Moment - hat denn irgendjemand wirklich geglaubt es würde was wieder billiger werden?
"Grafikkarten sind nur vorübergehend so teuer"
Im Kapitalismus gilt: Alles wird so hoch bepreist, wie die Kunden es noch zu bezahlen bereit sind. Und dass diese Grenze bei der unverzichtbaren Energieversorgung viel höher liegt, als bislang praktiziert, wissen die Versorger ja jetzt.
Nachdem jahrelang unverbesserliche Ökos genau das geprädigt haben und das zusätzliche Potential anzapfen wollten, um eine unabhängige, regenerative, dauerhaft preisstabile Energieversorgung aufzubauen, machen das jetzt halt andere, um das Geld auf die Konten von ein paar wenigen umzuverteilen.
Vom doppelten bin ich zwar weit entfernt (27 --> 42 cent) aber ich habe mich sofort mental darauf vorbereitet, dass ich in meinem Leben hier keinen Strom mehr für unter 40 kaufen werde. Wenns doch anders kommt nette Überraschung aber es spricht nunmal einfach alles dagegen.
In Anbetracht von mehreren Erhöhrungen vor dem Februar 22 hängt der Faktor bei mir stark vom Betrachtungszeitraum ab. Aber über die letzten 3,5 Jahre ist mein Strom von 24,3 Cent auf 54,0 hoch. Das ist sogar deutlich mehr als als das Doppelte. Viel schermzhafter finde ich aber Gas mit 17,4 Cent statt 5 Cent. Zugzüglich einer Runterstufung von 100% Biogas auf das ursprünglich noch einmal 50% billigere "kompensierte" Erdgas dürfte das eine verSIEBENfachung des Preises sein. Und Gas brauche ich deutlich mehr als Strom, wogegen ich als Mieter auch keinen großen Hebel habe. (Tatsächlich ist mein Gas-Verbrauch im gleichen Zeitraum schon um 10% runter, während der Strom um 40% hoch ist. Wenn ich Home Office wieder zurückfahre, sollte sich letzteres umkehren lassen. Ist aber halt trotzdem nur ein Tropfen auf den Gas-erhitzten Stein.)
Die Gaspreise fallen seit Wochen
Strom wird hier im Norddeutschland mit Wind und Solar für um die 4 ct /kwh produziert nur mangels Stromtrassen kommt der hier nicht weg....
Das ist doch alles nur noch Verarsche und Lüge !
Frage mich wirklich ob der Deutsche Michel irgentwann mal aufwacht und auf die Straße geht....
Geht er doch. Aber (ich verweise auf Beispiele in diesem Thread) blöd wie immer gegen "die Grünen" (Seehofer-Zitat bitte selber einspielen), die die schönen Atomkraftwerke "verbieten" und nicht gegen die Großkonzerne, die sich an ihren Kohlekraftwerken dumm und dämlich verdienen, während sie das, was nach 12 Jahren Schwarz-Rot und gar 4 Jahren Schwarz-Gelb an erneuerbaren Energien noch übrig ist, am dünnen Draht verhungern lassen.
3.) Grundlastfähige konventionelle Energieträger für Flauten und Notfälle hat
Eben nicht Grundlast. Grundlastkraftwerke sind der Hauptgrund, warum unsere Energieversorgung seit Jahrzehnten nicht voran kommt. Was man braucht, ist einen Grundstand an Erneuerbaren und Spitzenlastkraftwerke, die einspringen, wenn die mal nicht liefern können.
Wenn du schon so ein allwissender Experte bist wieso gehst du dann nicht in die Politik und machst es besser?
Würdest du ein Märchenbuch von jemandem kaufen, der derart absurdes herbeifinanziert? Eben: Anforderungen für Ministerposten nicht erfüllt
.
( Oftmals auch über 1€ je KH/h
Diese sehr markige Behauptung wirst du sicherlich gleich noch mit einer quantitativen Angabe (h/a oder kWh/a) untermauern, oder? Bevor dir jemand vorwirft, bewusst Unwahrheiten zu verbreiten?
