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Urheberrechtsreform kommt: Bundesregierung einigt sich auf Gesetzesentwurf

PCGH-Redaktion

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Die Bundesregierung hat den Gesetzesentwurf für die Urheberrechtsreform vorgelegt, die von der EU gefordert wird. Der deutsche Entwurf ist dabei strenger als nötig; Experten erwarten gerichtliche Auseinandersetzungen. Wirklich glücklich scheint niemand zu sein, außer den Regierungsparteien, die nun nach langem Ringen um einen Kompromiss ein Ergebnis vorweisen können.

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Cobar

Software-Overclocker(in)
Na, wenn das mal kein Zufall ist, dass hier die Vorlage genau dann kommt, wenn keiner raus kann, um zu demonstrieren...
Es ist wirklich immer das gleiche. Keiner ist damit glücklich außer den großen Verlagen und den gut bezahlten Politikern, die vor diesen buckeln.
Klar sollte nicht alles einfach kostenlos verfügbar sein, wenn andere Leute dafür arbeiten, sie wollen schließlich auch bezahlt werden, aber hier wieder bei weitem strengere Regeln machen zu müssen als gefordert, ist wieder so ein typisch deutsches Beispiel für unsere Politiker, die von nichts eine Ahnung haben, aber Gesetze dazu durchwinken wollen. Zum Glück gab es ja auch keine Demonstrationen im Vorfeld, um vor der EU Abstimmung überhaupt erst zu zeigen, wie viele Leute dagegen sind. Das waren alles nur Bots...

Bin ja mal gespannt, wie das umgesetzt wird. Uploadfilter werden es ja sicherlich nicht werden, denn die will ja auch die Politik nicht...
Wie es dann gemacht wird, kann sich dann wieder jeder selbst überlegen (*hust* Uploadfilter als Sicherheit für die Webseitenbetreiber *hust*). Die Politiker sind ja raus aus der Überlegung, sobald sie das Gesetz verabschiedet haben.

Ähnliche Grütze wie mit der DSGVO, bei denen die Politik auch nicht sagen konnte, wie es denn letztendlich genau sein soll, so dass jeder erstmal ausprobieren durfte und warten musste, bis die ersten Anzeigen (hoffentlich nicht bei sich selbst) kamen, um sich dann Stück für Stück vorzutasten.
 

Bluebird

Software-Overclocker(in)
und du meinst, dass andere Parteien das ernsthaft anders machen würden, wenn sie an der Macht sind?
Ich habe mein Vertrauen in solches Denken schon lange verloren.
und trotzdem wer gar nicht wählt , kann die Fresse gleich halten ...
Die Macht muss eben so zersplittert werden bis es geht und ja das schließt eine AfD nicht aus, so nun möge das Digitale Stigmatisieren beginnen , denn er hat Jehova gesagt !
 

Cobar

Software-Overclocker(in)
und trotzdem wer gar nicht wählt , kann die Fresse gleich halten ...
Netter Ton, den du da anschlägst :ugly:

Die Macht muss eben so zersplittert werden bis es geht und ja das schließt eine AfD nicht aus, so nun möge das Digitale Stigmatisieren beginnen , denn er hat Jehova gesagt !
Wie gesagt, ich denke nicht, dass eine andere Partei das anders handhaben würde (auch eine AfD nicht).
 
Zuletzt bearbeitet:

hrIntelNvidia

Software-Overclocker(in)
und du meinst, dass andere Parteien das ernsthaft anders machen würden, wenn sie an der Macht sind?
Das weiß ich nicht...aber wenn immer die gleichen an die Macht kommen, werden wir es nie herausfinden...

Ich habe mein Vertrauen in solches Denken schon lange verloren.
Sehr schade...
und trotzdem wer gar nicht wählt , kann die Fresse gleich halten ...
Wer wählen geht, ändert in Deutschland halt auch nix. Nur 3 Beispiele die mir dabei sofort einfallen.

