AW: Verstärker + 2 Standboxen, nur was genau ?
Klar kann man den Bass verstärken durch eine wandnahe Aufstellung - nur habe ich dazu bisher immer gelesen, dass das klanglich nicht vorteilhaft ist. Ich kenne das auch bei einem Freund und schön klingt der Bass da zumindest nicht. Aber sicher, dass damit auch tiefere Frequenzen möglich sind? (ok, wenn man den unteren Frequenzbereich durch die Wandaufstellung anhebt... aber linearer Klang ist es dann nicht mehr.)
Die Wand (und ein Schreibtisch natürlich auch) verstärken den Bass. Wenn man das weiß, dann kann man sich das zunutze machen und die Boxen so abstimmen, dass der Bass recht früh abfällt. Damit erreicht man mithilfe der Wand eine tiefere untere Grenzfrequenz und linearen Verlauf bis dahin - je nachdem sogar tiefer als bei einer von vorne herein linearen Abstimmung mit derselben Box bzw denselben Chassis und freier Aufstellung.
Aber da die meisten Kunden sich schlicht nicht auskennen und vor allem auf - für sich genommen wertlose - untere Grenzfrequenzen oder ähnlich scheinbar einfach zu interpretierende - Messwerte schauen, sind die wenigsten Boxen tatsächlich so abgestimmt. Die klingen an der Wand halt dann so wie bei deinem Freund. Aufgebläht, dröhnig und matschig (zu Versuchszwecken könnte er mal nen Socken in die Bassreflexöffnung stecken, das sollte helfen)
Wenn ich das richtig sehe ist die Wavesub 178 ein Subwoofer? Das wird ja eine Rolle spielen.
Tut es nicht, warum sollte es? Die Physik ist die selbe!
Aber den gesamten Frequenzbereich von Musik abdecken + Pegelfest + wenig Volumen dürfte schwer werden?!
Was neben Volumen auch eine Rolle spielen wird: aktiv oder passiv und Membranfläche - korrekt?
Eines ist klar, bei kleinen Chassis ist pegelmäßig bei der gleichen Frequenz früher Schluss als bei ner größeren. Wobei das auch nicht stimmt, es kommt auf den Hubraum an, nicht auf die Größe der Membran. Das Volumen ist da aber erst mal aussen vor, da ist dann auch der Wirkungsgrad mit beeinflusst. Die Zusammenhänge sind aber nicht mit einigen dürren Sätzen beschrieben, deswegen nimms einfach mal so hin.
Der gesamte Frequenzbereich von Musik ist im übrigen gar nicht so groß wie mancher glaubt. Von einzelnen Ausnahmen abgesehen ist bei rund 35-40Hz ohnehin Schluss mit den meisten Instrumenten. Elektronische Musik geht mitunter weiter runter, aber auch da ist deas was viele als extrem tiefen Bass vermuten in Echt halt ein lauter Bass. Der Bass, den man als Kick spürt ist nämlich auch gar nicht der um 20Hz (den die meisten mangels entsprechender Anlage ohnehin nicht hören können) sondern eher der um 70-80Hz und das kann praktisch jeder ordentliche Box.
Nochmal zum Thema Verstärker: Ja, ich kenne mich mit Verstärkern nicht aus, aber ich bin trotzdem sicher, dass Verstärkerklang ungefähr das Level von Kabelklang hat. Ich habe im Internet auch keine seriöse Information gefunden, dass es Verstärkerklang gibt. Manch einer behauptet, es gibt herstellerspezifisch Klangunterschiede.
Ich lasse mich da gerne aufschlauen.
Lass dich nicht aufschlauen, sondern geh hin und höre!
Ich finde es höchst amüsant, dass es im Netz diverse "Gurus" gibt die sich hinstellen und Klangunterschiede bei aktueller Elektronik einfach so abtun nach dem Motto, die heutige Technik ist so ausgereift, dass alles was man als vermeintlichen Unterschied hört entweder Voodoo oder Sounding ist...
Damit macht man es sich zu leicht! Es gibt bei allen Komponenten einer Anlage einen Einfluss auf das Resultat. Mal mehr mal weniger. Bei Verstärkern habe ich auch noch nicht kapiert wie der nicht vorhandene Einfluss begründet wird?
Klar, die Frequenzgänge sehen bei den meisten Verstärkern mehr oder weniger gleich aus, da gibts allenfalls Unterschiede bei den oberen Grenzfrequenzen - was aber auch nicht ganz unwichtig ist und z.B. für die Impulsantwort eine Rolle spielt.
Aber schon beim Klirr (der ja oft als Zahlenwert mit nem Haufen Nullen angegeben wird) sieht die Welt anders aus, da gibt es sehr wohl signifikante Unterschiede! Zumindest dann, wenn man mal dessen Spektrum, Ordnungen und Lastabhängigkeit betrachtet. Nicht umsonst werden Röhrenverstärker als oftmals angenehmer und echter empfunden. Bei denen ist der Klirr zwar normalerweise recht hoch, aber eben überwiegend harmonisch (geradzahlige Ordnungen), während er bei den Transistorverstärkern bei insgesamt niedrigerem Klirr für gewöhnlich die ungeraden Ordnungen dominieren. Das misst sich besser, klingt aber nicht unbedingt.
Wenn man die heutigen Verstärker ansieht und mit denen von vor 20 Jahren vergleicht, dann fällt einem auf, dass die Messwerte mitunter etwas schlechter sind, der Klang aber eher besser. Einer der Gründe ist es, dass heute meist nicht mehr auf eine starke Gegenkopplung gesetzt wird, die zwar die Messwerte scheinbar verbessert, aber eben auch zuungunsten des Klangs. Es gilt das selbe wie bei den Lautsprechern, mit der Betrachtung einiger Messwerte wird man dem Thema Klang nicht gerecht. Es muss das Richtige gemessen werden und dann muss man es eben auch interpretieren können. Wobei das bei Verstärkern nicht so einfach ist.
Auch das ist ein komplexes Thema, dem nicht mit ein paar Sätzen bei zu kommen ist. Aber ganz klar, es gibt Unterschiede und die kann man anhören.