Noch ein Nazi...mensch, was wagt er es auch auszusprechen, was Sache ist.
Seine nachvollziehbare emotionale Aufgewühltheit ist sicher schuld daran, dass er sich in Fehler versteigt, die einem Juristen eigentlich nicht unterlaufen sollten:
1.) Jemand ist im Zusammenhang mit einer körperlichen Auseinandersetzung
gestorben. Ob er
getötet wurde, weiß man erst, wenn der Zusammenhang zwischen dem Schlag und dem Tod nachgewiesen ist.
2.) Ein
Mensch wurde angegriffen. Er wurde nicht in seiner Eigenschaft als Feuerwehrmann angegriffen, er war nicht im Einsatz. Wäre es jetzt weniger schlimm, wenn es einen Krankenpleger, Kindergärtner, Berufskraftfahrer oder Langzeitarbeitslosen getroffen hätte, der nicht spezifisch als ein solcher angegriffen wurde?
3.) Es wurde
niemand ermordet, denn bereits nach jetzigem Kenntnisstand ist mit ziemlicher Sicherheit kein Mord geschehen.
Interessant ist seine Wortwahl im Gesamtzusammenhang und was er erwähnt bzw. was er auslässt:
Sein Kamerad wurde "ermordet", es findet keine Einschränkung statt. Wenn allerdings "Rechte
irgendwo einen Politiker ermorden, dann ist das genauso eine Straftat und
unter Umständen ein Mord." - Interessant.
Wenn "Linke in Leipzig ein Finanzamt anzünden, sind das keine Aktivisten, sondern Terrorakte". Wir ignorieren mal, dass aus den Tätern Taten werden, schließlich ist das nur ein Youtube-Kommentar, kein ausgefeiltes Elaborat. Es fällt aber auf, das nicht erwähnt wird, was in Deutschland noch so alles angezündet wurde, und zwar nicht von linken Terrorakten, äh, Nicht-Aktivisten. Muss man darüber nicht reden?
Kurz gesagt, der gute Mann ist ganz sicher kein Nazi. Aber er liefert typische Beispiele einer diffusen deutschen Befindlichkeit, die selektiver Wahrnehmung und Unsachlichkeit einher geht, vor der er offenbar nicht einmal als Jurist gefeit ist.
Diese Unsachlichkeit ist es, die Zusammenhänge relativiert, die nicht ins jeweilige Weltbild passen. Ja, wir haben beispielsweise Zuwanderung nicht im Griff, das sollte man nicht schönreden. Den zunehmenden Rechtsruck allerdings ebenso wenig. Ebenso wenig die allgemein zunehmende Radikalisierung an allen Fronten als Ergebnis einer Politik, die schon seit Jahren mehr schlecht als recht verwaltet, aber keine Antworten auf aktuelle Fragen, geschweige denn Konzepte für die Zukunft hat.
Und am Ende zählen nur Fakten. Oder sollten es zumindest.
Und ein solcher Fakt ist ist: Der mutmaßliche Täter wurde laut Behördenangaben in Deutschland geboren. Er ist also definitiv nicht zugewandert.
Allerdings hat er einen sogenannten Migrationshintergrund. Inwiefern der relevant ist, wäre zu prüfen - beispielsweise hat mein Cousin, der kürzlich zum dritten Mal wegen Körperverletzung in den Knast wanderte, definitiv keinen. Aber er ist jung, nicht besonders helle und hat weder eine Perspektive noch eine sinnvolle Beschäftigung, bei der er seine überschüssige Energie friedlich oder vorzugsweise sogar produktiv einsetzen könnte. Aber er ist ein kräftiger Bursche und somit ist es vermutlich (<-- Trennung von Fakten und Meinung) purer Zufall, dass bei den zig Klatschern, die er schon ausgeteilt hat, noch niemand zu Tode gekommen ist. Ob dann die gleiche Woge der Erregung durch die Republik branden würde?
Ich behaupte, das wäre nicht so. Erinnert sich hier beispielsweise irgend jemand daran oder hat überhaupt wahrgenommen, dass auf dem letztjährigen Oktoberfest ein 58jähriger Mann an Hirnblutungen infolge von Schlagverletzungen starb? Der Täter war ebenfalls einschlägig polizeibekannt mit über einem Dutzend Vorstrafen, allerdings kein Jugendlicher mit Migrationshintergrund, sondern ein 43jähriger, urdeutscher Gerüstbauer. Welchen Beruf das Opfer hatte, wurde übrigens nicht thematisiert. Warum auch.