Sind Grafiktreiber für AMD-Karten besser als für NVidia-Karten?

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Tim1974

Guest
Sind Grafiktreiber für AMD-Karten besser als für NVidia-Karten?

Hallo,

ich hörte mal, weiß aber nicht ob das stimmt, das AMD offenene Treiber für Linux hat und NVidia nicht, stimmt das?
Offene Treiber müßte sich ja eigentlich besser weiterentwickeln lassen, nehm ich zumindest mal an.

Wie ist es nun aktuell, wenn ich eine AMD R7-370 oder R9-380 in meinen Linux-Rechner anstelle der jetzt verbauten NVidia GTS 450 einbaue, habe ich dann merklich mehr Leistung oder einen stabileren Treiber?
Vorallem im Hinblick auf 4K-Auflösung und bei Mint 18, wenn es denn verfügbar ist?

Gruß
Tim
 
AW: Sind Grafiktreiber für AMD-Karten besser als für NVidia-Karten?

Soweit ich weiß sind die Linux Treiber von amd kompletter Müll. Zumindest was die OpenGL Leistung angeht. Da fährt man mit nVidia deutlich besser. Aber deine GTS 450 dürfte trotzdem mal getauscht werden.
Wofür brauchst du das denn? Bzw wo hast du aktuell Probleme?
 
AW: Sind Grafiktreiber für AMD-Karten besser als für NVidia-Karten?

Traditionell war es jetzt seit Jahrzehnten so wie Ebrithil schreibt: AMDs Linux-Treiber waren in Vergangenheit ziemlich mies (in manchen GPU-Generationen quasi kaum vernünftig benutzbar). Nvidias Linux-Treiber waren oft so mittelmäßig, aber immerhin benutzbar. Ich habe auf Arbeit am Institut einen PC mit vier Nvidia-Grafikkarten für CUDA-Berechnungen aufgebaut und einige Jahre betreut. Da hatte ich auch das ein oder andere Problem, was es so unter Windows nicht gegeben hätte. Aber mit AMD-Karten wäre das so unter Linux eine viel größere Frickelei gewesen.

Allerdings scheint sich seit einigen Monaten bei AMDs Linux-Treibern etwas zu tun. Bisher war das Problem, dass AMDs schlechte Treiber einen geschlossenen Quellcode hatten. Somit konnte (a) die große Linux-Entwicklercommunity nichts an diesen Treibern verbessern, und (b) die Community auch keinen eigenen guten Open-Source-Treiber schreiben, weil viele dafür nötige interne Informationen unter Verschluss waren.

Kürzlich hat AMD angekündigt, den Quellcode seiner Linux-Treiber komplett offen zu legen. Die Community hat daraufhin sofort angekündigt, sie wird den AMD-Treiber als Vorlage nehmen, und dann ordentlich umbauen / weiterentwickeln. Das lässt die Hoffnung zu, dass wir in 1-2 Jahren einen stabilen und guten Open-Source-Treiber für AMD-Karten sehen. Die kompletten Infos sind jetzt jedenfalls veröffentlicht. Jetzt hindert niemand mehr die Community, zur Tat zu schreiten :)

Also nochmal in Kurzform: Schon seit Jahrzehnten und auch im Moment noch sind AMDs Linux-Treiber ziemlich mies, aber es gibt begründete Hoffnung, dass sich das in nächster Zeit etwas ändern wird ;)

Zu deiner konkreten Frage: Kommt ganz drauf an, was du machen willst. Im Moment dürfte es noch ein ziemliches Abenteuer sein, eine R9 390 unter Linux mit allen Features in Betrieb zu nehmen. Da wäre möglicherweise einiges an Konfigurationsarbeit im System erforderlich, bis da alles (Energiespar-Modi, etc.) läuft. Ich würde für Linux momentan (noch) also eher die Nvidia-Karte behalten, auch wenn sie veraltet ist.
 
AW: Sind Grafiktreiber für AMD-Karten besser als für NVidia-Karten?

[...] das AMD offenene Treiber für Linux hat und NVidia nicht, stimmt das?
Offene Treiber müßte sich ja eigentlich besser weiterentwickeln lassen, nehm ich zumindest mal an.[...]

Moin!

Der Frage müssen wir uns in mehreren Schritten nähern.

Zunächst, einmal das Grundsätzliche:
Offene Treiber haben den Vorteil, dass die gesamte Community am Treiber mitwerkeln kann, so dass Neuerungen oder Bugfixes potentiell schneller umgesetzt werden können, als bei propritären Treibern, wo nur eine relativ kleine Gruppe Zugriff auf den Code hat.
ABER: Treiber müssen ja auch immer auf Hardwareschnittstellen zugreifen, damit sie überhaupt funktionieren können.
Sind diese Schnittstellen nicht bekannt bzw. offen gelegt helfen auch Open-Source-Treiber nicht wirklich weiter, da die Community ja nicht wissen kann, wie die Chipfunktionen tatsächlich im Treiber umgesetzt werden könn(t)en.

Bis vor ca. 1 Jahr war genau das immer das Problem bei den offenen Treibern, sowohl bei AMD als auch bei NVidia, weswegen diese zwar schon irgendwie funktionierten, aber nie auch nur annähernd in der Lage waren, das Leistungsmaximum eines Grafikchips heraus zu holen.
Alternative, insbesondere wenn es darum ging die 3D-Funktionen eines Chips nutzen zu wollen, waren die propritären Treiber, die beide Unternehmen mehr oder weniger Halbherzig (meint: unregelmäßige Updates, meist auch nur bedingt stabil, provozierten gerne Konflikte mit anderen Kernelmodulen...) zur Verfügung stellten.

