Ungerade Bildraten: Filmemacher wollen 23,976 fps abschaffen

Sehr schönes Beispiel warum 23,xxx Fps besser sein können als 60Fps: Der Trick ist das leichte Verschwimmen der Details bei klassischen Filmaufnahmen bzw. das Reinrechnen von Unschärfe bei Digitalzeug. Die Abläufe werden dann als fließend wahrgenommen, ohne dass der Soap-Opera-Effekt eintritt.
Wenn man die Unschärfe oder die Notlösung der Zwischenbildberechnung weglässt, hat man das, was wir auch aus der Spielewelt kennen: Jede abrupte Bewegung wirkt stockend wegen zu weniger Bildinformationen(quasi springen der Objekte von einem Bild zum nächsten) und dadurch unnatürlich und unangenehm. Ungleichmäßige Bildrate hat einen vergleichbaren Effekt; es wirkt unwirklich weil schon geringfügige Bewegungsabläufe haken.

Bewegungsunschärfe gibt es immer, egal mit welcher Framerate gefilmt wird. Bei 24 Fps hat man eben 2,5 mal soviel Schmier in einem Frame, wie bei 60 Fps, weil letzteres die gleiche Bewegung auf 60 leicht unscharfe Frames aufteilt. Das Problem ist, dass unser Hirn zwar zu lahm ist, um mehr als 25 Vollbilder pro Sekunde komplett auszuwerten, sodass es aus "X ist nicht mehr an A, sondern an B" schnell ein "X hat sich von A nach B bewegt" macht, aber es nimmt sehr wohl noch Teile der Bildschärfe war und wemm X ein Blur von A bis B ist, entspricht das nicht dem natürlichem Sehen. Komplett geht 24-Fps-Film unter, sobald wir nicht mehr fix auf einen Punkt starren, sondern Objekten mit dem Auge folgen. Dann ist die Relativbewgung nämlich nahe null und natürliches Sehen würde ein scharfes Bild des sich bewegenden Objektes liefern, während das Kino immer noch Blur auf die Leinwand wirft.
 
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Die Leute fangen in dem hier angesprochenen Zusammenhang an zu schimpfen weil sich die Technologie der Bilddarstellung auf dem TV grundlegend verändert hat. Geruckel bei 24p gibt es ja auch erst, seit dem die Menschen keine Röhre mehr zu Hause haben. Die anfängliche verkauften LCD Geräte mit ausschließlich 60hz führten schnell zu großem Geschrei weil wir das 3:2 pulldown nicht gewöhnt waren.
Zu Röhrenzeiten gab es schlicht kein 24p. Alles wurde bei PAL auf 50hz gezogen. Filme auf DVD liefen schneller als das amerikanische Original weil es zu PAL nicht kompatibel war.
Mit den LCDs und deren "Standbildern" fing das "Ruckeln" an.
Mir ist es egal wie und warum. Bekommt man das Ruckeln mit echten 60fps weg und verliert den Filmlook dabei nicht, bin ich dabei. Sieht ein Film aus wie Nachrichten bin ich raus. Die Zwischenbildberechnung ist auf jeden Fall keine Lösung.

Hier geht es eh nur darum von 23.xy FPS auf standardisierten 24fps zu gehen. Und das ist vernünftig.

Es gab auch mal einen Aufschrei einiger Regisseure, dass die Bildverschlimmbesserer bei TV Geräten in den Voreinstellungen abgeschaltet werden. Zurecht wie ich finde.

Ja, du hast ihn falsch verstanden. Lies nochmal komplett. Es geht nicht um die 0,024fps weil es "mehr" ist.
Man kann nicht 60 FPS und "kein Nachrichtenlook" haben. Der Stil der Filme entsteht eben dadurch dass die Kameralinse für eine gewisse Zeit offen ist, dadurch alle Information auf den Film gebrannt wird und Bewegungsunschärfe entsteht (oder via CGI emuliert wird).
Gerade wer einen 48 FPS Film gesehen hat wird feststellen dass Actionszenen künstlich wirken da mehr Informationen dargestellt sind vs. was das Gehirn interpretiert.

Und, für alle: 60 FPS != 60 Hz.
Wenn der Monitor/Beamer/... das Bild alle 60, 100, 144, ... mal pro Sekunde (Hz = 1/s) aktualisiert hat das mit der Framerate kaum etwas zu tun.
Spiele mit zB 24 FPS ruckeln deshalb, weil man 24 volle, scharfe Bilder zu sehen bekommt. In der Realität hat das Auge so gut wie nie ein scharfes Bild da es auch 1/25s Aufnahmen an das Gehirn sendet.

24 Bilder pro Sekunde (FPS) machen meiner Meinung nach im Film weiterhin Sinn. Höhere Framerates sind bei Dokumentationen sicher sinnvoll, im Schauspiel eher weniger.
 
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