LED Monitore sind Monitore, bei denen jeder einzelne Bildpunkt aus einer oder mehreren LEDs besteht. Grundsätzlich unterscheidet man hier zwei verschiedene technologische Ansätze: einerseits klassische LED Bildschirme, die klassische anorganische Leuchtdioden nutzen, andererseits OLED Bildschirme, die Organische Leuchtdioden nutzen. Einzelne farbige Pixel bestehen entweder aus drei (RGB) einzelnen farbigen (O)LEDs oder weißen (O)LEDs
OLED Monitore:
Diese Monitore bestehen im Prinzip aus einer Kunststoffolie oder Platte, in welcher organische Leuchtdioden integriert sind, welche die einzelnen Pixel bilden, für farbige Monitore werden in jedem Pixel drei farbige (RGB) OLEDs integriert oder drei weiße mit Farbfilter; Samsung setzt in einigen OLEDs Gelb als vierte Grundfarbe ein (RGBG). OLED Monitore werden schon seit einigen Jahren für sehr kleine Displays, etwa in Digitalkameras oder Handys eingesetzt, die Produktion großer Bildschirme bereitet jedoch noch einige technische Probleme und sie sind konkurrenzunfähig teuer. Ein weiteres Problem ist die unterschiedliche Lebensdauer der verschiedenen Subpixel bei RGB OLED Monitoren. Die ersten OLED Monitore wurden in den 1980ern vorrangig von Kodak entwickelt, heute sind die koreanischen Firmen Samsung und LG die größten OLED Produzenten, auch Sony ist im OLED Bereich aktiv und andere Display Hersteller arbeiten vielfach zumindest daran. Die ersten OLED PC Monitore wurden Ende 2011 von Sony auf den Markt gebracht, es handelt sich um den
PVM-1741, einen 43cm/17" und den
PVM-2541 einen 63,5cm/25" Monitor, jeweils mit Full-HD Auflösung, beide nutzen RGB OLEDs und werden als high-end Grafikermonitore vermarktet, weitere vergleichbare Monitore sollten in naher Zukunft folgen und sind zum Teil auch bereits angekündigt. OLED Monitore sind definitiv
die Zukunftstechnologie im Bildschirmbereich und werden vermutlich in den nächsten 10 Jahren die LCD Monitore weitgehend verdrängen.
Vorteile:
+ Praktisch 0 Reaktionszeit (Um 1 Mikrosekunde, also etwa vier Größenordnungen schneller als LCD)
+ praktisch perfekte Farbwiedergabe (bei RGB-OLEDs)
+ sehr hoher Kontrast (in dunkler Umgebung praktisch
perfektes Schwarz)
+ dünne und gebogene oder sogar flexible Displays möglich, aktuell bis zu nur ~0,3mm dicke Folien, allerdings sind Flexible Displays noch nicht marktreif
+ praktisch 0 Inputlag möglich
+ hohe Bildwiederholraten möglich: während die LCD Technologie mit 120Hz schon an ihre Grenzen kommt sind hier fast beliebig hohe Frequenzen, prinzipiell bis in den höheren kHz Bereich möglich
+ praktisch keine Blickwinkelabhängigkeit
+ sehr hohe Pixeldichten möglich
Nachteile:
- Fertigung größerer Monitore aktuell noch sehr teuer
- Unterschiedlich schnelle Alterung der Farben können mit der Zeit zu Farbverfälschungen führen (nur RGB-OLEDs)
- prinzipiell begrenzte Lebensdauer, Lebensdauer sinkt bei höheren Temperaturen oder unter UV-Einfluss deutlich
- sehr feuchtigkeitsempfindlich (das gilt insbesondere für aktuelle Folien Monitore)
- Massiver Kontrastverlust in heller Umgebung
Klassische LED Monitore:
Diese Monitore werden schon lange vor allem für Reklamen oder andere sehr große Spezialbildschirme, etwa in Stadien eingesetzt. Da gängige einzel-LEDs mindestens etwa einen Millimeter groß sind schien die Technik bis vor kurzem für den Heimbereich uninterressant zu sein, da so nur eine geringe Pixeldichte erzielt werden kann. Auf der CES 2012 hat Sony jedoch einen LED Full-HD TV mit 140cm Diagonale gezeigt, eine Massenproduktion ist zwar nicht in Sicht, dennoch soll diese Technologie nicht unerwähnt bleiben, alleine schon weil mit LED Monitoren häufig fälschlich LCD Monitore mit LED Hintergrundbeleuchtung gemeint sind. Wie bei OLED Farbbildschirmen wird jeder Pixel entweder von drei (RGB-) LEDs gebildet oder von drei weißen LEDs mit Farbfilter (wobei letzteres eher theoretisch ist, mir wäre kein derartiger Bildschirm bekannt); als Anzeigetafeln im offentlichen Bereich sind auch einfarbige LED Bildschirme weit verbreitet.
