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Server-Zusammenstellung

evolver81

Schraubenverwechsler(in)
Hallo zusammen,

da ihr mir vor ein paar Jahren so gut bei meinem Gaming-PC geholfen habt, muss ich euch jetzt nochmal wegen der Zusammenstellung eines Servers nerven. ;-)

Bisher nutze ich eine QNap-NAS (659 Pro) mit 5x3 TB 3,5" SAS-Platten im RAID 5. Das funktioniert zwar, aber sobald man was über den NAS-Betrieb hinaus machen will, wird's schwierig, da auf der QNap leider nur das QNap-Linux läuft, bei dem vieles nicht so wie in der "normalen" Linux-Welt funktioniert.

Unentschlossen bin ich noch, ob ich ein Windows oder ein Linux einsetze. Theoretisch würde ein Linux "ausreichen", da es vermutlich wegen weniger Overload auch weniger Strom frisst. Allerdings wäre es vllt. nicht schlecht, hin und wieder ein Windows booten zu können bzw. bei manchen Tätigkeiten nicht den Desktop-Rechner booten zu müssen.
Also somit entweder Linux mit Windows als VM oder andersherum. Windows-Server-Lizenz ist vorhanden.

Zunächst arbeite ich mal den Fragenkatalog ab:
1) Was soll das System genau machen?
NAS, Download-Server (SABnzbd, etc.), Datenbanken (nichts großes oder wo viel Performance gebraucht wird)

2) Gibt es besondere Anforderungen an die Hardware?
Stromsparend, da 24/7-Betrieb.
Außerdem würde ich direkt 16 GB RAM verbauen, damit ich da in nächster Zeit Ruhe habe.

3) Gibt es besondere Anforderungen hinsichtlich Software / Betriebssystem?
Wie oben beschrieben: Nein. Geht beides.

4) Was ist der preisliche Rahmen?
Es sollten keine 1000 EUR werden. Wobei noch die Frage ist, ob ich neue Platten brauche bzw. was ich mit meinen bisherigen Platten mache und ob man dadurch den Preis nicht etwas drücken kann.

5) Wie soll auf das System zugegriffen werden?
SMB, SSH, Remotedesktop

6) Eigenbau oder Komplettsystem?
Eigenbau wäre OK. Es sei denn, man findet einen passenden Server für gleiches oder wenige Euros mehr.

7) Worauf sollen die Daten gespeichert werden? Wie viel Speicherplatz wird benötigt?
SSD wird für das OS nicht benötigt. Daher alles auf normale 3,5" SAS-Platten, welche ich aber gerne im RAID5 betrieben würde.

8) Wie ausfallsicher soll das System sein?
Nicht so wichtig. Wichtig ist eher, dass die Daten "halbwegs" sicher auf den RAID5 liegen. Backups der wichtigsten Daten läuft natürlich noch parallel auf ext. Platten.

9) Wie performant soll das System sein?
Muss nicht das Performanteste sein. Wenn ich Dateien über Gigabit-Ethernet kopiere, sollte man halt sehen, dass ich Gigabit-Ethernet und RAID5 im Einsatz habe.

10) Wie erweiterbar soll der Speicherplatz sein?
Sollte erweiterbar sein. Wobei das bei einem RAID5-Controller ja sowieso der Fall ist.

Noch ein paar Fragen:
-Ich würde doch am besten auf ein Hardware-RAID setzen, oder? Windows biete von Haus aus ja auch ein Software-RAID an, aber das hat so einen seltsamen Beigeschmack. Und unter Linux bin ich mit solchen Konfigurationen bereits einmal bruchgelandet, so dass ich es dort auch nicht nochmal versuchen möchte.
-Meine bisherigen Platten (WD30EZRX) sind schon ein paar Tage alt und leider wg. eines Fehlers im Qnap-OS bzw. im Zusammenspiel mit den WD-Platten hat sich der LCC sehr erhöht. Eine der Platten wurde bereits mit vielen defekten Sektoren vom Qnap markiert.
Sie sind aber auf der anderen Seite auch zu schade zum wegwerfen. Was tun? Die vier nicht markierten Platten im neuen Server weiter benutzen? Oder doch nagelneue (4x5 GB?) kaufen, die dann durch die höhere Kapazität energieffizienter und günstiger sind?

Der Server soll in ein 19" Rack. Höhentechnisch ist genug Platz, so dass es auch gerne 4 HE werden können.

Vielen Dank vorab!

evolver

PS: Hatte auch mal überlegt, mir einfach einen älteren gebrauchten Server aus eBay zu kaufen. Dort bekommt man teilweise ausgemusterte Rechenzentrums-Server mit 16 GB RAM, Quad-Core und RAID für ~200-300 EUR. Oder ist davon generell abzuraten?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann dir nicht mit exater Hardware helfen, aber schlage auf jeden Fall, abgesehen von den Platten, auch gebrauchte Serverhardware vor. Zum Beispiel mit Remotemanagement Schnittstelle.