Hier hat NVidia klar die Nase vorn gehabt! Deren propritären Treiber waren (sind) im Vergleich zu den AMD-Pendants -in einem einem Wort gesagt- besser. (Weil stabiler, komfortabler und i.d.R auch effektiver in Bezug auf die Leistungsfähigkeit des jew. Grafikchips.)

Ich schrieb aber nicht umsonst "...bis vor ca. 1 Jahr..." (...zudem galt Deine Frage ja explizit den offenen Treibern)
Bei AMD hat offenkundig ein Umdenken eingesetzt in Bezug auf ihre Linux-Politik, und das Unternehmen steuert nun regelmäßig quelloffenen Code für Linux bei.
Guckst Du hier: Neue Generation von quelloffenen Linux-Treibern fur AMD-Grafikchips |
heise open

oder auch hier: AMD & Linux: Alter Treiber wird aufgegeben, neuer bringt Vulkan-Support |
heise open

nicht zu vergessen, hier: Linux: Quelloffene 3D-Treiber beherrschen jetzt OpenGL 4.1 |
heise open


Seit Kernel 4.3 sind diese auch direkt im Kernel eingebunden und werden stets verbessert.
Guckst Du hier: Die Neuerungen von Linux 4.3 |
heise open


Fazit:
Da LinuxMint 18 (Sara) auf Ubuntu 16.04 LTS (Xenial Xerus) basiert und dort der Kernel 4.4 Einzug halten wird, gehe ich davon aus, dass bei beiden Distributionen dank der quelloffenen Treiber AMD-Karten dann out-of-the-box mit vollen Funktionsumfang laufen werden. Guckst Du hier: Xenial Xerus › Wiki › ubuntuusers.de

Ich hoffe, ich konnte helfen.

MfG!

Iso.
 
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AW: Sind Grafiktreiber für AMD-Karten besser als für NVidia-Karten?

Danke für die Antworten!

Meine Überlegung war, jetzt eine Mittelklassekarte für meinen großen PC (PC Nr.1 in der Signatur!) mit Windows 10 zu kaufen, damit ich wieder gut in FHD spielen kann und diese Karte dann in etwa 1/2 bis 1 Jahr in den Linux-PC umzubauen, wenn die neue Generation der Mittelklassekarten von AMD und NVidia auf dem Markt gut verfügbar sind und keine Kinderkrankheiten mehr haben sollten.

Momentan favorisiere ich die AMD R9-380 mit 4 GB dafür.
 
AW: Sind Grafiktreiber für AMD-Karten besser als für NVidia-Karten?

Das ist zwar spekulativ, aber wahrscheinlich wird in einem Jahr die Linux-Treiberunterstützung für eine R9-380 relativ gut sein. Auf jeden Fall besser als bis vor kurzem, denn schlechter kann es durch die Einbeziehung der sehr aktiven Linux-Entwicklercommunity sicher nicht werden ;)

Und aus aktueller Sicht für den Windows-PC bietet die R9 380 4 GiB ein ziemlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Damit macht man sicher nichts falsch. Zu empfehlen wäre da z.B. die "Sapphire Nitro".
 
AW: Sind Grafiktreiber für AMD-Karten besser als für NVidia-Karten?

Das ist zwar spekulativ, aber wahrscheinlich wird in einem Jahr die Linux-Treiberunterstützung für eine R9-380 relativ gut sein. Auf jeden Fall besser als bis vor kurzem, denn schlechter kann es durch die Einbeziehung der sehr aktiven Linux-Entwicklercommunity sicher nicht werden ;)

Und aus aktueller Sicht für den Windows-PC bietet die R9 380 4 GiB ein ziemlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Damit macht man sicher nichts falsch. Zu empfehlen wäre da z.B. die "Sapphire Nitro".

Das ist auch momentan meine Favoritenkarte, könnte sie für rund 212 Euro mit 4 GB bekommen, das ist echt kein schlechter Preis, oder?

Zum Thema Linuxtreiber, meine Erfahrungen vor Jahren waren schon, daß eine billig-ATI Karte in einem alten PC von Linux Mint gut erkannt wurde und der zusätzliche Treiber einfach zu installieren war, nur einen Haken setzen und es lief jahrelang problemlos.
Bei meinem anderen PC mit einer alten NVidia-Karte hingegen ging das nicht so einfach, denn da bot mir die Treiberverwaltung (oder wie das bei Mint oder Ubuntu heißt) diesen Treiber nicht einfach zun Anhaken an. Wenn ich über die Softwareverwaltung versucht habe ihn von Hand zu installieren, wurde das System instabil, bzw. ließ sich nicht mehr booten, war eine Katastrophe, ich wußte mir nicht mehr zu helfen und mußte Linux neu installieren.

Auch jetzt wo auf meinem "PC Nr.2" Linux Mint mit der Geforce GTS 450 läuft, ist nicht alles perfekt. Der Treiber ließ sich da zwar einfach installieren und es stürzt auch nichts ab, aber beim Bewegen des Mauskursors über die langen Menues von Firefox, habe ich leichte Bildstörungen.
 
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