Landtagswahlen in Hessen 2008
- Gewählt wurde rot-rot. CDU nagelt die SPD auf früheres Wahlversprechen (kein rot-rot) fest.
Und Frau Ypsilanti (SPD) hat wegen dieser lächerlichkeit (die CDU hat bisher ja JEDES Wahlversprechen
gehalten :rollen:) nachgegeben. --> Neuwahl!

Landtagswahlen in Sachsen 2019
- Gewählt wurde eine konservative Mehrheit aus CDU + AFD. Was hat der Wähler bekommen?
Genau das was er NICHT gewählt hat: Eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung. Und das ganze
weil die CDU wieder Kindergarten gespielt hat und mit der AFD nicht koalieren wollte. Das nenne
ich absoluten Respekt vor dem Wählerwillen und absolutes Demokratieverständnis. :wall:

Wahl des Ministerpräsidentenwahl 2020 in Thüringen:
- Ein legitim gewählter Ministerpräsident wird von der Kanzlerin zum Rücktritt gedrängt und von links genötigt und
bedroht, bis dieser tatsächlich zurücktritt. --> Neuwahl

Die Macht muss eben so zersplittert werden bis es geht und ja das schließt eine AfD nicht aus, so nun möge das Digitale Stigmatisieren beginnen , denn er hat Jehova gesagt !
Das Problem sind doch wir selbst, weil wir immer die gleichen Individuen in die politischen Organe wählen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Oberst Klink

Lötkolbengott/-göttin
Wieder ein Grund weniger für CDU/CSU + SPD zu stimmen...
Glaubst du die Grünen oder Linken wären dagegen? Genau so wenig die FDP, die auch nur noch ein linksliberaler Witz ist.

Es gibt in Deutschland einfach keine wählbare Partei die wirklich dagegen ist.

Dieses Gesetz zeigt einfach wieder eindrucksvoll, dass das Internet in Deutschland und der EU noch Neuland ist. Es wurde von weltfremden und inkompetenten Laien entworfen und ist unvereinbar mit der Neutralität und Funktionswiese des Internets. Eigentlich ja nichts Neues, das kennt man ja von der EU. Das ist ja die politische Müllhalde für Politiker. Diejenigen, die selbst in der nationalen Politik verkackt haben, werden dort abgeladen, siehe von der Leyen und Oettinger.
 

Locutosz

Kabelverknoter(in)
Als nächstes verbieten die einem noch das atmen....apropo atmen, wer kann eigendlich mit einer FFP2 Maske atmen? :wall:
Ich bin ja dafür das ein Künstler von seiner Arbeit leben können muß, aber welcher Künstler lebt 70 Jahre nach seinem künstlerischen Werk weiter? Das war doch höchstens der Hesters.
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Als nächstes verbieten die einem noch das atmen....apropo atmen, wer kann eigendlich mit einer FFP2 Maske atmen? :wall:
Wenn man die Luft nicht dafür verschwendet, Unsinn zu erzählen, dann geht's. :D

Ich bin ja dafür das ein Künstler von seiner Arbeit leben können muß, aber welcher Künstler lebt 70 Jahre nach seinem künstlerischen Werk weiter? Das war doch höchstens der Hesters.
Derzeit gilt die Regelschutzfrist bis 70 Jahren nach dem Ableben des Künstlers erlöschen. Nicht nach Schöpfungsdatum des Werks.

Der Grund dafür ist ganz einfach: Wenn du - sagen wir mal - ein Haus baust, möchtest du ja auch nicht, dass nach deinem Ableben jeder einziehen darf, sondern es soll vermutlich noch deinen Erben zur Verfügung stehen.
Der Unterschied ist der, dass es beim Haus gar kein Verfallsdatum gibt, während man sich beim nichtkörperlichen Wert auf eines geeinigt hat.


