Nach UK Recht ist es nicht zulässig seine Marktmacht zu missbrauchen, indem man einem Anbieter die Preise diktiert.
Das hat Steam ebenso wie Amazon praktiziert, indem sie den Anbietern untersagt haben über andere Kanäle günstigere Preise anzubieten, als auf ihrer Plattform.
Die Preise auf Steam legt prinzipiell der Entwickler/Publisher fest. Steam-Versionen müssen in Drittanbierter-Shops denselben Grundpreis haben. Versionen anderer Stores wie EGS oder GOG dürfen sie andere Preise verlangen – passiert jedoch äußerst selten. Metro Exodus hat im EGS nur 50 gekostet, in Steam hatte es 60 gekostet, wurde dann dort aber vor Release aus dem Store genommen, weil Epic ja noch den Exklusivdeal eingetütet hat. Control auch 60 EGS, 70 Steam. Cyberpunk war in GOG auch günstiger als auf Steam.
Früher hat Valve die Spielehersteller schon ordentlich unter Druck gesetzt. Es gibt ja einen Grund, warum EA und Ubisoft einen eigenen Launcher gemacht haben und das war nicht nur die Einsparungen, wenn man einen eigenen Dienst hat. Ich habe von 2005 bis Ende 2014 als Einkäufer von Videospielen gearbeitet und da hat man schon einige Geschichten gehört, wie Valve ihren DRM durchzusetzen versuchte. So das "Wenn Steam als Vertriebsplattform nutzen möchtest, dann darf keine DRM-freie-Version als Disc erscheinen" war da noch das Harmloseste.
Das letzte stimmt einfach nicht. Schon immer konnte ein Entwickler eine (Steam-)DRM-freie Version, ob physisch oder anderer Store veröffentlichen. Prominente Beispiele: The Witcher 1&2, Stalker, Gothic 3
Und die Beweggründe von EA & Co. waren – und das ganz offiziell – andere: u.a. 100% Eigenanteil, eigener Shop in Steam, Kontrolle über die Kundendaten … die Liste ist lang – die waren einfach gierig
Wenn Valve tatsächlich DRM‑freie Versionen verboten hätte, wären doch viele Releases der späten 2000er und frühen 2010er unmöglich gewesen.
So weit ich weiß, bezieht sich dieser Vorwurf im engeren Sinne lediglich auf Steam Keys und deren Preise auf anderen Plattformen, nicht aber auf den Preis eines Spiels auf anderen Plattformen. Wäre dem so, könnte ein Entwickler beispielsweise sein Spiel problemlos auf Epic oder einer anderen Plattform günstiger anbieten als auf Steam.
Nicht nur im engeren Sinne. Diese kolportierte Paritätsklausel bezieht sich rein auf den Vertrieb von Steam-Keys außerhalb von Steam. Weil Entwickler/Publisher somit die Steam-Infrastruktur nutzen, ohne dass Valve (über die Provision) irgendeine Kompensation für hätte; und um den Steam-Käufer nicht zu benachteiligen. Über Rabatte haben sie dennoch Möglichkeiten die Spiele woanders günstiger anzubieten.
Und genauso darf ein marktherrschender Shop es nicht zur Bedingung machen, dass ein Publisher seine Spiele überall anders zum mindestens gleichen oder höheren Preis anbietet, zumal bei unterschiedlichen Provisionshöhen.
Das macht Valve ja auch nicht. Das unter anderem hatte den Epic Games Store zu Beginn ziemlich schnell entlarvt, weil man dort den Spielern ja bewusst die Hoffnung gemacht hatte, dass mit der geringeren Provision Spiele günstiger werden können. Das hatte dann aber nur den Effekt, dass die Entwickler/Publisher denselben Preis verlangt haben und sich durch die geringere Provision mehr Geld einstreichen konnten.
Den zwang gibt es nicht. Es darf nur woanders nicht günstiger angeboten werden als auf Steam.
Wie shaboo schon schrieb, bezieht sich das nur auf Steam-Keys die Entwickler/Publisher über eigene oder Drittanbieter-Shops verkaufen wollen.
Das ist durchaus legitim, nur zwingt Steam die Publisher dazu, von den Kunden den selben Preis zu nehmen, ob mit Steam oder ohne. Das ist hier der Knackpunkt. Sonst könnte man ganz einfach entscheiden, ob einem Steam die 20€ wert ist oder man doch lieber die Version bei Uplay für 20€ weniger nehmen möchte, bzw. bei EPIC den Preis in der Mitte zahlt.
So haben andere aber faktisch keine Chance.
Das ist eine klare Vertragsklausel, die begesagt, dass ein Spiel, welches im Steamstore angeboten wird, nicht in einem anderen Store unter den bei Steam angebotenen Preis liegen darf.
Dieser „Zwang“, wie auch oben und von dem einen oder anderen bereits richtiggestellt, gilt nur für Steam-Keys/-Versionen. Entwickler/Publisher dürfen auf Epic, GoG, etc. jeden Preis verlangen den sie wollen. Solange sie dort nicht die Steam-Version verkaufen, was mir neu wäre.