AW: [Umfrage] Homo-Ehe - Dafür oder dagegen?
Werte und Tradition

Wo? Bei der Kirche?
Also Tradition kann man der nun wirklich nicht absprechen.
Die Frage ist nur wo da der Fortschritt und die Evolution ist? Steigern wir durch diese geschaffene Möglichkeit unsere niedrigen Geburtenraten, oder hat es in irgend einer anderen Weise einen zweckdienlichen Vorteil für die Gesellschaft als solches?
Etwas altes wird sukzessives von etwas neuem abgelöst, was sich im Schnitt erfolgreicher verbreitet
= Evolution.
Ob man das als Fortschritt empfindet, ist eine Frage der Perspektive. Als Anhänger der alten Konstrukte, die verlieren, vermutlich nicht.
(Ich dagegen z.B. würde in einem Land mit einer Bevölkerungsdichte >200 Ew/km² und einem Ressourcenverbrauch, der das 2,5-3 fache des eigenen Aufkommens entspricht, eine Anhebung der Geburtenrate als klar negativ bezeichnen und befürchte umgekehrt, dass eine Verbesserung der Adoptionsbedingungen für weitere Paare bei anhaltender Öffnung der Gesellschaft für künstliche Befruchtung bis hin zur Leihmutter sehr wohl einen minimalen Anstieg der Geburtenrate zur Folge haben könnte.)
Nein? Dann ist es keine Evolution, sondern eine Mutation, keine bösartige, aber auch keine die einen Vorteil / Fortschritt gegenüber dem Status Quo bringt und somit unter evolutionere Veränderung fallen würde.
Evolution ist kein Widerspruch zu Mutation, sondern das Ergebnis von Mutation, Reproduktion und Selektion...
Ich mache es kurz:
In allen 3 großen monotheistischen Religionen ist die Ehe nur für Männer mit Frauen und umgekehrt vorgesehen. Findet man an einer dieser gefallen, somit steht es außer Frage, weil es Gottes Gesetz ist. Ein fundamentaler, ewig gültiger Wert! (Ich möchte hier jetzt nicht auf den Käse eingehen, den machtpolitische Institutionen, wie es sie innerhalb dieser Religionen gibt, auf manipulative Weise fabrizieren, sondern es davon unabhängig betrachten)
Gehe ich nicht von der Existenz Gottes aus, gibt es keinen Grund daran festzuhalten.
Ungeachtet der Tatsache, dass ich den Versuch einer rationalen Diskussion auch für vergeblich halte, wenn bereits von "Werten" als Selbstzweck die Rede war:
Was bitte schön hat die Erkenntnis, dass alle abrahamitischen Religionen Gemeinsamkeiten aufweisen, für eine Bedeutung für dieses Thema
Die Demokratie stößt bereits vielerorts an ihre Grenzen und ist weit nicht so wettbewerbsfähig wie manch andere Herrschaftsform.
Sie ist eine der/die jüngste Herrschaftsform überhaupt und zugleich die formell am weitesten verbreitesteste. Das klingt jetzt nicht so nach erfolgreicheren Mitbewerbern...
Globale Geburtenzahlen interessieren aber bei einer lokalen Betrachtung nicht und ändern nichts an der Kernaussage des Statements das es für die Gesellschaft keinen Nutzen hat das homosexuelle Paare heiraten können. Diese ziehen daraus maximal einen persöhnlichen Nutzen, aber keinen der für die Gesellschaft zweckdienlich wäre.
Stimmt. Aber was für einen gesellschaftlichen Nutzen hat die Trauung denn bitte schön bei heterosexuellen Paaren? Weniger Steuereinnahmen, komplexere Steuerprüfungen, zusätzlicher bürokratischer Aufwand und in zu vielen Fällen Gerichtsverfahren ein paar Jahre später sind wohl kaum von Nutzen für den Rest der Bevölkerung. Und die paar Arbeitsplätze in den rein Hochzeits-/Scheidungs-bezogenen Berufen würde ich auch nicht gerade als produktiv und Werte-schaffend bezeichnen.