Mein Problem mit dem Urheberrecht liegt übrigens eher darin, dass Rechteverwerter dadurch stärker geschützt werden, selbst wenn sie nicht der eigentliche Urheber sind.
Ansonsten finde ich die Kritik am UrhG aber überzogen und stelle immer wieder fest, dass diese i.d.R. aus der Ecke kommt, die selbst nie etwas geschaffen haben, welches unter das Urheberrecht fallen würde.

Was man braucht ist eine gescheite Fair-Use-Regel und/oder, wenn man's wirklich vereinfachen will, eine Abgabe, aus der dann die Ansprüche des Urhebers entsprechend der nonkommerziellen (!) Nutzung seines Werk bedient werden. Ansonsten kann eigentlich alles so bleiben.
 

h_tobi

Lötkolbengott/-göttin
Wieder ein Schritt mehr zum Untergang....

Wird genau so enden, wie bei der DSGVO, am Ende schert sich keiner drum,
nur der kleine Depp von Bürger wird voll in die Verantwortung genommen...

Ansonsten wären Google, FB & Co. schon längst Geschichte...
 

TheComedian18

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Landtagswahlen in Sachsen 2019
- Gewählt wurde eine konservative Mehrheit aus CDU + AFD. Was hat der Wähler bekommen?
Genau das was er NICHT gewählt hat: Eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung. Und das ganze
weil die CDU wieder Kindergarten gespielt hat und mit der AFD nicht koalieren wollte. Das nenne
ich absoluten Respekt vor dem Wählerwillen und absolutes Demokratieverständnis. :wall:
In Sachsen regiert doch keine rot-rot-grüne Minderheitsregierung, sondern eine Schwarz-Rot-Grüne Mehrheitsregierung und der Wählerwille wird doch mit einer überwältigenden Mehrheit berücksichtigt.

Darüber hinaus wählt man in Deutschland eben die Partei (oder je nachdem einen Kandidaten) und nicht die Wunschkoalition, alles was danach kommt, liegt nicht mehr in der Hand des Wählers, so ist das halt bei uns und wer sich damit nicht abfinden kann, sollte selbst sein "Demokratieverständnis" überdenken.

---

Wie soll das mit dem Uploadfilter denn eigentlich funktionieren? Das wird ja so im Detail nirgendwo verraten. Aus berechtigtem Grund wohl...
 

yingtao

Software-Overclocker(in)
Gab es nicht vor kurzem eine Meldung zu einer ersten Studie aus Australien wo Google testweise einfach die Werbung für australische Zeitungen und Unternehmen aus deren Apps und seiten genommen hat, weil die australische Regierung eine ähnliche Urheberrechtsreform umsetzen will. Die Testphase war glaube ich 3 Monate, die australischen Zeitungen hatten ich meine um die 80% weniger Klicks und australische Onlinehändler um die 30% weniger Klicks.

Was die Verleger einfach nicht kapieren ist das die kurzen Schnipsel auf Google usw. Werbung für deren Seite ist. Ich habe so viele Nachrichtenseiten schon in der Google App blockiert, weil man deren Artikel nur noch mit Abo lesen kann. Mit so einem aggressiven Vorgehen gegen die Leser vergrault man die Leser und Google hat bereits angekündigt dass wenn die Urheberrechtsreform kommt, sich Verleger in die Google App einkaufen können damit deren Artikel in der App erscheinen. Anstatt wie aktuell kostenlos in der App gelistet und beworben zu werden, müssen die Verleger dann zahlen. In Australien sind vor allem die großen Verleger die vorher für die Reform waren plötzlich dagegen, weil die in der kurzen Testphase gesehen haben das sie Geld verlieren werden.