Vorteile:
+ sehr hohe Helligkeit möglich, daher outdoor tauglich (erheblich heller als OLED oder irgendeine andere gängige Technologie)
+ Praktisch 0 Reaktionszeit (Um 10 Nanosekunden; in der Praxis durch die Ansteuerung begrenzt)
+ praktisch perfekte Farbwiedergabe (bei RGB-LEDs)
+ sehr hoher Kontrast (in dunkler Umgebung praktisch
perfektes Schwarz)
+ dünne und gebogene oder sogar flexible Displays möglich (aber dicker als OLED, min ~1mm)
+ lange Lebensdauer (erheblich höher als die Lebensdauer von OLED Monitoren)
+ praktisch 0 Inputlag möglich
+ Kleinserien exotischer Formate und sehr großer Modelle vergleichsweise günstig möglich
+ sehr effizient, im Vergleich zur Helligkeit niedriger Energieverbrauch
+ hohe Bildwiederholraten möglich: während die LCD Technologie mit 120Hz schon an ihre Grenzen kommt sind hier beliebig hohe Frequenzen, prinzipiell bis in den MHz Bereich möglich
+ praktisch keine Blickwinkelabhängigkeit
Nachteile:
- bis auf weiteres keine Massenproduktion und sehr teuer, wirklich preiswert wird diese Technologie wohl nie werden
- Dicker als OLED, keine Folienmonitore möglich
- Pixeldichte gering, mehr als ~50dpi sind wohl bis auf weiteres nicht möglich, damit kommt die Technik in absehbarer Zukunft nicht für PC Monitore in Frage, wohl aber für TVs (vgl.: Plasma TVs)
- Unterschiedlich schnelle Alterung der Farben können mit der Zeit zu Farbverfälschungen führen, wobei das Problem aufgrund der generell höheren Lebensdauer weit geringer ist als bei OLEDs (nur RGB-LEDs)
- schnellere Alterung bei hohen Temperaturen (wobei das Problem geringer ist als bei OLEDs)
PMOLED vs.: AMOLED:
Insbesondere Samsung bewirbt seine OLED Displays als "AMOLED"- doch was hat es damit auf sich? AMOLED steht für Akivmatrix-OLED und bezeichnet ein OLED Display, bei dem jede einzelne OLED über einen Transistor angesteuert wird; das ist ab einer bestimmten Bildschirmgröße nötig, da die Bahnwiderstände im Substrat bei größeren Displays immer weiter zunehmen und eine direkte, passive (PMOLED) Ansteuerung nichtmehr möglich ist. Die AMOLED Technologie ist also prinzipiell erforderlich um OLED Displays zu bauen, die größer als etwa 7,5cm/3Zoll sind. Auch bei klassischen LED Bildschirmen kann man zwischen der aktiven und der passiven Ansteuerung unterscheiden, mir ist jedoch nicht bekannt, welche der Technologien hier in der Praxis vorherrscht.
Auch klassische LCD Monitore werden meist als Aktivmatrix Bildschirme gebaut, man bezeichnet solche Monitore nach den verwendeten Transistoren auch als "TFTs"; da auch bei AMOLEDs TFTs zum Einsatz kommen wäre eine (verwirrende) Alternativbezeichnung also TFT-OLED...