JEDES Land um uns herum macht es genau anders herum. Die bauen billige, sichere Atomkraft als gäbe es kein Morgen.
Niederlande: Ein Reaktor, dessen Abschaltung schon mehrfach beschlossen aber dann wieder verschoben wurde. Neubaupläne für weitere Reaktoren liegen seit Jahren auf Eis, weil sich die Industrie schlicht nicht dazu in der Lage sah, einen sicheren Reaktor zu konkurrenzfähigen Preisen zu bauen und sich von den Verträgen zurückgezogen hat.
Belgien: Atomausstieg beschlossen, wenn auch verschoben. Bis dahin laufen Meiler weiter, die allgemein als die unsichersten ganz Europas bekannt sind.
Luxemburg: Nie Interesse an Atomkraftwerken gehabt.
Frankreich: Seit Jahrzehnten keinen einzigen Kraftwerksneubau abgeschlossen. Was läuft duelliert sich mit Temelin um Platz 2 der unsichersten Atomkraftwerke in weitem Umkreis.
Schweiz: Atomausstieg bis 2039 beschlossen.
Österreich: Seit 1978 frei von Atomenergie, seit 1999 sogar mit Verbot auf Verfassungsebene. Selbst der Import von Atomstrom wurde eingeschränkt.
Tschechien: Sechs Reaktoren russischer Bauart mit unzureichendem Containment und mangelnder Notkühlung; weitere Ausbaupläne fokussieren sind auf "möglichst billig" fokussiert.
Polen: Null Atomkraftwerke. Könnte sich Mitte nächsten Jahrhunderts ändern, aber noch ist nicht viel geschehen und das Sicherheitsniveau unbekannt.
Dänemark: Nie Atomenergie genutzt und Anfang des Jahrtausends sogar sämtliche Versuchsreaktoren abgeschaltet.
Fazit: Als in Deutschland könnt "ihr" schon mal nicht leben, denn rundum Deutschland arbeitet nicht "JEDES" Land mit sicheren Atomkraftwerken. Sondern nur ein einziges mit relativ sicheren (~unser Niveau) und selbst das ist dort sehr umstritten. Die überwältigende Mehrheit (4) der deutschen Nachbarn ist frei von Atomkraftwerken (und drei wollen das auch bleiben), 1,5 sind im Begriff auszusteigen und 2,5 setzen auf
unsichere Atomkraftwerke.
Funfact 1, 2012 war Deutschland auf Platz 6 der beliebtesten Wirtschaftsstandorte Weltweit,
2022 sind wir auf Platz 18 von 20.
Funfact 1.5: Von 2000 bis 2010 war Deutschland 10 Jahre lang auf einem sauberen Pfad zu einem geordneten Atomausstieg unterwegs von 2011 bis 2012 gut ein weiteres Jahr (je nachdem, wann genau die Umfrage war, die zu verlinken du vergessen hast), wobei damals nur Atomkraftgegnern klar war, dass der CDU-Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg Atomenergie weitaus chaotischer und problematischer werden würde. Dazwischen lagen gerade einmal fünf Monate, in denen Deutschland wieder in die atomare Geldvernichtung einsteigen wollte, aber das war offensichtlich zu kurz, als das schlaue Investoren in großem Maße umgesteuert hätten.
Ich höre jeden Morgen die Nachrichten von Tichy´s Einblick.
Seit wann gibt es bei der Populismusschleuder Nachrichten? Das ist ausdrücklich eine Meinungs- und keine Informationsplattform.
2: Wenn man an einem Ort wohnt, wo der Wind permanent und stark weht. In Grönland ist das der Fall, der Wind weht fast ohne Unterbrechung und das sehr stark (9ms zu 5 ms an der deutschen Küste).
