns mit AMD Karten schlechtere Ergebnisse lieferten als Konkurrenzblätter.

Schuld war aber das P5n-d und Nvidia sprach dann von einem Bug auf dem Board :ugly:
War aber schon seltsam das ausgerechnet die Konkurrenzkarten auf ihren Chipsatz so schlecht liefen :schief:

naja ...danach haben sie nie wieder ein nforce zum benchen und vergleichen benutzt ;)

Gottseidank heute nur noch im Geschichtsbuch zu finden (zumindest kenne ich heute keine Probleme mehr).
Aber coole Info, das wusste ich bisher nicht =).
Lediglich die Kernskalierung bei der Kombination von Intel und Nvidia ist nach wie vor nicht ganz behoben. -> 3DCenter Forum - Auswirkungen von Grafiktreibern auf CPU-Skalierung in Games.
Neulich hat ein PCGH-Redakteur im Forum geschrieben, dass das noch immer gilt. Allerdings finde ich die Stelle nicht mehr.
 
Gottseidank heute nur noch im Geschichtsbuch zu finden (zumindest kenne ich heute keine Probleme mehr).
Aber coole Info, das wusste ich bisher nicht =).

Ich weiß das nur noch da genau das in der ersten PCGH stand die mir gekauft habe :D
War so eine Art Entschuldigung / Erklärung von PCGH zu den seltsamen Benchmarks von ATI / AMD karten
Im Quervergleich mit Ergebnissen anderer Zeitschriften fiel es auf ;)

Ich hatte zu der Zeit auch ein P5n-d und habe versucht das nachzustellen ....erfolgreich.
Alle meine AMD karten lieferten auf meinen P5n-d schlechtere Benchmarkergebnisse ab als mit derselben CPU auf einem andern Chipsatz.
 
Zuletzt bearbeitet:
hihi .....dann macht euch mal die Arbeit und fragt bei PCGH nach was passiert wenn ihr eine AMD Karte auf einen nforce Board habt

Die Erfahrung habe ich auch schon gehabt. Das liegt aber dann am Chipsatz und nicht an Intel. Sowas kannst du auch haben wenn du eine AMD CPU hast -- was ich erlebt hatte.
Hat also nichts mit Intel zu tun sondern liegt nur am NForce Chipsatz.
Kein Wunder dass Nvidia keine Chipsätze mehr macht. :lol:

Ist nen Asrock K10N78 auch nen "nforce-Board"?

Ja ist auch ein NForce Board.
 
Mehr wie 8GB RAM bei Zockermaschinen, das man Ivy / SB CPUs ohne K auch übertakten kann ( Multi für den Turbo festsetzen und ein paar MHz per BLK ) bis auf den Xeon halt.
 
Ich glaube das waren in Benchmarks ca 5-10%
Nicht viel und in Games glaube ich noch nicht mal bemerkbar ....aber genug um Benchmarks zu verfälschen ;)

Irgendwo habe ich sogar noch Ergebnisse liegen mit einem vergleich zu einem P45 mit Q9650 den ich auf beiden Boards mit 4ghz betreiben konnte.
Aber ich blick selber nicht mehr durch meinen Archiv durch da das in den Jahren chaotisch gewachsen ist :ugly::lol:
 
Gute Sache!
Zum fps-Thema: Man könnte noch hinzufügen, dass die meisten Personen Raten ab ca. 30-40fps als "spielbar" (nicht flüssig) bezeichnen. (Hab jetzt keine Quelle.)
 
Eine Sache die ich auch immer wieder sehe ist der Glaube das eine Grafikkarte mit viel Speicher auch schneller ist als eine mit weniger Speicher. :D Erst heute wieder zuhören bekommen :schief:
 
Das Thema FPS und flüssig ist eigentlich viel zu komplex als das einfach mal eben so abzuhaken. Wären es synchrone 24 Bilder in der Sekunde bei 24Hz nimmst du die auch als flüssig und völlig natürlich wahr.

Für Pulldowns, Frameloss, Framedrops, PWM Dimming und Raumbeleuchtung können die FPS ja nichts. Wie gesagt, scheiß komplexes Thema aber das Problem liegt eben nicht an der Anzahl der FPS.
 
Das Thema FPS und flüssig ist eigentlich viel zu komplex als das einfach mal eben so abzuhaken. Wären es synchrone 24 Bilder in der Sekunde bei 24Hz nimmst du die auch als flüssig und völlig natürlich wahr.

Für Pulldowns, Frameloss, Framedrops, PWM Dimming und Raumbeleuchtung können die FPS ja nichts. Wie gesagt, scheiß komplexes Thema aber das Problem liegt eben nicht an der Anzahl der FPS.

24Hz werden als fliessende Bewegung wahrgenommen (auch wenn die Zahl selbst keine feste Grenze ist). Die 24Hz sind vermutlich nur die Zahl, bei der auf der Autobahn die Felgen quasi "stehen bleiben" beim Auto gegenüber.

Fakt ist aber, dass 60fps von 120fps deutlich unterscheidbar sind (auch bei konstanten Framerates). Lediglich Motion Blur kaschiert wenige Frames gut.
 
Eine Sache die ich auch immer wieder sehe ist der Glaube das eine Grafikkarte mit viel Speicher auch schneller ist als eine mit weniger Speicher. :D Erst heute wieder zuhören bekommen :schief:


Und welche läßt sich besser übertakten ?;)
Ich meine des selben Modells

Denn dann ist die mit dem kleineren Speicher letzdendlich die schnellere da sie sich höher takten läßt.

Mythos oder nicht ?

ich will auch mal einen erfinden :D
 
Eine Sache die ich auch immer wieder sehe ist der Glaube das eine Grafikkarte mit viel Speicher auch schneller ist als eine mit weniger Speicher. :D Erst heute wieder zuhören bekommen :schief:

Jupp!
Wenn ich mir erlauben darf, schonmal einen Entwurf zum Absatz zu schreiben:
Je mehr Videospeicher eine Grafikkarte hat, desto besser ist sie.

Bedingt.
Die Größe des Grafikspeichers ist nur insofern interessant, dass er nicht zu klein sein sollte. Für eine Mittelklasse Grafikkarte reicht i.d.R. 1GB bereits aus, in der Unterklasse sollte man eher auf die Art des Speichers (GDDR3 oder GDDR5) achten (bei gleichen Chips). Man sollte bei seiner Entscheidung sich Benchmarks oder Leistungsindexe (die auf Benchmarks beruhen) ansehen, beispielsweise den PCGH-Index. Hier sieht man deutlich, dass VRAM nicht alles ist. (Eine HD7870/2GB wird von einer GTX580/1,5GB deutlich überflügelt.)
Falls man intensive Bildverbesserungsmodi wie Downsampling nutzt, sollte man neben einem schnellen Chip auch auf den VRAM achten. Hier kann er sich durchaus bezahlt machen, da z.B. beim Crysis-Downsampling-Test bei PCGH eine HD7970, die over all langsamer als die GTX680 ist, sie dennoch überholen kann. Hierbei sollte man beachten, dass sich solche Szenarien häufig an der Spielbarkeitsgrenze befinden.
 
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