Ich bin da eher bei ihm, denn auch ich sehe es als problematisch an, wenn eine Einzelperson jungen Menschen versucht die persönliche Sich auf soziale Geschlechter zu vermitteln. Entweder ist Lehrstoff, dann kann man freilich über das Kultusministerium streiten, oder aber die persönliche Meinung hat bei noch nicht differenzieren könnenden Menschen nichts zu suchen.
Mit deinen grundsätzlichen Ausführungen hast du durchaus einen Punkt, kein Lehrer sollte willkürlich unterrichten, was er für richtig hält ungeachtet Lehrplänen und allgemeinen Erkenntnissen. Aber wen jemand berichtet, seinem "Bub" wäre einen "halben Tag lang" irgendetwas "eingeredet" wurde, dann sollte man wirklich genau hinsehen, ob das Problem bei der Einrichtung oder in der Wahrnehmung desjenigen begründet liegt. (Sofern möglich. Gewisse Details sollte man online gar nicht breitreten, Datenschutz und so, aber dann muss man die Sachen halt ganz als sehr persönliche Meinung im Raum stehen lassen.)
Zumindest soweit ich staatliche Schulen kenne, kann man nämlich froh sein, wenn eine Lehrkraft zehn Minuten am Tag auf einen einzelnen Schüler investieren kann.
Private Waldorfschule.
Und wenn es die "junge Freiheit" schreibt, ist das journalistisch sicher von allen Seiten beleuchtet worden.
Man muss das ganze ja nicht einmal weiter aufarbeiten. Selbst in der rechtsextremen Hetzpostille kann man aus den Selbstschilderungen recht genau lesen, was wirklich passiert ist: Ein Elternabend hat stattgefunden, also eine Veranstaltung bei der es um die Lernfortschritte der Kinder und ggf. künftige schulische Aktivitäten gehen sollte. Aber ein AFDler hat stattdessen eine Grundsatzdebatte übers Gendern zu erzwingen versucht und gegen Transpersonen gegiftet und das wurde der Schule zu bunt. Also hat sie klargestellt: Wir stehen für Inklusion und wem das nicht passt, der passt nicht zu uns. Ist halt immer noch ein privter Dienstleister mit Vertragsverhältnis zu seinen Kunden und wenn die sich nicht benehmen können, kriegen sie Hausverbot. Blöd gelaufen für die Kinder, aber nur weil einige Walldorfschulen zur anthroposophisch-neogermanistischen Ecke tendieren, heist das noch lange nicht, dass alle Liebfreund mit Nazis sind. Einige tanzen die Namen halt auch mit Pronomen.
Wo ist die dritte Keimzelle und wie sieht die aus?
Wenn du deine Keimzellen im Gesicht trägst, sodass sie deinen Umgang mit Mitmenschen prägen, dann sollte sich im Interesse des Kindeswohls nicht nur die Lehrerin korrigierend einmischen. Ich bin zwar sehr liberal hinsichtlich theoretischen Diskussionen, was man so alles machen könnte, aber die Kinder müssen sich später in einer realen Gesellschaft zurechtfinden, in der Keimzellen 99,9% der Zeit über scheißegal sind und in der die anderen 0,1% als hochprivat gelten und somit allen anderen auch egal zu sein haben.
Es ist zwar zum kotzen, dass Leute in Deutschland immer häufiger soziale Rollenbilder als "Geschlecht" bezeichnen, aber es gibt von diesen definitiv mehr als zwei und sie haben ebenso definitiv wenig bis nichts mit Keimzellen zu tun.
Da fängt es schon an. Was ist überhaupt das biologische Geschlecht. Das ist gar nicht mal so eindeutig.
Doch, dass ist ziemlich exakt über die gebildeten Keimzellen definiert. Da damit eng zusammenhängend und bei den meisten Organismen viel leichter zu identifizieren (bei Individuen außerhalb der Fortplanzungsperiode genaugenommen ausschließlich darüber) in der Praxis meist vereinfacht zu den (inneren!) Geschlechtsorganen, welche diese produzieren sollen. Also wie
@TrueRomance es formuliert: Hodenmensch und Eierstockmensch. Alles, was darüber hinausgeht, ist nicht mehr biologisches "Geschlecht", sondern maximal "typische" Merkmale für ein solches. Da der Biologe (im Gegensatz zu Mediziner) auch keine Zeit für Störungen hat (sondern froh sein muss, wenn er die Untersuchung des Normzustandes bezahlt wird), werden Fälle mit verschiedenen, in aller Regel dysfunktionalen inneren Geschlechtsorganen oder abweichenden #ußeren dabei einfach als "Missbildung" aus der Betrachtung ausgeklammert und übrig bleiben somit Männchen, Weibchen und Zwitter, bei denen beide Sorten Keimdrüsen voll funktionsfähig ausgebildet sind. Bei denen lässt sich kein binäres Geschlecht mehr eindeutig zuordnen (es sei denn, es ist eine Art, die generell Zwitter ist - dann ist es das eine Geschlecht

). Aber letztere sind aber so verdammt selten, dass sie dem mindestens auf Ebene von Populationen oder ganzen Arten arbeitenden Biologen egal sind. (Betrachtung, bis auf den Einschub im vorletzten Satz, für Säugetiere. Bei z.B. Insekten kann es natürlich auch deutlich mehr als zwei Geschlechter geben und von einigen Pilzen hält man sich besser ganz fern, wenn einem das eigene Gehirn etwas bedeutet.)
Was Leute, die das Wort "Geschlecht" ohne biologische Kenntnisse um sich werfen, damit oft verwechseln: Der Genotyp ("chromosomales Geschlecht") sowie ggf. der hormonale Typ. Bei ersterem gibt es weitaus häufiger Variationen, zumindest soweit man es für den in der Hinsicht gut untersuchten Menschen (Klinefeltersyndrom, etc.) weiß, und letzteres kann einfach mal aufgrund von Störungen komplett von dem abweichen, was die Chromsomen eigentlich erwarten lassen würden. Da der überwältigende Teil der Entwicklung nicht direkt von geschlechtsspezifischen Genen gesteuert wird, sondern diese nur einmal einen Mechanismus anstoßen, der sich anschließend hormonell selbst reguliert, führen diese beidern aber in aller Regel nicht zu Abweichungen vom binären Geschlecht. Hormonspiegel am Rande des üblichen Spektrums bedeuten zwar zu leichten Wachstumsunterschieden gegenüber dem Durchschnitt, aber es bleibt eben eine breite Überlappung zu Menschen mit normalem Chromsomensatz und die Geschlechtsorgane werden normal ausgebildet. Der Biologe interessiert sich dafür allenfalls populationsdynamisch, wenn die Fruchtbarkeit gestört ist. Aber das kann sie auch aus vielen anderen Gründen sein und erneut bezahlt den Biologen niemand dafür, dass überhaupt festzustellen, also merkt er es nicht einmal.
(Sonderfall: Entwicklungsbiologen interessieren sich natürlich für die Mechanismen im Körperinneren und Störungen sind da immer nett um zu lernen, worauf der Normalablauf eigentlich angewiesen ist. Aber denen ist in dem Moment das biologische Geschlecht egal. Was einmal von einem Entwicklungsbiologen bemerkt wurde, hat sowie gute Chancen, im Mixer zu landen lange bevor es Keimdrüsen ausbilden kann. Hat ja seine Gründe, dass man Biologen nicht an
Homo sapiens ranlässt

.)