Seit +- 30 Jahren Star Wars Fan. War bereits 3x The Last Jedi kucken, erst beim dritten Mal hat es richtig Klick gemacht, nachdem ich Kritiken gelesen hab, gute und schlechte, nachdem ich mich über verschiedene Entscheidungen informiert habe. Es ist trotzdem meine Meinung, respektiv, mein Gefühl. Ich war wirklich emotional so investiert, dass ich überzeugt bin, dass es für mich einer der besten Star Wars Filme ist. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Manches braucht Zeit, man muss sich seine Gedanken machen.
Vorweg, weiterhin sind einige Szenen noch immer unerträglich für mich, heiße nicht alles gut, was the Last Jedi betrifft. Marry Poppins und das Bügeleisen, nur so als Beispiel. Auch einige Witze haben einen schönen emotionalen Moment Zunichte gemacht, aber:
Wir regen uns immer auf, dass Filme vorhersagbar sind, dass es immer wieder derselbe Abklatsch ist (Ep.7), warum es immer zu einem Happy End kommen muss, warum alles immer Sinn ergeben muss. Für mich lehrt uns dieser Film, dass es nicht immer so sein kann. Die Entmachtung unserer Helden ist die logische Konsequenz von einer Heldensage. Erst Student, dann Meister. Dann ist Schluss bei den meisten Filmen. Hier geht man weiter. Wie oft hat man die Gelegenheit, dass man nach 40 Jahren die Geschichte fortführt. Wollen wir wieder das selbe von unseren Protagonisten sehen? Oder wollen wir Charakterentwicklung. Was sie mit Luke gemacht haben finde ich großartig. Er hat sich weiterentwickelt, alles hinterfragt und entschieden etwas zu ändern. Was Luke schlussendlich macht ist meisterhaft.
Dass Fans sich jetzt zwei Jahre mit den wildesten Theorien beschäftigt haben, dafür kann weder Disney noch Rian Johnson. Unsere Erwartungen wurden nicht erfüllt. Aber ist das nicht gerade das was diesen Film so gut macht? Dass man mal überrascht wird. Dass man nicht schon weiß wie es weitergeht? Bei meiner ersten Vorstellung, lag ich so oft falsch, dachte der stirbt, doch nicht, dann aber doch; dachte der stirbt nicht, stirbt doch.
Bedenkt wie es damals war, als es nur die Filme gab, fast keine Hintergrundinformationen. Da war auch nicht jeder Charakter so ausgeprägt. Wir Fans sind ein bisschen zu arrogant wenn es um unsere Leidenschaften geht. Sie sind uns heilig. Wir sind nicht mehr tiefenentspannt. Alles muss logisch sein. Star Wars wurde vor allem (laut Lucas) für Kinder gemacht. Es ist an der Zeit die Erwachsenenbrille abzunehmen. Auch wenn der Film strukturell Fehler macht (zu lang und ein durcheinander so wie dieser Post), sich Witze bedient, welche mehr als fragwürdig sind und Handlungen die einen einfach aus dem Film reißen.
Das Leitmotiv in diesem Film ist Demystifikation. Luke sagt es ja selbst über sich, was die Legende über ihn und die Jedis gebracht haben. Wir kennen Star Wars jetzt 40 Jahre lang. Aber was kennen wir, vor allem die Filme, welche wir 100x gesehen haben. Ein Grund warum wir glauben, wir wüssten wie ein Charakter zu entscheiden hat. Es sind 30 Jahre vergangen bis zu diesem Film, eine lange Zeit wo man Sachen erlebt die einen prägen, einen innerlich wachsen lassen. Wenn ich mich selbst analysiere, wie ich mich in den letzten 3 Jahre mental verändert habe, was erst in 30. So geht es auch Luke, Leia,
Der Film spaltet die Fangemeinde schon alleine deswegen, da wir 40 Jahre lang dabei sind, jedes unbedeutende Tier beim Namen kennen, jeden Dialog auswendig mitreden können. Wie kann man jeden in dieser Fangemeinde zufrieden stellen? TLJ hat unerwartete Drehungen, Überraschungen und deshalb dieser Aufruhr. Wir haben was erwartet, wir dachten wir wissen was kommt. Aber der Film hat uns eines anderen belehrt, wir wurden zum Narren gehalten („Wer ist der größere Tor? Der Tor, oder der Tor, der ihm folgt?“)
Das Imperium schlägt zurück wurde auch anfangs nicht so gelobt wie heute. Hier sind wir erst in der Mitte. Erst mit dem 9. Teil wissen wir Bescheid und manches macht (hoffentlich) mehr Sinn.
Möge die Macht mit euch sein!