Wie soll das funktionieren? Wenn man Tests und Benchmarks hinter einer Paywall versteckt, wird die Seite vollkommen uninteressant. Vor allem für Leute, die die Tests nicht kennen oder neu sind.
Die wissen ja gar nicht, ob die Tests für sie informativ genug sind oder den preis überhaupt wert sind.
Na und? Das ist beim Heft auch nicht anders. Übrigens konsumieren wir extrem viele Dinge, von denen wir vorher nicht genau wissen, ob sie es "wert" sind...
Die Seite bzw. die Redaktion hat übrigens herzlich wenig von Leuten, die nur hin und wieder mal einen Artikel lesen. Klar, es erzeugt ein paar Klicks für die Werbung. Aber das ist auch nur dann interessant, wenn man sich ausschließlich über Werbung finanziert...
Und selbst wenn man Tests nur teilweise anbietet, so spaltet das die Community. Die leute ohne Abo werden sich weniger oder gar nicht mehr an Diskussionen beteiligen, da sie nicht richtig mitreden können. das wiederum verringert die Seitenaufrufe drastisch, da wohl nur ein kleinerer Teil überhaupt zahlungswillig ist.
Das finde ich nicht schlecht, sondern gut. Ich diskutiere lieber mit Leuten, die sich wirklich interessieren und auch bereit sind, für gute Produkte Geld zu bezahlen. Das schränkt darüber hinaus die Beteiligung von Trollen ein.
Die Seitenaufrufe sind widerum nur wichtig, wenn Werbung wichtig ist. Wenn sich das Geschäftsmodell allerdings in Richtung Onlineabo verschiebt, werden Werbung und damit Klicks immer unwichtiger. Man braucht auch bei weitem nicht so viele "Onlinekunden" wie heute, wenn es ausreichend Onlineabonnenten gibt. Die paar Leute, die dann ohne Bezahlen auf die Seite kommen für die News, die finanzieren praktisch nur noch eben diese News, und nicht die gesamte Onlineredaktion. Die wird hingegen von den Abogebühren bezahlt.
Wenn dann sollte man sich ein Beispiel an Gamestar nehmen. Exklusive Beiträge abseits des üblichen Portfolios für Abogebühren.
Somit bleibt die aktuelle Seite und deren Inhalt unangetastet, die Seite verliert keine User oder Klicks und trotzdem kann man für Zahlende Kunden zusatzinhalte anbieten.
Das würde aber auch mehr Arbeit bedeuten.
Das halte ich genau für den falschen Weg, wieder eine halbseidene Lösung. Denn WENN man eine Onlinelösung macht, dann sollte sie auch maximal(!) attraktiv sein. Wenn ich die attraktivsten Inhalte (sprich Tests, Benchmarks usw) kostenlos zur Verfügung stelle, warum sollte der Kunde dann noch ein Onlineabo eingehen? Das ist imo genau der falsche Weg, der nicht weg von der Werbefinanzierung führt, sondern sie nur minimal entlastet (sprich: man setzt auf ein paar Altruisten, die gerne extra zahlen für "die gute Sache", während die große Masse weiterhin kostenlos konsumiert). Eine Lösung, die das Geschäftsmodell weg von Werbung und hin zu direkter (und fairer und transparenter) Entlohnung führen will, MUSS hingegen praktisch alle attraktiven Inhalte hinter die Paywall setzen und das völlig bewusst und konsequent. Klar verliert man so Kunden und Klicks, aber das ist eine relative Betrachtung. Wenn man ein Onlineabo einführt, dann kann man (nur eine Beispielrechnung, hängt vom genauen Preis ab) locker 10 oder 20 bisherige Onlinekunden durch einen neuen Onlineabonnenten ersetzen. Man braucht also nur noch ein Zehntel oder weniger der Klicks wie bisher. Im Extremfall braucht man überhaupt keine Klicks mehr. Man braucht nur genug Onlineabonnenten, um die Redaktion zu tragen, so wie man heute schon genug Heftabonnenten braucht, um die Redaktion zu tragen. Das Prinzip ist absolut vergleichbar, ja eigentlich identisch.
Ich denke, dass das Internet und vor allem die Mentälität der Leute sich endlich wandeln muss. Das Internet ist kein "kostenloser Raum" und sollte es auch nicht sein. Wir können nicht gleichzeitig immer mehr Qualität von der PCGH verlangen und gleichzeitig nach wie vor kostenlos die Inhalte lesen wollen. Das passt nicht zusammen. Die Gesellschaft an sich muss endlich einsehen, dass digitale Inhalte auch Arbeit erfordern und daher entlohnt werden sollen und müssen. Und Werbung ist dafür nur teilweise geeignet imo. Je hochwertiger die Inhalte sein sollen, desto weniger eignet sich Werbung als Kompensation. Das trifft übrigens imo auch auf alle anderen Medien zu...
Ich denke USA und Deutschland sind da schon sehr verschieden. Sieht man allein schon an YouTube und nur weil es jetzt so in den USA klappt heißt nicht das man es einfach übertragen kann.
Was genau soll ich da an Youtube sehen??? Und was hat das genau mit Onlinejournalismus zu tun?