AW: Softcase möglich?
Die Resonanzen entstehen eigentlich nicht im Freifeld, sondern erst dann, wenn man die Geräuschquelle in einen Hohlraum "einzwängt". Ein Gehäuse, das stehende Wellen verursacht, wird unangenehmer klingen, als der freie Aufbau. Macht sich dann meist durch ein deutliches Dröhnen im Tiefton bemerkbar.
Siehe dazu auch:
Stehende Welle / Raummoden
Grundsätzlich sagt man zwar, dass man solche Effekte auch mit Absorbern bedämpfen kann. Bevor ich mich an solch ein Projekt ranwage, würde ich allerdings eher dazu raten, die Proportionen sinnvoll abzuwägen, sodass es erst gar nicht zu solchen Resonanzen kommen kann. Zumal sich tiefere Frequenzen eh kaum noch mit den gängigen Absorbern bekämpfen lassen. Zu akustischen Absorbern zählen im Übrigen poröse, möglichst inhomogene Strukturen wie etwa Schaumstoffe (offenporig; muss auch nicht explizit "Akustik" in der Artikelbeschreibung stehen, führt meist nur zum deftigeren Preis

) oder Mineralwolle. Gibt auch einige, die mit Hanfplatten oder spezielleren Materialien wie etwa "Basotect" arbeiten. Persönlich greife ich bei Absorbern (die nicht all zu dick werden sollen) am liebsten zu einfachen Frotteehandtüchern. Die schlucken deutlich mehr Schall als bspw. Schaumstoff (zudem auch auf einem relativ weiten Spektrum) und kosten nicht die Welt, wenn man nicht sogar noch welche rumfliegen hat. Man sollte sich auch immer vor Augen halten, dass gerade im Akustik-Bereich viel durch Augenwischerei erwirtschaftet wird. So einige (angeblich professionelle) Stoffe sind einfach nur überteuert und erzielen gegenüber einfacheren Lösungen nur geringfügig bessere, teilweise sogar schlechtere Ergebnisse.
Im Falle der Dämmung wäre wohl MDF das einfachste Mittel. Das hat den Vorteil, dass es recht massiv, einfach zu bearbeiten und obendrein auch noch relativ günstig ist. Je dicker und schwerer die Gehäusewände, desto mehr Schall wird im Inneren durch Reflexion isoliert. Wenn man nicht viel Raum zur Verfügung stehen hat und vorallem den Körperschall des Korpus mindern möchte, dann helfen auch Bitumen oder Alubutyl.
Musst halt nur schauen, wie du dann den Airflow bewegstelligen möchtest. Denn der erfordert nunmal akustische Austrittsstellen und kann eine effektive Dämmung somit schnell ad absurdum führen. Eventuell könnte man hier mit einem mehrkammerigen bzw. verwinkelten System arbeiten, bei dem die Luft vorne und hinten nochmals eine (den Schall reflektierende) Innenplatte überwinden muss.
Lüftergitter haben meistens übrigens recht starke Einflüsse auf den Luftfluss. Sie mindern nämlich nicht nur das Fördervolumen, sondern sorgen auch für eine Menge hörbarer Verwirbelungen. Wenn möglich, dann würde ich die Austrittsstellen also komplett frei lassen. Ansonsten würde ich maximal ein Wire-Mesh als Griffschutz einsetzen. Das hat im Vergleich zum Wabengitter nicht ganz so gravierende Auswirkungen.
Bezüglich den Anmerkungen in deinem Spoiler stimme ich übrigens absolut zu. Es ist mit technischen Mitteln äußerst schwierig, die "Geräuschentwicklung" eines Gehäuse sinnvoll zu bewerten. Mal ganz davon abgesehen wird auch nur selten entsprechend geeignetes (und vor allem kalibriertes!) Equipment eingesetzt und über die Testbedingungen aufgeklärt. Spätestens dann, wenn keine Referenzlüfter mit genormter Drehzahl zum Einsatz kommen, erübrigt sich eigentlich der Vergleich...
Persönlich unternehme ich lediglich Geräuschaufnahmen, welche aus technischer Perspektive zwar auch etwas fragwürdig sind. Allerdings versuche ich demgegenüber auch, dafür zu sensibilisieren, dass derartige Mittel das subjektive Hörereignis weder objektivieren noch ablösen können.
Zu deinen Fragen:
1. Gute Frage. Das Problem kenne ich von meinem H440, dass ja explizit auf solche Schächte verzichtet, all zu gut. Ein Großteil des Volumens liegt da einfach nur frei, wird bestenfalls durch eine HDD oder gleich SSD besetzt.
Andererseits geht der Trend aber natürlich auch immer stärker Richtung Cube bzw. allgemein "Mini-PCs", welche die Raumverhältnisse deutlich besser ausnutzen. Ob die Handhabung dann noch die Selbe ist, ist aber eine andere Frage

Meiner Erfahrung nach hat es sich übrigens als hilfreich erwiesen, die Gehäuselüfter etwas weiter ins Gehäuseinnere bzw. so nah und zielgerichtet wie möglich an die zu kühlenden Komponenten heranzuführen. Das kann unter Umständen auch so einige Verwirbelungen mit Gehäusegittern und Ähnlichen verhindern. Man muss halt nur die Montage irgendwie bewerkstelligen, z.B. per Stativ / Schwanenhals oder gleich einer gummierten Aufhängung. Meines Erachtens ist die sinnvolle Platzierung der Lüfter auch deutlich wichtiger als deren Anzahl.
2. Als Griffschutz. Manche meinen auch, dass dadurch das Entweichen elektromagnetischer Strahlungen gemindert wird. Fest steht jedenfalls, dass solche Gitter den Luftstrom stellenweise
deutlich beeinträchtigen können.
3. 140mm sind derzeit der Sweetspot in Sachen Lautstärke versus Leistung. Die größeren Formate, wie etwa 180mm oder 200mm, haben derzeit noch mit so einigen lagerseitigen Problemen zu kämpfen (zu hohe Belastung durch schwereren Rotor) und sind effekt daher nicht sonderlich laufruhig.
Unterhalb der 140mm wird vergleichsweise natürlich weniger Luft bewegt.
Ich hoffe, das kann fürs Erste etwas weiterhelfen.
Bei Fehlangaben bitte ich um Korrektur