Die Windstärke ist ein sekundärer Faktor. Bei konstant niedrigen Windstärken braucht man halt einen größeren Rotor und einen höheren Mast für die gleiche Leistung. Aber ohne Sturm können diese auch leichter und einfacher gebaut werden, beim Lager ändert sich entsprechend auch wenig und bei den Generatoren gar nichts. Die meisten WKAs kannst du, je nach Bedarf, in unterschiedlicher Konfiguration für Stark- und Schwachwindregionen kaufen - da wird z.T. einfach der Rotor der 7,5-MW-Starkwind-Anlage auf die Basis der 4-MW-Starkwind-Anlage gesetzt und schon steht eine 4-MW-Schwachwind-Anlage bereit.
Regelmäßig einen Wind welcher Stärke auch immer zu haben wäre schon wichtiger. Aber das ist nördlich der deutschen Mittelgebirge sowie auf Bergrücken auch gegeben; da schneidet Deutschland nicht schlechter oder besser ab als andere Länder in gemäßigten Breiten. Für einen hohen Windkraftanteil sind halt Verbundnetze wichtig, deren Einzugsraum größer als ein typisches Tiefdruckgebiet ist. Aber von Irland bis Finnland hat die EU die nötigen Voraussetzungen für ein derartiges Setup und Deutschland auf halber Strecke in der Mitte und mit direkter Kontaktmöglichkeit zum seitdem-Deutschland-die-Rolle-nicht-mehr-will Vorreiter Dänemark und Großbritannien beste Voraussetzungen, seinen Nutzen daraus zu ziehen. Einmal installiert liefert ein derartiges Verbundsystem recht konstanten Strom - die Fronten mit hohen Druckunterschieden mögen mal an einem oder am anderen Ende liegen, aber auf so großer Strecke hat man immer eine, wenn nicht zwei erfasst.
Davon abgesehen lassen sich Schwankungen auf diesem Niveau auch sehr gut vorhersagen, wenn man ein dichtes Netz an Kraftwerken hat, sodass Ersatzkraftwerke mit 1-2 Tagen Vorwarnzeit einpspringen können. Unkontrolliert zappelig ist Windkraft nur in kleinem Maßstab und auch das nur an Land, weil man nicht auf den Kilometer genau die Stärke von Windfeldern vorhersagen kann. Wenn die Hauptleistung sich genau da entfaltet, wo man keine WKA gebaut hat, ist das halt doof, und bei zuwenig WKAs ein recht wahrscheinliches Problem. Mit vielen WKAs sorgt simple Statistik dafür, dass einem das egal sein kann.
4: Geothermische Hochenthalpiequellen hat. Kalifornien und Island sind da mit über 300°C unteregs und man muß nicht sonderlich tief bohren.
Rein geologisch würde ich Geothermie eher in den Rheingraben denn in die San-Andreas-Spalte bohren wollen. Man muss zwar ein paar Meter tiefer, aber dafür hält das Ganze auch deutlich länger. Ein größeres Problem ist die enorme Bebauungsdichte in Deutschland: Vieles spricht dafür, im weiten Umkreis um Gebäude jedes quellfähige Gestein zu meiden und in Deutschland ist einfach ÜBERALL irgenwas zubetoniert. "Not in my Backyard" bringt ja regelmäßig Infrastrukturprojekte zu Fall, weil das ganze Land nur aus Hinterhöfen (und -mentalitäten) besteht.
Deutschland hat nichts davon. Eine orthodoxe "Energiewende" wird wohl immer sehr teuer bleiben.
"sehr teuer" ist ein relativer Ausdruck.
Im Vergleich zu den Förderungskosten für Braunkohle: Ja.
Im Vergleich zu arabischen und russischen Öl- und Gasexporten: Oh Ja.
Im Vergleich zu den Kriegen, Menschrenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen, die arabische und russische Öl- und Gasexporte nach sich ziehen: Hängt davon ab, wie man die berechnet. Ich vortiere für "Nein", vor allem wenn man beim Einkaufspreis den Finanzabfluss berücksichtigt.
Im Vergleich zu den Folgekosten von Wetterextremen und Meeresspiegelanstieg: Definitiv Nein.