In Deutschland und der EU wird es nicht anders aussehen und da Plattformbetreiber auch in Rechenschafft gezogen werden können, wird sehr viel aus Angst dass das Urhebrrecht verletzt wird, pauschal geblockt werden.
 

hrIntelNvidia

Software-Overclocker(in)
Darüber hinaus wählt man in Deutschland eben die Partei (oder je nachdem einen Kandidaten) und nicht die Wunschkoalition, alles was danach kommt, liegt nicht mehr in der Hand des Wählers, so ist das halt bei uns und wer sich damit nicht abfinden kann, sollte selbst sein "Demokratieverständnis" überdenken.
Und genau dass hat mit „Volksherrschaft“ wenig zu tun. Eine wahre, lebendige Demokratie gibt dem Volk möglichst viel Mitspracherecht, gibt den Menschen eine Wahl bei bedeutenden Themen wie es zum Beispiel in der Schweiz möglich ist. DAS ist Demokratie. Alle 4 Jahre ein Kreuzchen zu machen und sonst nur akzeptieren / schlucken zu müssen, ist es nicht. Nicht umsonst ist die Gruppe der Nichtwähler / politisch frustrierter mit die, wenn nicht zwischenzeitlich sogar die größte „Wählergruppe“. Weil sie genauso wie du argumentieren „So ist es halt bei uns“ (und es ist halt nicht änderbar).
 
Zuletzt bearbeitet:

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Muß dann z.B. YouTube alle inoffziellen Videos löschen wo keine Linzenzen für bezahlt wurden?
Also die ganzen Videos welche nicht von den Künstlern, Studios und Verlägen eingestellt wurden?
Es gibt dort ja viele Videos welche urheberrechtlich geschütze Musik verwenden. Oder Filmmaterial.
 
Zuletzt bearbeitet:

Mahoy

Volt-Modder(in)
Was die Verleger einfach nicht kapieren ist das die kurzen Schnipsel auf Google usw. Werbung für deren Seite ist
Das begreifen sie durchaus. Sie sehen aber nicht nur, was sie dadurch verdienen, dass Google die Schnipsel zitiert, sondern auch, was Google damit verdient, die Schnipsel zu zitieren. Und von dem Kuchen wollen sie etwas abhaben. Kurz gesagt, die Verlage haben keinerlei Interesse daran, dass Google das Zitieren unterlässt. Sie möchten es vergütet haben.
Und das ist nicht ganz unberechtigt, denn sie investieren in die mal mehr, mal weniger aufwändige Erstellung des Content, während Google diesen lediglich durch automatische Systeme akkumuliert, auch wenn dadurch wiederum eine höhere Reichweite entsteht.
Nur mit einem nicht klar bezifferbaren Werbeeffekt ist diese Diskrepanz nicht ausgeglichen. Oder - der Argumentation folgend - schaltet Google im Gegenzug Anzeigen der Verlage kostenlos, weil sie von deren Content profitieren?
Wohlgemerkt, es geht mir nicht darum, dass eine Seite böse und die andere Seite gut wäre. Aber die Zeiten haben sich geändert, also muss man die Verwertungsmodelle anpassen. Dafür muss letzlich jeder etwas zurückstecken und über kurz oder lang werden sie das auch - aber bevor es eine Lösung gibt, steigen natürlich alle mit ihren jeweiligen Maximalforderungen ein, damit sie noch Spielraum zum Nachgeben haben.
Dass die Politik da als eigentlich zuständiger Vermittler von Interessen zumeist sachlich und technisch unbeholfen agiert, trägt allerdings nicht gerade dazu bei, dass eine schnelle Lösung gefunden wird.

Uploadfilter sind noch mal ein Kapitel für sich. Wie das allein technisch und/oder logistisch realisierbar sein soll, steht in den Sternen, von den sich daraus ergebenden inhaltlichen und rechtlichen Kollisionen ganz zu schweigen. Und das Ganze dann noch in einem globalen Medium, für dessen Teilnehmer sehr unterschiedliche Rechtsgrundlagen gelten ...
 

