Ryzen 3800X läuft nicht stabil bei IF 1800Mhz + DDR4 3600 (mit IF 1800+ DDR4 3200 schon) ???

Micha0208

Software-Overclocker(in)
Hallo Leute,

ich hoffe einer von Euch kann mir helfen und ein paar Fragen beantworten.

Ich habe seit 1,5 Monaten folgendes System:

Mainboard: MSI MPG X570 Gaming Plus
CPU: AMD Ryzen 7 3800X
CPU-Kühler: Brocken 3
Grafik: Gainward 2070Super Phantom GS
Speicher: 32 GB (2x16GB) G.Skill TRIDENT Z Neo DDR4-3600 (CL 17-19-19-39 1,35V); beide Ram-Riegel sitzen wie vorgeschrieben in Slot 2 und 4!
System-SSD: Silicon Power P34A80 1TB, M.2
Netzteil: Be Quiet! Straight Power 11 Platinum 650W ATX 2.51
Gehäuse: Fractal Design Define7 (vorne: 3x140mm rein, hinten: 1x140mm raus)

Zuerst dachte ich das System läuft nach Inbetriebnahme einwandfrei. Auch die neuesten AMD-Treiber sind installiert. Anfangs hatte ich Infinity Takt 1800Mhz und DDR4-3600 (mit XMP-Timings) eingestellt. Memtest zeigte auch keine Fehler und zeigt bis heute keine.

Leider viel mir schnell auf das ich (relativ) häufige Abstürze bei IF 1800Mhz + DDR4 3600 (meist mit spontanem Neustart) beim Spielen hatte, manchmal auch nur beim Surfen. Besonders häufig bei AC:Origins, aber seltener auch bei allen anderen Spielen.

Zuerst hatte ich den DDR4-3600 Speicher als Problem vermutet, da ich Temperaturprobleme bei allen Komponenten ausschließe. Darauf hin habe ich folgendes getestet:

Habe den Speicher bei einem Bekannten mit 3700X u. dem selben MSI 570X Gaming Plus Board auf DDR4-3600 gegengetestet. Mit seinem 3700X lief If Takt 1800Mhz problemlos mit meinem DDR4 3600. War wie gesagt sogar mit selben Board u. der gleichen (neuesten) Bios-Version. Alle Spiele u. Scenarien die bei mir einen Neustart provozieren liefen bei ihm einwandfrei.
Auch mit seinem Corsair Speicher waren bei mir keine IF 1800Mhz drin. Bei mir wird mit DDR4 3600 alles über ca. 1650Mhz IF-Takt instabil. Auch mit erhöhter SOC-Spannung u. anderen Tricks.

Habe dann erstmal aufgeben u. betreibe den Speicher auf DDR4 3200 bei 1600Mhz If Takt. Absolut rockstable u. das bei Cl 14 mit verschärften Subtimings. Seitdem seit Wochen kein einziger Absturz/plötzlicher Neustart mehr.

Jetzt kam mir plötzlich folgende Idee:
Pobiere doch einfach mal Infinity-Takt 1800Mhz mit DDR4-3200. Und siehe da das System ist unter jedem Spiel/Anwendung/übertriebenes Multitasking mit offenen Browser usw. absolut stabil:ka:. Also liegt die Instabilität nicht allein am 1800Mhz Infinity-Takt.

Meine wichtigste Frage, auch aus Interesse, lautet:
Habe ich Nachteile wenn ich DDR4-3200 mit 1800Mhz Infinity-Takt betreibe??? Ist ja dann kein 1:1 Verhältnis mehr. Laut einiger Leute im Ryzen-Forum bei computerbase.de soll das hochsetzen des Infinity-Takts bis maximal 1800Mhz auch bei DDR4-3200 leichte Vorteile bringen. Widerspricht aber der hier immer betonten wichtigen 1:1 Einstellung:ka:.

2. Frage: Der Speichercontroller befindet sich ja bei Ryzen in der CPU. Kann es am Speichercontroller in der CPU liegen, dass ich (auch bei schlechtesten Timings) DDR4 3600 nicht stabil bekomme zusammen mit 1800Mhz Infinity-Takt?

Sorry für den langen Text, hoffe trotzdem jemand steigt da noch durch und kann mir meine wichtigsten Fragen beantworten.

Danke schon mal an alle!
 
Tests haben gezeigt, dass der IF-Takt immer mit dem RAM-Takt syncron sein sollte, selbst wenn der IF-Takt höher statt niedriger geplant ist. Selbst wenn es in einigen bestimmten Szenarien leichte Vorteile bringen sollte, so ist man über alle Auslastungsszenarien hinweg mit einem 1:1 Taktverhältnis immer besser dran.