Im Vergleich zu den Bau-, Betriebs- und Endlagerkosten von Reaktoren wie Olkiluoto 3, Flamanville 3 oder Hinkley Point C: Aber mal sowas von absolut
Nein. Da braucht man nicht einmal drüber zu diskustieren, das kann man schwarz auf weiß an den Stromabnahmepreisen ablesen, die für letzteres Kernkraftwerk garantiert werden mussten.
Das sollte man einfach zur Kenntnis nehmen inklusive der Folgen. Ca. 5 Mio Leute arbeiten in der Energieintensiven Industrie, diese Arbeitsplätze werden sich wohl nicht halten läßt, wenn man ernst macht.
Wir hatten mal round about 0,5 Millionen Leute in der EE-Industrie, als diese für weniger als ein Zehntel des heutigen Bedarfs produziert hat. Dann kamen erst Schwarz-Gelb und dann Schwarz-Rot

.
Das ist einfach nur sau teuer. Zum Beispiel soll die 4GW Stromtrasse nach Bayern 10 Mrd kosten, dafür bekäme man auch zwei neue Reaktorblöcke mit 3,2GW.
Ja, wenn man bei Putin bestellt. Bei Siemens oder Framatome wird es schon knapp, mehr als einen halben dafür zu bekommen. Und ein Atomkraftwerk, dass nur gebaut wurde, aber weder Brennstäbe noch Personal noch weitere Unterhaltskosten und schon gar kein Entsorgungskonzept hat, trägt weitaus weniger zur Energieversorgung bei, als eine Stromtrasse, die ihren Job zu sehr niedrigen laufenden Kosten über Jahrzhente verrichtet.
Ganz abgesehen davon, dass man für die Kosten dieser Leitung auch locker die 4- bis 10-fache Kapazität hätte bekommen können, wenn nicht jedem CDU-Wähler das Händchen gehalten worden wäre.
Grüner Wasserstoff ist stinketeuer. Selbst die optimistischsten Rechnungen gehen momentan von 12 Cent je kWh aus. Das ist nur die Erzeugung, kosten für die Anlagen, Speicherung, Verteilung usw.kosten nochmal extra.
Laut Wiki lag die sich automatisch anpassende Vergütung für Hinkley Point C 2021 bei 0,12 Pfund/kWh. Seitdem hat sich der Strom in Großbritannien
grob verteuert, es müssten jetzt also rund 0,24 Pfund sein, also 28 Cent pro kWh. Wenn für dich 12 Cent/kWh "stinketeuer" sind (mutmaßlich deine Steigerung von "sehr teuer"?), was sind dann 28 Cent/kWh für Atomstrom? Phänomenalunbezhalbarabsolutunglaublichteuer?
Die muß man aber auch bezahlen. Bei einem Kernkraftwerk sind die Kosten zwischen Sillstand und Vollast etwa gleich hoch, deshalb laufen die auch permanent. Es ergibt keinen Sinn, da noch auf Erneuerbare zu setzen. Gaskraftwerke müssen errichtet und in Bereitschaft gehalten werden. Das Kostet.
Wenn du dein Kernkraftwerk permanent durchlaufen lassen willst, dann musst du wohl oder übel massiv in Speichertechnologien investieren oder ebenfalls Gaskraftwerke vorhalten. Wir haben schließlich schon gut 25% Schwankungen im Tagesverlauf und das nach Ausgleichsmaßnahmen durch Industrieprozesse, Nachspeicherheizungen und Pumpspeicherkraftwerke. Ohne Nutzung von Regelpotential dürfte der Verbrauch tagsüber eher 30-50% über der nächtlichen Grundlast liegen. Spitzenlast ist unser Problem, nicht Grundlast, und Atomkraftwerke können erstere nicht.
Durch Turbinen welche hunderte Tonnen wiegen mit 4000 U/Min.
Braucht man weniger Strom, wird die Drehzahl gedrosselt, braucht man mehr, wird
hochgefahren.
Wenn dir das nächste Mal was um die Ohren fliegt, weil die Netzfrequenz auf einmal 80 Hz betrug, dann weißt du: Da hat wieder einer die Turbinen mit schneller als mit Nenndrehzahl laufen lassen, weil mehr Strom benötigt wurde.
