SSD-"Festplatten": Funktionsweise und Eigenschaften erklärt

AW: SSD-"Festplatten": Funktionsweise und Eigenschaften erklärt

In dem Text von Holt steht zu 98% genau das, was wir da oben auch schon beschrieben haben.

Einziger Zusatz ist, dass eine SSD sozusagen mehr Aufwand haben kann wenn die Daten ungünstig in den Blöcken verteilt sind. Das stimmt auch, da dann insgesamt mehr Daten gelesen werden müssen. Eine SSD kann immer nur ganze Blöcke lesen - wenn von einem gelesenen Block nur die ersten 3 Zeichen benötigt werden muss dennoch der ganze Block gelesen werden. Ist eine benötigte Datei jetzt auf 1000 Blöcken immer in den ersten 3 zeichen verteilt muss die SSD viel mehr Daten lesen als wirklich gebraucht werden. Die SSD wird nicht langsamer - nurist die zu lesende Datenmenge größer. Das ist aber nicht Fragmentierung in dem Sinne.

Klassische Fragmentierung bei Festplatten bedeutet, dass die zu lesenden Dateiblöcke verstreut auf den Plattern liegen und der Schreib-Lesearm lange braucht bis er sie zusammengesucht hat (unabhängig vom Dateiinhalt der Blöcke). Das kennen SSDs nicht weil sie keinen solchen Schreib-Lesekopf bewegen müssen und jede Zelle gleich schnell gelesen werden kann (nicht ganz aber für diese Thematik vereinfacht^^).

Was Holt bei SSDs beschreibt ist eine prinzipielle Eigenart der Speichertechnik dass man Blockweise speichert (HDDs tun das auch, in 512er oder 4096er Blöcken je nach Modell, im Consumerbereich oft intern 4096 und nach außen wg. Kompatibilität emulierte 512) und immer ganze Blöcke lesen muss was je nachdem wie Daten über Blöcke verteilt sind ungünstig sein kann das ist korrekt. Der Effekt dürfte aber wie er auch richtig schreibt in der Praxis quasi keinen Einfluss haben.
 
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Deswegen schrieb ich ja auch drüber, dass es nicht "ganz" richtig ist. ;)
Die Aussage "SSDs soll man nicht defragmentieren." ist eben eine Vereinfachung, die sich in der Praxis bewährt hat. Die Aussage "SSDs defragmentieren bringt keinerlei Vorteile." hingegen ist eben nicht ganz korrekt...

Edit: Damit es evtl. noch etwas verständlicher wird und man nicht unbedingt den ganzen Textblock lesen muss hier ein stark vereinfachtes Beispiel von fsironman auch aus dem Thread vom forumdeluxx:

Die Zahlen sind fiktiv und als maximale gleichzeitig mit einem Befehl lesbare LBA nehmen wir 100 an.

Wir nehmen an, dass die Datei 1000 LBA groß ist.

Fall 1 liegt diese im Dateisystem an einem Stück.

Befehl an die SSD:
Lies LBA 0-99
Lies LBA 100-199
Lies LBA 200-299

.... (6x)

Lies LBA 900-999

= 10 Befehle mit entsprechenden Overhead




Fall 2 liegt diese in 1000 Teilen im Dateisystem.
Befehl an die SSD:
Lies LBA 14
Lies LBA 345
Lies LBA 4576

.... (994x)

Lies LBA 5346

= 1000 Befehle mit entsprechenden Overhead


Gehen wir davon aus das der Overhead so groß wie 1 LBA ist

Dann haben wir in Fall 1 Daten äquivalent zu
1010 LBA gelesen
und in Fall2
2000 LBA gelesen
 
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LBA = Large Block Array ?

Die kleinste beschreibbare Festplatteneinheit ist doch ein Cluster, oder?
Ein Cluster = x Blocks.
Ein Block = 512Byte (erste FAT12 IBM-Diskettenblockgröße).
 
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