In der Regel lassen sich durch einen Infinity-Takt von 1900 MHz (spezifiziert von AMD bis DDR4-3200 / IF 1600 MHz) ein paar Prozent herauskitzeln, daher ist jeglicher IF-Takt über der Spezifikation eine Übertaktung und damit Glückssache. Mit dem ungeraden Betrieb von DDR4-3200 / IF 1800 MHz hast du in manchen Anwendungen / Games vielleicht +3 % Performance, in anderen dann wieder -5 %. Das lohnt sich also nicht.
Hinzu kommt:
Der IF-Takt ist die Verbindung der Kerne untereinander und mit dem Speichercontroller, dieser hat selbst noch einen anderen Takt UClk. Wenn du diesen herabsetzt, könnte ein höherer RAM-Takt stabil laufen, wird dann aber sinnlos. Womöglich ist der asynchrone Betrieb bei dir stabil, da der Speichercontroller dennoch nicht so belastet wird wie mit beispielsweise synchronen DDR4-3600.

Ich würde an deiner Stelle entweder synchrone DDR4-3200 mit möglichst niedrigen Timings fahren oder mal DDR4-3533 oder 3466 synchron probieren. Da fängst du dann mit CL18 an testest dich bei den Timings herunter. :)
EDIT
Ich weis nicht, ob es bei Ryzen 3 noch so ist, aber vor allem bei höheren RAM-Taktraten gefielen Ryzen ungerade CAS-Latenzen überhaupt nicht. Da hieß es immer möglichst bei CL16, wenn es geht CL14 bleiben. Muss man die Latenz erhöhen für Stabilität, habe ich lieber von CL16-18-18 auf 16-19-19 erhöht um CL17 zu vermeiden. Keine Ahnung ob das bei Ryzen 3 noch so ist...

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RAM-OC auf AMD Ryzen 3000 im Test: Testergebnisse - ComputerBase
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für die ausführliche Antwort:daumen:.

Jetzt habe ich das ganze verstanden u. kann auch nachvollziehen warum bei niedrigerem RAM-Takt plötzlich der höhere IF-Takt läuft.

Ich hatte 3466 synchron schon mal probiert, es aber ebenfalls nicht stabil bekommen. War auch keine Frage der Timings. Scheinbar wird bei mir alles über 1650Mhz IF-Takt synchron instabil.

Da ich zum Glück Dank Ryzen DRAM Calculator den Speicher bei schnellen DDR4-3200 CL14 (samt sehr guter Subtimings) stabil habe, bin ich damit dann auch zufrieden.
Die Szenarien wo man mal nicht im Grafiklimit ist und spürbar schneller durch DDR4-3600 sind wohl auch nicht so häufig. Und meine Minimum-FPS sind auch zufriedenstellend.

Dann freu ich mich halt weiterhin über meine schnelle, nicht ganz perfekte, CPU:D

PS: Zum Glück hat der 3800X nur 9€ Aufpreis zum eigentlich geplanten 3700X gekostet. Bei mehr hätte ich mich schon geärgert, wo doch die zwei 3700X von Bekannten einen IF-Takt von 1800Mhz und mehr locker schaffen. Aber das sich der 3800X wirklich lohnt hatte ich schon beim Kauf angezweifelt.
 
Gern geschehen.
Du kannst mit der Güte deiner Kerne durchaus Glück haben, der I/O-Die, ein extra Chip verbunden über IF, scheint gerade so durch die Qualitätskontrolle gekommen zu sein.
Das ist aber erstmal nicht schlimm, DDR4-3200 CL14 und -3600 CL17 nehmen sich im Endergebnis nicht viel. Erstere Einstellung wäre sogar meiner Meinung nach eine bessere Mischung aus hohem Takt und niedriger Latenz.
Falls es noch nicht ganz stabil ist, kannst du auch ohne großen Verlust auf 14-16-16-16-34-52 hochgehen.

Grüße
 
Stimmt. Ansonsten bin ich mit der 3800X-CPU zufrieden. Läuft auf 95 Watt (praktisch als 3700X;)) und taktet ohne PBO Allcore zwischen 4250 und 4350Mhz unter Last. Das schafft der 3700X meines Bekannten mit dem selben Board aber auch. Nur der Singlecore ist @Stock beim 3700X ganze 50Mhz geringer:ka:.

Wahrscheinlich hast Du Recht und nur der I/O-Die ist nicht so toll bei meiner.

Insgesamt kann man echt sagen, das die 3800X wohl keinen Aufpreis Wert sind. Wurde hier (und anderswo) ja bei Empfehlungen auch schon oft genug betont. Ich bezweifle das da irgendeine nennenswerte Selektion seitens AMD stattfindet.
Die erhöhen einfach die TDP auf 105Watt um die preisliche Lücke zwischen 3700X und 3900X zu schließen. Mit der gleichen TDP-Brechstange ist aber der 3700X wohl identisch was das Binning angeht.

