Schön, wenn sich jemand zum selber bauen durchringt!
Wie Caspar schon schreibt sind im Selbstbau die Möglichkeiten vielfältiger, wenngleich ich niemals einen LS mit Hartöl behandeln würde, wenn man doch einfach gutes Möbelöl (z.B. Biofa wie es auch der Schreiner nimmt) verwenden kann.
Für deine Hörsituation wäre ein Breitbänder gar nicht mal so schlecht. Der klingt schon bei geringem Hörabstand absolut homogen und bei größerem halt auch noch, dazu räumlich ohne Ende. Kompakte LS mit Breitbändern gibts wirklich zuhauf. Ich habe z.B. fürs Kinderzimmer meines Großen die PicoLino2 gebaut (weder Möbel-, noch Hartöl sondern aus MDF und mit blauer Acrylfarbe). Die Dinger sehen wirklich gut aus, klingen recht souverän (Partys kann man damit aber net beschallen) und machen dank Transmissionslinie auch einen ordentlichen Bass bis knapp unter 50Hz. Einzig die Einfräserei des &%/§$ Korbs (warum sind die net alle einfach rund?!) war ein wenig kritisch, sonst kinderleicht nachzubauen!
Aber wie gesagt, da gibts wirklich einen Haufen Alternativen - schau dich mal um! Als Tipp bei Strassacker (
www.lautsprechershop.de) beraten die einen auch am Telefon gut!
Wenns denn kein Breitbänder werden soll, dann solltest du drauf achten, dass die Chassis nicht zu weit auseinander sind, das ist fürs Nahfeldhören nicht optimal (bei den kleineren LS ist das aber ohnehin praktisch immer gegeben.
Es gibt nur eine Schattenseite beim Selbstbau. Das vorher anhören ist nicht ganz so einfach. Idealerweise kennt man jemanden der die LS schon gebaut hat. Händler gibts nicht sehr viele die was vorführen können. Sehr nett auch die Möglichkeit bei der Klang+Ton (Duisburg, alle 2 Monate) die LS aus dem aktuellen Heft anzuhören, bei Visaton kann man soweit ich weiß auch probehören. Ansonsten bleiben noch ein paar Messen (in Stuttgart war die letzten beiden Jahre im Herbst eine) und diverse hilfsbereite Selbstbauforen.
Selbst bauen kannst du natürlich, ist aber natürlich der Punkt, dass du wahnsinnig viel Zeit brauchst zum Bauen.
Für ne kompakte Box ist der Aufwand - je nach Geschick natürlich - extrem gering. 6 Bretter sägen (ggf. als Zuschnitt holen), zusammenleimen, schleifen, Weiche löten, Ausschnitte reinsägen, Gehäuse finishen (da kanns je nachdem was man macht etwas aufwändiger werden) Zeug reinschrauben - fertig. Wenn man keine 2 linken Hände hat ist das an nem WE gut möglich. Lediglich durchs Gehäusefinish und die evtl. einzuhaltenen Trockenzeiten kann es mit nem WE knapp werden...
Da brauchst du aber noch einen Verstärker. Das muss natürlich in den Preis noch mit rein
Da würd ich nen gebrauchten holen, ggf. hast Du oder ein Bekannter auch noch nen ausrangierten rumstehen. Qualitativ sollte ein gebrauchter Markenverstärker den in meist falsch titulierten Aktiv-LS (

) eingebauten Dingern eigentlich mindesten ebenbürtig, normalerweise aber wohl überlegen sein. Das ist kein Nachteil - sieht man von dem zusätzlichen Platz ab.
Ansonsten bekommt man im Selbstbau für das Geld relativ gutes Zeug.
Das ist relativ untertrieben. Im dem Preisbereich kann man Sachen bauen an die FertigLS schlicht nicht hinkommen. In dem Preisbereich werden überwiegend billigst Chassis verbaut und die Stabilität der Gehäuse ist auch normalerweise zumindest verbesserungswürdig.
Mit "Bass soll da sein", ist natürlich der Punkt angelangt, wo es schwierig wird
Das ist einfach subjektiv und hat ja erst mal mit persönlichen Vorlieben und Empfindung zu tun. Hat aber mit selber bauen oder selber kaufen nichts zu tun.