Oh, Leute, vor ein paar Stunden ist es passiert!
Eigentlich viel zu müde, um noch Tagebuch zu schreiben, erschöpft von 60 Stunden Arbeit an 5 Tagen und dazu noch von der halben Nacht, die ich gestern am Tagebuch gesessen hatte, wollte ich schon ganz routiniert mein Tagebuch fortsetzen:
Das Päckchenbuch
- Paket fotografieren, so dass man die Größe aber nicht den Inhalt erraten kann
- Weiter auspacken
- wieder fotografieren
- ...
- Fotos auf den Rechner spielen
- umbenennnen, damit ich weiss, welche ich brauche
- Drehen, Ausschneiden, Größe anpassen (die Tastaturkürzel von Gimp und Irvanview sind jetzt gelernt)
- Ein paar flotte Sprüche aus dem Ärmel schütteln.
Der erste Schritt lief noch wie gewohnt, das Fotografieren des Päckchens:
Man kann nicht erkennen, dass es sich um den Eizo Flexscan EV2411W-E handelt, oder?
Doch schon beim Auspacken begann es:
Das Staunen - Der Flash - Die Begeisterung
Bisher hatte ich vor allem Teile ausgepackt, die wie leblose Schmuckstücke auf eine Fassung warten, mit der sie getragen werden können, die erst im PC wirklich zeigen können, was sie wert sind. Natürlich habe ich sie kaum angefasst, die schützenden Hüllen nicht alle entfernt, da sie ja noch auf ihren großen Tag warten.
Doch jetzt war der Monitor das Objekt beim Auspacken.
Seit Monaten habe ich Modelle verworfen, auf Prad.de wirklich jeden Test gelesen. Beim Bestellen habe ich noch gezweifelt, ob ich die richtige Wahl getroffen habe:
Ist der INPUT-LAG wirklich so gering, wären 26 oder 27 Zoll nicht noch besser, sollten es nicht doch eine schickere Optik sein, ist das Teil nicht völlig überteuert (man kann für den Preis 4 (vier!) Viewsonic in 24 Zoll kaufen) und muss es wirklich 16:10 sein?
Doch schon beim Auspacken wurde aus einem zu erstellenden Tagebuch-Kapitel ein Monitor-Erlebnis, dass Bilder nicht wiederzugeben vermögen. Daher jetzt ein paar Worte mehr. Und verlangt jetzt nicht von mir ein sachliches Abwägen von technischen Details.
Also mal alles im LIVE-MODUS:
Das Auspacken
Mit Hilfe meiner Freundin befreie ich den Trumm aus seinem Karton. Ein schweres Teil. Doch schon beim Herausziehen fühlt es sich nicht nur massig sondern richtig solide an.
Selbst als es noch Reichstag in den Fingern von Christo spielt, sieht es schon riesig aus. Ihr schaut Euch nur Bilder in vielleicht tausend Kilometer Entfernung an, ich stehe direkt davor.
Alle Monitore, die ich bisher ausgepackt habe, wurden danach noch um einige mehr oder weniger billig wirkenden Teile bereichert, um das Stehen zu lernen. Immer mit der Sorge, gleich bricht das Plastik.
Doch der Eizo kauert schon wuchtig und einsatzbereit auf meinen Präsentiertisch, auf seinem sprungbereiten Fuß.
Eine Transportsicherung verhindert das komplette Strecken, doch die ist schnell entfernt. Auch ohne Blick in die Anleitung weiss ich, hier muss nichts geschraubt werden, der Eizo ist so schon handlungsfähig. Und ich lasse ihn sich aufrichten.
Dunkelgraues Plastik, rechteckig, matt, keine einzige Designspielerei. Hört sich nicht gut an, oder?
Das Monument
Doch der Eindruck hier und jetzt ist ein ganz anderer:
Kaum ist er aufgerichtet, beherrscht er den Raum. Er hat es einfach nicht nötig, zu glänzen. Selbstbewusst reckt er sich nach vorne und lässt sogar die Freundinnen meiner Süßen staunen, die sonst eher auf rund und bunt stehen.
Bewegt man ihn auf seinen Gelenk in alle Richtungen, wirkt er nie unsicher oder hakelig. Schwer und sanft gleitet er nach vorne, oben, hinten, neigt sich, dreht sich zur Seite oder protzt mit seiner Länge, wenn er sich ganz aufrichtet.
Das kann man nicht fotografieren und auch nicht filmen. Statt zu versuchen, noch bessere Bilder zu machen, lass ich ihn sich bewegen, trete zwischendurch ein paar Schritte zurück und freue mich einfach.
Der erste Test
Ich habe das völlig irrationale Gefühl, dass mich dieser Eizo nicht enttäuschen wird. Gaanz entspannt und in Ruhe baue ich den Monitor neben meinem alten Benq zum Testen auf. Nebenbei entdecke ich Details, die einfach gefallen: Ein Netzschalter hinten am Monitor, der auch mal echtes Ausschalten ermöglicht. Den heimlichen Sinn hinter dem Pivot-Modus: Das Anschließen der Leitungen, ohne sich Finger zu brechen, oder den Monitor samt Fuss auf den Kopf zu stellen.
Mein alter Benq, den ich mal sehr geschätzt habe, sieht mit seinem glänzenden Display, den silbernen Plastik und der aufdringlichen LED wie ein Kirmes-Trostpreis aus lackierten Plastik aus, der neben dem steinernen Eizo noch viel dürftiger wirkt als Fotos zeigen können.
Ich hole mir einen Tee, starte ein Monitor-Testprogramm und suche in aller Ruhe nach PIXEL-Fehlern. Irgendwie bin ich ganz sicher, das ich keinen finden werde, dass alle 6.9 Millionen Pixel bzw. Sub-Pixel mich nicht in Stich lassen.
Und ich werde nicht enttäuscht.
Noch ein Blick auf einen Film, um zu sehen, ob mich die schwarzen Balken stören:
Es ist ken Blue-Ray, der Monitor ist noch nicht eingestellt oder richtig warmgelaufen, aber - ach - mein Lächeln wird immer breiter. Das bisschen Balken stört nicht, der Bild-Eindruck ist weit besser als meine Knipse auch vermitteln kann.
Das Ganze ohne Ton vom Film (ich will nur sehen) und ohne irgendein Betriebsgeräusch vom Monitor, auch wenn ich das Ohr an die Rückseite lege.
Und wenn ich hier im Forum hin und herscrolle, möchte ich auf keinen der 1200 Pixel in der Vertikalen verzichten.
Der Abschluss
Jetzt fehlen doch eigentlich noch Spiele-Tests?
Doch das tue ich den Eizo nicht an. Er ist mir einfach zu schade, um seinen ersten richtigen Probelauf an überforderter Hardware und müden Auflösungen zu verschwenden.
Er darf noch ein paar Tage einfach wie ein Fels auf meinen Schreibtisch warten, bis er eine würdige Quelle zur Verfügung hat.
Statt mich sofort wieder an das Tagebuch zu setzen, gehe ich ins Wohnzimmmer und freue mich noch etwas vor mich hin.
Und lasse mich etwas kraulen ^^