AW: Wasserkühlung: Mehr Kühlleistung mit höherem Schlauchdurchmesser? Leserbrief der Woche
Also Egon S. fragt sich, hmm wenn ich den Schlauchdurchmesser erweitere, dann steigt signifikant der Durchfluss, warum ist das so und warum soll das keine Vorteile haben?
Die Reibung nimmt zum Quadrat der Strömungsgeschwindigkeit zu, also eine Parabel. Jeder kennt den Steigungsverlauf einer Parabel. Diesen kann man nun einfach mit der mind. Pumpleistung gleichsetzten. Die üblichen Strömungsgeschwindigkeit bewegen sich in Schläuchen(Rohren) < 0,5 m/s und in Kühlern > 0,5 m/s. Wenn man nun z.B 1² setzt dann kommt da keine große Zahl raus. Aber ein 2² oder 3² wird der Sachverhalt immer deutlicher.
Einer weitere Problematik , die Pumpen haben übrigens ein Wirkungsgrad < 50%, es geht eine Menge Abwärme ins Wasser, besonders bei Pumpen mit einem Kunststoffgehäuse.
Dann gilt:
Wärme = Fläche * Wärmeübergangskoeffizient * logarithmische Temperaturdifferenz
1/Wärmeübergangskoeffizient = 1/Wärmedurchgangskoeffizient Wasser + 1/Wärmedurchgangskoeffizient Luft.
Plot der Wärmedurchgangskoeffizienten von Wasser und Luft in Abhängigkeit der Strömungsgeschwindigkeit:
Wasser
http://heattransfer.asmedigitalcoll...rnals/jhtrao/931030/ht_137_01_012601_f017.png
Luft
http://docs.engineeringtoolbox.com/documents/430/air_heat_transfer_coefficient.png
Wie man erkennen kann, geht von der Luftseite nicht viel, setzen wir doch mal konkrete Werte ein:
Wasser 0,5 m/s und Luft mit 5 m/s
1/Wärmeübergangskoeffizient = 1/2800 + 1/28 --> Achtung 1/W... bedeutet Kehrwert.
Wärmeübergangskoeffizient = 27,27
So jetzt verdoppeln wir mal, heißt übrigens vierfache Pumpenleistung bezüglich der Wasserseite
1/Wärmeübergangskoeffizient = 1/4000 + 1/32
Wärmeübergangskoeffizient = 31,75
31,75/27,27 = Steigerung der "Kühlleistung" um 15%, bei vierfacher Pumpenleistung und somit vierfacher Abwärme der Pumpe im Wasserkreislauf. Je nach dem Wirkungsgrad der Pumpe kann hier übrigens nicht mehr von einer effektiven Steigerung sprechen.
So jetzt betrachten wir mal die Wärmebilanz der Kühlkörper:
1/Wärmeübergangskoeffizient = 1/Wärmedurchgangskoeffizient Wasser + Schichtdicke/Wärmleitfähigkeitkoeffizient Materialverbund
Ein CPU erzeugt eine Abwärme von 90 W bei einem Temperaturgradienten von 25K (z.B. Skylake)
Fläche 765 mm² * Faktor ~ 1,5 (Kühler) = 1134 mm²
Wärmeübergangskoeffizient = 3174,6
1/3174,6 = 1/3200 + 0,0016/340
So wenn wir nun wieder die Strömungsgeschwindigkeit vom Wasser verdoppeln, auf 1,6 m/s --> 5000
1/Wärmeübergangskoeffizient = 1/5000 + 0,0016/340
Wärmeübergangskoeffizient = 4885,1 --> 54% Steigerung. Also eine Senkung der CPU Temperatur um 9 K
Diese 9 K müssen aber noch um Abwärme der Pumpe reduziert werden (vierfache Pumpleistung) und 1,6 m/s ist schon eine Hausnummer.