Ich find sie auch nicht so prall. Allerdings hat das nix mit Hollywood zu tun. Meiner Meinung nach ist am Ende sogar ein bißchen zu viel Hollywood drin
In SC1 (und BroodWar) hat jede Mission die Story einen Schritt nach vorne gebracht. In SC2 bekommste nach einer Mission den Storyfortschritt "Artefakt 1 eingesammelt", danach "Artefakt 2 eingesammelt", usw... Es wirkt zu sehr in die Länge gezogen. Und dadurch, dass die Missionsauswahl nicht linear verläuft, hat man auch keine richtig zusammenhängende Story im Mittelteil des Spiels. Da hat man sich selbst ein wenig limitiert. Und so viel spielerische Freiheit hat man dadurch auch nicht.
Das schlimmste ist aber, dass die eigentlichen Hauptcharaktere nicht wirklich interagieren. In SC1 haben sich Arcturus, Zeratul, Raynor und Kerrigan nach fast jeder Mission angefeindet/getrauert/Pläne geschmiedet, usw... sie haben ständig miteinander kommuniziert.
In SC2 gibts keinerlei Interaktion. Mit Arcturus redet Raynor nur ganz am Ende fürn paar Sekunden. Alles andere läuft über die Nachrichten-Propaganda ab. Sehr spannend...
Zeratul trifft er auch nur wenige Sekunden auf dem Schiff.
Kerrigan trifft er hier und da in ner Mission an. Aber auch hier findet keinerlei Kommunikation statt. Nur einpaar lose Kommentare von Kerrigan. Ja nicht mal am Ende darf er so richtig mit ihr reden, weil sie dann bewußtlos ist.
Ansonsten scheinen Zeratul, Kerrigan und Arcturus in verschiedenen Welten zu leben, weil man diese Charaktere in den fast 30 Missionen nie untereinander interagieren sah. Haben sie sich am Ende von Brood War noch die Pest an den Hals gewünscht (und blutige Rache geschworen), scheinen sie mittlerweile alle alten Feindschaften wieder vergessen zu haben. Da hab ich einfach mehr erwartet.
Ums kurz zu fassen: Charakterentwicklung gehört für mich zu ner guten Story. SC1 hats ohne großartige Inszenierung und Grafikeffekte geschafft, mich in den Bann zu ziehn. SC2 hat ne super Technik und ne nie dagewesene Inszenierung fürn Strategiespiel, versäumt es aber ne "vollwertige" Story zu erzählen. Es wirkt einfach zu oberflächlich.
Stellenweise hat man aber gezeigt, was man hätte draus machen können (allen voran mit der Szene am Ende, wo sich Valerian, Arcturus und Raynor treffen). Solche Szenen hätten ruhig öfter auftauchen dürfen.
Und zumindest mit Valerian hat man einen weiteren guten Charakter erschaffen, der auch nicht so blass erschien wie manch Hauptcharaktere.
Die Missionen selbst waren grandios. Allen voran die Protoss Mini Kampagne (die alleine fast mehr Story hatte, als der gesamte Rest

).