Welche Linux-Distribution ist die beste für meinen Einsatzzweck?
Eine Antwort basierend auf meinem Wissen und meiner Erfahrung für Menschen, die kaum etwas über Linux wissen:
Es gibt 2-3
Typen an Distros bezüglich der Veröffentlichungsweise: Fixed Release, Rolling Release und Semi-Rolling Release
Fixed Releases - Distros, die Versionsnummern haben wie bspw. Linux Mint
22.1. Um auf eine neuere Version zu wechseln, muss mensch upraden. Bei Linux Mint kann mensch das per Mausklick über eine grafische Benutzer:inoberfläche erledigen. In dieser sieht mensch, welche Pakete/Programmteile geupdatet werden können und um was für eine Art von Update es sich handelt (Sicherheits- oder Funktionsupdate). Je nach Updatepriorität und aktueller Computersession kann mensch wählen, was geupdatet werden soll. Bspw. kann mensch Neustart-erfordernde Kernupdates aufschieben.
Rolling Releases haben keine Versionsnummer, sondern müssen regelmäßig geupdated werden. Arch Linux und darauf basierende Distros wie bspw. CachyOS und Manjaro sind so welche. Bei CachyOS kann mensch Updates auch einfach per Mausklick ausführen. Mensch kann Updates dort auch aufschieben, aber es ist wohl empfohlen, dies nicht zu lange zu tun.
Semi-Rollingreleases sind so ein Zwischending - Fedora, eben auch das darauf basierende Nobara, sowie Debian ahs (advanced Hardware support) und darauf basierende Linux MX (unter Downloads extra mit dem Vermerk "ahs" ausgewiesen) und Pika OS fallen darunter.
Sehr viele Treiber sind bei Linux bereits im Kernel verankert. Entsprechend ist es für Besitzer:innen neu erschienener Hardware oder solcher, die Upgrades oder Komplettbeubau mit neuerschienener Hardware planen, wichtig, dass die Distribution über einen neuen Kernel verfügt. Dies macht Rollingreleases für jene besonders interessant. Je nach Zeitpunkt des Systemaufsetzens kann aber auch eine soeben neu erschienene Fixed Release-bzw. Semi-Rolling-Distro passend sein.
Kernel enthalten aber auch neue Features (wie bspw.
jene und
solche), von denen auch Gaming profitiert. Entsprechend macht dies Rolling Release-Distros für PC-Spieler:innen interessanter, die neue Features schnell nutzen möchten. Ich hatte
hier im Forum mal eine kleine Übersicht über Kernelversionen und ein paar zugeordnete Distros geschrieben.
Rolling Releases integrieren als erste neue Programmpakete - darunter für Spieler:innen interessantes wie Proton, Mesa/Grafikunterstützung. Das kann Vor- aber auch Nachteile zur Folge haben. Einerseits werden Bugs schneller ausgebügelt. Andererseits können Fehler noch unentdeckt sein bzw. durch das Updaten passieren. Hierdurch kann es hin und wieder dazu kommen, dass mensch Updates unter geringer Hinzunahme der Konsole zurücksetzen muss.
Wer eine Aversion/Scheu vor der Konsole hat, sollte da eher zu einer Semi-Rolling oder Fixed Release Distro greifen. Für viele Spieler:innen dürften jedoch Rolling und Semi-Rolling-Releases am interessantesten sein, wenn sie sich auf minimalen Konsoleneinsatz einstellen wollen.
Dann gibt es noch die Wahl der
Desktopumgebungen. Meistens werden die Distros in mehreren Fassungen mit jeweils anderer Desktopumgebung angeboten. Bei manchen Distros wie CachyOS kann mensch diese im Verlauf der Installation auswählen.
Windows-ähnlich bezüglich Aussehen und Struktur sind:
KDE, XFCE*, Cinnemon, Mate
MacOS ähnlich ist:
Gnome
Ein weitere
moderne Desktopumgebung ist:
Hyprland - Arbeit mit
mehreren Fenstern kann hier sehr flexibel erledigt werden
Die Wahl ist bei heutigen leistungsfähigen Computern wohl eher eine Frage des Geschmacks und der Gewöhnung/Arbeitsweise als bspw. minimaler Unterschiede bezüglich RAM-Belegung. Obwohl - laut Vergleichtests gibt es schon Unterschiede in der Spieleperformance bezogen auf individuelle Desktopumgebungen ...
Wer auf
deutschsprachige Unterstützung angewiesen ist, erhält wohl bessere Unterstützung eher bei Debian basierten Systemen, zu denen auch bspw. Linux Mint, MX Linux und Ubuntu gehören, da diese weiterverbreitet sind und auch über Foren verfügen.
...
wahrscheinlich es gibt
es noch mehr Parameter wie bspw. Anteil an grafischer Benutzer:in-Oberfläche, Display Server Protokoll, Programmauslieferungsumfang und für Einsteiger:innen meiner Ansicht nach nicht so wichtige Aspekte wie Paketmanager, Dateibrowser, aber - Huch! - der Beitrag ist bereits sehr lang geworden.
Edit: dennoch ein paar kleine Ergänzungen
*XFCE wird, meine ich, konservativ, quasi gemächlich weiterentwickelt. Diesbezüglich müsste mensch schauen, wie die Unterstützung von Wayland, HDR ist. Wer Unterstützung von Aktuellem möchte, ist wohl bei anderen Desktopumgebungen besser aufgehoben.