Danke nochmal:pcghrockt:

FG
Micha
 
Da ich zum Glück Dank Ryzen DRAM Calculator den Speicher bei schnellen DDR4-3200 CL14 (samt sehr guter Subtimings) stabil habe, bin ich damit dann auch zufrieden.
Das ist ein gutes Ergebnis und vielleicht sogar meist schneller als 3600Mhz mit nur XMP.

Wenn du noch Bock auf Probieren hast, kannst du auch mal 3600Mhz Mem mit 1600Mhz IF testen.

Die Probleme, die du beschrieben hast, können an zu niedriger SOC Spannung oder unpassender (zu hoch oder zu niedriger) VDDG liegen. Wenn du unter hoher System Last CPU und GPU (oder nur CPU) Audiofehler hast, dann ist der IF Takt zu hoch, obwohl das System stabil ist.
 
AMD hätte den Ryzen 3900X auch 3800X und den 3950 stattdessen 3900X nennen können. Das hätte auch die Bezeichnungen etwas entzerrt.
 
Die Probleme, die du beschrieben hast, können an zu niedriger SOC Spannung oder unpassender (zu hoch oder zu niedriger) VDDG liegen.

Habe ich leider auch schon probiert. Höhere SOC-Spannung, höhere (und niedrigere!) VDDG und VDDP... Bei manchen ist 1800Mhz IF-Takt durch herabsetzten von VDDG und VDDP auf 1V stabil geworden. Bei mir leider nicht.

3600Mhz Mem mit 1600Mhz IF läuft stabil, ist aber etwas langsamer als der jetzt hochoptimierte 1:1 Betrieb bei 3200Mhz. Wäre das nicht auch wieder allein dadurch langsamer das da irgendwelche Latenzen entstehen, weil wieder kein 1:1 Verhältnis?

Ich werde es mit der nächsten Bios-Version von MSI nochmal probieren. Habe aber auch damit nicht viel Hoffnung auf einen stabilen 1800Mhz IF-Takt. Liegt ja eigentlich an der CPU.
 
Habe ich leider auch schon probiert. Höhere SOC-Spannung, höhere (und niedrigere!) VDDG und VDDP... Bei manchen ist 1800Mhz IF-Takt durch herabsetzten von VDDG und VDDP auf 1V stabil geworden. Bei mir leider nicht.

3600Mhz Mem mit 1600Mhz IF läuft stabil, ist aber etwas langsamer als der jetzt hochoptimierte 1:1 Betrieb bei 3200Mhz. Wäre das nicht auch wieder allein dadurch langsamer das da irgendwelche Latenzen entstehen, weil wieder kein 1:1 Verhältnis?
Bei Asynchronität entstehen zusätzliche Wartezeiten, richtig. Diese können aber durch hohen RAM Takt oder kurze Latenz aufgefangen werden, je nach Anwendung mehr oder weniger deutlich oder auch gar nicht. Bei LTT gibt es ein Video dazu.

Ich werde es mit der nächsten Bios-Version von MSI nochmal probieren. Habe aber auch damit nicht viel Hoffnung auf einen stabilen 1800Mhz IF-Takt. Liegt ja eigentlich an der CPU.
Vielleicht hast du die A-Karte, es gibt wohl CPUs, die nur 1766 Mhz mit machen. Vielleicht liegt es aber auch an den Einstellungen. Harte Resets (oder Kaltstart Schwierigkeiten) deuten meiner Erfahrung nach auf nicht richtig angepasste VDDG. VDDP ist bei so niedrigen Takt noch irrelevant. Du könntest mit dem neuen Bios mal 1,2V SoC mit verschiedenen VDDG Spannungen ausprobieren. Aber aufpassen, dass die LLC der SoC nicht noch mehr Spannung anlegt.
 
Danke für die vielen Tipps:daumen:
Werde das mit der nächsten Bios-Version alles noch mal testen. Eine neue Beta-Version ist schon veröffentlicht, warte aber auf die finale Version.

Insgesamt bin ich aber absolut zufrieden, eigentlich sogar total begeistert von dem AMD-System. Hatte seit Athlon64-Zeiten nur noch Intel.
 
Die Sache hat mir nun doch keine Ruhe gelassen:wall:
Ich habe jetzt 1800Mhz IF-Takt zusammen mit DDR4 3600 zum laufen bekomen :banane:

Mein System ist scheinbar total pingelig was die ganzen Spannungen betrifft. Mit VDDP=1V und Soc-Spannung=1.050V läuft es. Verändere ich eine der beiden Spannungen um nur 50mV wird das System instabil:ka:

Naja. Am Ende zählt nur das Ergebnis :D

Danke für Eure Hilfe! Ohne Eure Tipps, die verlinkten Artikel usw. hätte ich die ganze Testerei nicht durchgehalten!

EDIT: Vergessen: CLDO VDDG mußte ebenfalls auf 1,2V fixiert werden! Auf Standard traten bei 1800Mhz IF-Takt sonst immer noch mal Probleme auf.

FG
Micha
 
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