- Zum OS, warum denkst du brauchst du Win? Abgesehen davon, dass du es vllt. leichter findest zu bedienen, ist keine der Aufgaben, die du genannt hast wirklich an ein OS gebunden. Und wie du schon sagtest Linux (Headless) ist deutlich sparsamer und kostenlos (obwohl du sagst du hast eine WinServerlizenz)

- Ich habe selbst nicht viel erfahrung mit RAID, aber was ich gelesen habe tut es in der Regel ein Softwareraid. Vorallem unter Linux und mit so vergleichsweise geringen Anforderungen/ geringen Zugriffen.

- Was die Platten angeht musst du auf jeden Fall das RAID neu bauen, wenn du den Controller wechselst. Also muss das akutelle RAID5 entweder leer werden, neugebaut werden und dann wieder befüllt werden, oder du kaufst neue Platten, baust das RAID und schiebst vom QNAP zum neuen Server. Ich würde wohl nur die eine fehlerhafte Platte austauschen, vllt das RAID gleich um eine Platte erhöhen (so hast du nur einen Buildvorgang) und dann erstmal gut. Musst halt in der Zwischenzeit alles auslagern, keien Ahnung wieviel von den 12TB Speicher belegt sind.

- Gehäuse würde ich auf jeden Fall gebraucht kaufen. Da kann in der Regel nicht viel schief gehen/ Kaputt sein und die gibts echt zu hauf.

- Kann man dich noch dazu übereden bitte eine extra SSD/HDDfür das OS zu kaufen?! Das kostet wirklich nicht viel, ist deutlich schöner/eleganter und du kannst noch booten wenn das RAID ausfällt!

Ansonsten nen aktuellen sparsamen Intelprozessor und Mainboard mit 4x Ram, Zwei davon mit je 8GB bestücken, genügend Schnittstellen, vllt Dual GBit Lan. Da du ja SAS-Festplatten hast kommst du wohl um ein Servermainboard garnicht rum. oder extra Controllerkarte. Da müssen dir andere helfen.

Gruss
Eldiabolo
 
Gigabit ausgelastet kriegt man sogar mit 2 WD Red im Software RAID 1 unter Linux, wenn man halbwegs zusammenhängende Dateien kopiert.

Ich hab bei meinen Eltern ein Openmediavault (Debian basierte NAS Distro mit Webgui zur Config) laufen mit lediglich 2 3TB Platten im Software RAID und das läuft auf einer Quqdcore Apollo Lake CPU super (<20% Load). Bei dir steht natürlich mehr Leistung an mit 5-6 Platten im RAID 5, aber ich glaube das ist nichts, was eine kleine Quadcore Xeon mit etwas RAM nicht bewältigt kriegen würde... Das sind aber nur Vermutungen meinerseits.

Eine eigene kleine SSD oder HDD für das OS ist Pflicht, man legt bei einem NAS nicht OS und Daten auf das selbe RAID. Das ist Schwachsinn und preislich bei so einem System ein vernachlässigbarer Mehrkostenaufwand.

Ich würde wegen des 24/7 Betriebs von alter Serverhardware absehen - was man so billig kriegt sind meist 1366 oder gar noch ältere Systeme, die deutlich ineffizienter arbeiten als moderne - gerade im Idle, wo sich dein NAS wohl 90% der Zeit befinden wird. Ich glaube immer noch, dass eine Xeon E3 gut ausreicht und die sind ja schön billig.
 
Vielen Dank schonmal für eure Antworten.

Ich habe hier noch eine 250 GB Samsung 840er Serie. Die könnte ich für's OS nehmen.
Xeon E3? Der steckt in meinem aktuellen Gaming-PC. (siehe hier: Kaufempfehlung)
Vielleicht macht es Sinn, ein bisschen neue Hardware für den Gaming-PC zu kaufen und dann die alte Hardware für den Server zu verwenden? Oder ist das wg. der Energie nicht sinnvoll?
 
Für Software RAID wäre ne i5/i7 oder E3 schon gut... Das frisst dick Power. Und im NAS würde sich ECC RAM mit einer Xeon anbieten.
 
Oder man macht es gleich richtig mit einem Hardware-RAID. Oder gar keins, wenn die Ausfallzeit auch mal da sein darf (so zumindest laut Anforderung des TE).
 
"Frisst dicke Power" würde ich so nicht unterschreiben bei Software-Raid.
Das Software RAID6 auf meiner neuen Workstation braucht nie mehr als 25% von einem Kern (Xeon E5-2650v4).
Dass Software-RAID "falsch" und Hardware-RAID "richtig" ist halte ich ebenfalls für eine sehr grobe Vereinfachung.
 