Fazit: Etwas gesellschaftlich nutzloses wird kein Bisschen nützlicher, nur weil man es Homosexuelle machen lässt.
Fortschritt ist NICHT den Bund der Ehe durch irgendwelche verquere "jeder macht halt was er will" Vorstellungen zu verramschen. Wo wir wieder beim Thema "Hip" wären.
Fortschritt ist NICHT möglich, wenn man sich in starren Konzepten einsperren lässt. Z.B. wenn man nur nach kirchlichen Vorgaben denkt. Und das betrifft auch gesellschaftlichen Fortschritt, nicht nur technischen - der der einzige zu sein scheint, den du kennst, wenn man nach deinen Beispielen urteilt.
Wem Traditionen zum Selbstzweck suspekt sind (gerade auch den erwähnten Atheisten, zu denen ich im Grunde auch zähle), rate ich das nächste Weihnachten mal zur Abwechslung arbeiten zu gehen und zwar auch am 25. und 26. Na, immer noch "dumm"?
Ich gehe gerne am 25. und 26.12. arbeiten, wenn ich dafür am 25. und 26.6. die Sonne genießen kann...
Aber dummerweise habe ich diese Wahl gar nicht erst, weil Traditionalisten mir in Deutschland vorschreiben, wie ich meine Lebenszeit einteile.
Nein ich sage nicht das 77% der Menschen per se Idioten sind, sondern das 77% der Menschen 23% der Menschheit kognitiv hinterher hinken und die Menschheit deshalb hinter ihren Möglichkeiten und weit zurück bleibt.
Protipp: Innerhalb einer Definition hinken 99,999% der Menschen kognitiv hinter 0,001% der Menschen hinterher. Aber das sagt rein gar nichts über Fortschritte aus.
Geht aber dennoch in die gleiche Richtung: Wir sprechen hier von Werten die immer mehr verwahrlosen weil niemand mehr weiss wo sie eigentlich her kommen und was sie für uns bedeuten.
Wenn man nicht einmal mehr weiß, die niemand kennt, dann weiß man wohl sehr was sie einem bedeuten:
Rein gar nichts.
Und das offensichtlich ohne Nach- bzw. sogar mit klaren Vorteilen.
Das ist übrigens auch einer der Gründe warum der Islam z.B. immer mehr an Einfluss gewinnt, weil er eben NICHT vollkommen von liberalem Gewäsch verwässert ist (nicht das ich mit dieser Religion sympathisieren würde).
""DER"" Islam ist genauso in verwässerter Form zu haben. Gehe in eine x-beliebige Disco, suche nach den Klischee-Merkmalen potentielle Muslime heraus und frage a) was sie da trinken, b) was ihre Religion ist. Du wirst jede Menge finden, die gerade ein religiöses Alkoholverbot brechen...
Was auf dem Vormarsch ist (bzw. was sich zu einem Sammelbecken der restlichen Gläubigen entwickelt), ist religiöser Extremismus. Und dabei ist die Grundlage vollkommen egal, im Vergleich zu den Islamisten sind die Evangelikalen in den USA sogar erfolgreicher, von den strenggläubigen Orthodoxen in Israel ganz zu schweigen und selbst in Russland tritt die Ostkirche immer stärker auf. (Asien kann ich nicht beurteilen - habe aber den Eindruck, dass sich die Meldungen über radikalere buddhistische und hinduistische Gruppierungen auch häufen.)
Wenn man sich Gesamtstatistiken anguckt, steht diesem Trend aber ein noch viel stärkerer zum (quasi-)Atheismus gegenüber. Religiöser Liberalismus ist eindeutig auf dem Vormarsch, auch wenn die verbleibenden, weniger werdenden Gläubigen immer radikaler werden. (Oder zu werden scheinen - möglicherweise ein Artefakt, wenn nur noch Fundamentalisten übrig bleiben, die auf einmal alleine stehend viel stärker auffallen, als in einer großen, gemäßigten Glaubensgemeinschaft.)