DarkWing13

Software-Overclocker(in)
Lernen und weinen...
Ein Gesetz von den Medien für die Medien...
Ein deutsches (!) Gesetz weit über den Vorgaben der EU...da hat sich die Lobby-Arbeit mal wieder, im wahrsten Sinne des Wortes, bezahlt gemacht... ;)

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Xzellenz

Software-Overclocker(in)
Dieses Gesetz zeigt einfach wieder eindrucksvoll, dass das Internet in Deutschland und der EU noch Neuland ist. Es wurde von weltfremden und inkompetenten Laien entworfen und ist unvereinbar mit der Neutralität und Funktionswiese des Internets. Eigentlich ja nichts Neues, das kennt man ja von der EU. Das ist ja die politische Müllhalde für Politiker. Diejenigen, die selbst in der nationalen Politik verkackt haben, werden dort abgeladen, siehe von der Leyen und Oettinger.
Diese Aussage ist so nicht ganz richtig. Das ist purer Lobbyismus. Politiker sind nicht solche Dummköpfe, für die wir sie immer halten, weil wir deren Verhalten nicht nachvollziehen können. Also der Otto-Normal-Bürger nicht. Politiker sind aber nicht gewählt um die Menschen zu vertreten, sondern sie dienen sich selbst und Lobby-Interessen. Wenn man das nicht kapiert hat, erscheint einem deren Handlungsweise als total inkompetent. Das ist der ganze Plot twist an der Sache. Wie tief das reicht, nun, dass kann jeder selber recherchieren.

Was wird die Folge davon sein? Alles verlagert sich weiter in die Illegalität. Aber hoffen wir mal, dass die Polen sich vor dem EUGh durchsetzen. Demonstrationen dagegen werden nichts bringen. Die Anmeldungen werden aufgrund von cORonA ganz schnell kassiert werden. Willkommen in der DDR 2.0 :)
 

Locutosz

Kabelverknoter(in)
Wenn man die Luft nicht dafür verschwendet, Unsinn zu erzählen, dann geht's. :D


Derzeit gilt die Regelschutzfrist bis 70 Jahren nach dem Ableben des Künstlers erlöschen. Nicht nach Schöpfungsdatum des Werks.

Der Grund dafür ist ganz einfach: Wenn du - sagen wir mal - ein Haus baust, möchtest du ja auch nicht, dass nach deinem Ableben jeder einziehen darf, sondern es soll vermutlich noch deinen Erben zur Verfügung stehen.
Der Unterschied ist der, dass es beim Haus gar kein Verfallsdatum gibt, während man sich beim nichtkörperlichen Wert auf eines geeinigt hat.
Schlechter Vergleich mit dem Haus. Das Haus wurde einmalig bezahlt und gut ist. Der Künstler will für sein "Haus" mehrmals den Kaufpreis eintreiben und das noch über den Tod hinaus. Eigendlich baut sich der Künstler ja kein Haus, sondern eine Gelddruckmaschine. :devil: Und warum sollen die Urenkel noch davon Leben können. Die sollen sich Ihre Brötchen gefälligst selber verdienen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Mahoy

Volt-Modder(in)
Schlechter Vergleich mit dem Haus. Das Haus wurde einmalig bezahlt und gut ist. Der Künstler will für sein "Haus" mehrmals den Kaufpreis eintreiben und das noch über den Tod hinaus. Eigendlich baut sich der Künstler ja kein Haus, sondern eine Gelddruckmaschine. :devil:
Nein, das stimmt nicht. Das Haus ist für dich, nachdem du es Werte investiert hast (Geld, Arbeit, was auch immer ...) für dich so lange verwertbar, wie es steht. Du kannst es nutzen oder vermieten und deine Nachfahren können es ebenfalls weiter nutzen oder vermieten. Aber niemand kommt an und sagt: "Hör mal zu, nun reicht es aber, der Erbauer ist 70 Jahre tot, jetzt gehört die Hütte der Allgemeinheit!" :D