Okay, wenn es so wenig braucht wäre eine i3 eine Option. Es gab doch mal um 100€ ne Skylake i3 die sämtliche Virtualisierungen und ECC RAM konnte, oder irre ich mich da? Hab da was in der Art im Kopf. Quasi Xeon e3 Featureset aber um nen Hunni.
 
Bei einem Xeon E3 1230 v3 inkl. bspw. Intel Server Mainboard wäre ich ja grob bei 400 EUR, richtig? Plus Gehäuse usw. müsste ich dann vermutlich mit 800-1000 EUR rechnen.

Hatte jetzt mal bei eBay nach gebrauchten Servern geschaut und dabei ist mir ein Fujitsu Primergy RX300 S6 ins Auge gesprungen. Die gibt's mit 1 oder 2 CPUs (meistens Xeon 5620 oder 5630) und ordentlich RAM. Außerdem 6 3,5" Einschübe und Hardware-RAID. Liegen so zwischen 200 und 250 EUR.
Das wäre für meine Zwecke doch vielleicht eine gute Alternative. Da meine 250 GB SSD für's OS rein und dann bis zu 6 3,5"-Platten.

Oder ist das vom Stromverbrauch her irrsinnig? Die 600 EUR Mehrkosten für einen neuen Server müssen sich ja armortisieren...
Mal grob gerechnet: 600 EUR sind 2.400 KWh. Auf drei Jahre sind das 800 KWh/Jahr. Somit 2,2 KWh/Tag. Heißt der 600 EUR teurere Server müsste grob 100 Watt weniger brauchen, damit ich nach drei Jahren von den Stromkosten her im Plus bin.
Was man so findet (SPECpower_ssj2008) , hat der RX300 S6 mit einer CPU einen Idle-Verbrauch von ca. 80 Watt. Bei 30% Last sind es ca. 140 Watt. Weiß nicht, was die Platten brauchen. Meine bisherige NAS mit den fünf Platten braucht insgesamt ca. 60-70 Watt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich will keine Daten verlieren und ich habe zu viele Daten, um sie komplett anderweitig zu speichern.

Die wichtigsten Daten (weniger als 1 TB) habe ich noch auf anderen Medien. Aber auch den Rest hätte ich gerne relativ sicher aufbewahrt. Außerdem hätte ich die Platten gerne als ein großes Share. Und ein gestriptes RAID über 5 Platten finde ich sehr risikoreich. (zumal die Platten - wie oben beschrieben - ggf. nicht mehr all zu lange halten)
 
Sei die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Platte 1% (vermutlich realistisch über 4-5 Jahre gerechnet) und fünf Platten im Gebrauch:

Risiko, Dateien zu verlieren, von denen man ein komplettes Backup hat (in etwa gleich dem Risiko von RAID1): 0,01%
...von denen man kein komplettes Backup hat und die im RAID5 liegen: 0,15%
...und die auf einer Platte liegen: 1%
...und die auf fünf Platten im RAID0 liegen: 4,9%

Das Risiko von 0,01% für meine privaten Daten und 0,15% für meine restlichen Daten ist OK. Mehr sollte es nicht sein. Aus dem Grund RAID5.
 
Wenn ich die Risiken durch Feuer, Wasser, Lawinen, Asteroiden, Aliens & Co. mitrechne, komme ich dann auf ca. 0,2% Risiko. Auch zu verschmerzen...
Wie bereits oben erwähnt: Downtime ist nicht der Faktor. Wenn der Server ein oder zwei Tage down ist, ist trotzdem alles gut.
Und wenn ein feuerspeiendes Alien mit einem Asteroiden abstürzt und den Server lahmlegt, sind meine Daten futsch. Dann habe ich aber wenigstens was zu erzählen...

=> RAID


Momentan verzetteln wir uns auch irgendwie am RAID. Ich denke, ich habe euren Standpunkt verstanden.
Was haltet ihr denn von dem Vorschlag oben mit dem Fujitsu Primergy RX300 S6?
 
Wenn Downtime nicht der Faktor ist, brauchst du kein RAID. Denn gerade das ist der Sinn dahinter.

Ich sprach übrigens eher von Viren etc.

In dem Sinne tut es dann nämlich auch der G4500 oÄ mit einem Board,was genügend Anschlüsse bietet.
 
Jupp, RAID dient allein der Vermeidung von Downtimes. Ein Backup hingegen hilft dir, wenn jemand in dein Haus einbricht, dir ein Virus alle Daten verschlüsselt oder du schlicht und einfach aus Versehen wichtige Files löschst. Grundsätzlich andere Zielsetzung!
 
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