ABER: Es ist durchaus sinnvoll, insbesondere nicht körperliche Werken ein künstliches Ablaufdatum zu geben, denn im Gegensatz zu einem Haus altern sie nicht physisch und es muss auch nicht im selben Umfang Arbeit reingesteckt werden, damit der Wert über die Jahre erhalten bleibt.
Kunstwerke altern natürlich auch, sie kommen außer Mode, sind weniger interessant und damit weniger verwertbar. Wie viele Romane, Lieder, Filme kennst du, die tatsächlich nach Jahren noch Reibach machen? Und wie viele Künstler, die von einem Werk oder einer Handvoll Werke leben können? Klar, es gibt Evergreens und berühmte Bücher, die ihren Schöpfern oder deren Erben immer noch Tantiemen bringen - ebenso wie es Leute gibt, die immer noch das Haus bewohnen vermieten, dass Opa gekauft oder gebaut hat.
Die meisten machen aber nur kurz Gewinn, so lange ihr Werk neu und aufregend und angesagt ist oder gerade mal im Trend liegt, der Rest der Schutzfrist ist eher theoretisch.

Wenn du lieber ein anderer Beispiel haben willst, dann nimm ein beliebiges rein körperliches Produkt.
Das kannst du als Schöpfer zwar auch nur genau einmal verkaufen, aber dafür existiert es auch nur einmal und wenn es noch jemand anders haben will, muss er ein weiteres Exemplar ebenfalls von dir beziehen.
Nichtkörperliche Werke können jedoch dupliziert und die Nachfrage somit gedeckt werden, ohne dass der Schöpfer etwas davon hätte.

Ansonsten ist das simple Logik: Wenn dir ein nichtkörperliches Werk den Schutz nicht wert ist, interessiert es dich auch nicht und es kann's dir ja egal sein, wer wie lange die Rechte daran hat. Wenn es dich interessiert, hat es einen Wert und der darf/muss dann auch geschützt sein.

Wie schon gesagt, das Problem ist nicht die Dauer der Schutzfrist, sondern die Definition sinnvoller Ausnahmen einer nichtkommerziellen Nutzung innerhalb dieser Frist. Aber auch hier kann man nicht sagen, dass pauschal alles für die nichtkommerzielle Nutzung gemeinfrei sein kann, denn wenn ich ein Werk ohne Gewinnabsicht vervielfältige und verbreite, schmälert das ja trotzdem die Einnahmen des Künstlers.
Und auch das ist logisch, denn wenn du ein Haus besitzt, interessiert es dich ja auch nicht, wenn Hausbesetzer keine kommerzielle Nutzung beabsichtigen. Und wenn dir jemand ein körperliches Gut entwendet, bevor du es verkaufen kannst, hast du ebenfalls den Schaden, auch wenn der Dieb es anschließend verschenkt und nicht selbst verkauft.
Sprich, trotz aller wesentlichen Unterschiede zwischen körperlichen und nichtkörperlichen Gütern gibt es doch starke Gemeinsamkeiten, welchen Schutz die Schöpfer erwarten dürfen.

Grundsätzlich: Die Zeiten ändern sich. Wer früher einen Roman oder ein Lied nutzen wollte, ohne die Rechte daran zu besitzen, musste erhebliche Arbeit investieren. Heute kann man nahezu alles mit minimalem Aufwand digitalisieren und dann beliebig vervielfältigen. Dem muss der Schutz Rechnung tragen und vielleicht ist es sogar Zeit für ein grundsätzlich anderes Modell.
Vor langer Zeit gab es keinen Urheberschutz, aber da wurden Künstler auch von vermögenden Mäzenen ausgehalten, damit sie tätig sein können. Sprich, das Werk war quasi bereits "bezahlt", bevor es fertig war. Der Mäzen kam dafür als erster in den Genuss und später, wenn alle etwas davon hatten, konnte er sich damit rühmen, es ermöglicht zu haben. Heute gibt es nicht mehr so wahnsinnig viele stinkreiche Gönner, aber einen viel größeren Bedarf der breiten Bevölkerung an nichtkörperlichen Werken. Eventuell wäre es also sinnvoll, wenn die Gesellschaft zukünftig als Mäzen auftritt.
 
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