Der Wald-Vergleich ist schlicht unpassend. Ein Wald hat keine Firmen im Hintergrund, die aktiv Produkte entwickeln und vermarkten. Bei Linux sieht das anders aus: Kommerzielle Distributionen wie Debian (über Proxmox und andere Ableger) oder SUSE werden von Unternehmen gepflegt, die mit klaren Geschäftsmodellen auftreten. Auch Valve mit SteamOS ist ein Beispiel dafür, dass Linux sehr wohl gezielt positioniert wird – hier als Gaming-Plattform.
Das zeigt: Linux ist nicht nur ein loses Ökosystem, sondern wird von Firmen und Organisationen bewusst in bestimmte Märkte gedrückt – sei es Desktop, Cloud oder Militär. Das ist keine spontane Wahl der Nutzer, sondern eine strategische Ausrichtung.
Windows hingegen muss sich nicht künstlich positionieren, weil es seit Jahrzehnten der Standard ist: für Gaming mit DirectX, für professionelle Software wie Adobe oder Office, und für universelle Hardwareunterstützung.
Kurz gesagt: Während Linux von Firmen wie SUSE, Debian-Ablegern oder Valve aktiv vermarktet wird, bleibt es für Endanwender und Gamer ein Bastler-OS. Windows ist dagegen das Rückgrat der digitalen Welt – seit über 30 Jahren bewährt und universell einsetzbar.
Jetzt benutzt Du aber den Begriff "Linux" sehr lose, um dem Waldvergleich zu widersprechen.
Zunächst mal ist "Linux" nur der Kernel. Und da von Positionierung einzelner Firmen zu sprechen, ist etwas steil.
Wenn man jetzt von einzelnen Firmen und ihren Distributionen mit Vermarktungsinteressen sprechen, sind wir nicht mehr im allgemeinen Linux-Umfeld, sondern im recht speziellen.
Von mir aus positioniert sich Redhat mit seinem REHL und Canonical mit seinem Ubuntu Server.
Sie bedienen ihre Nischen. Ja. Und?
Glaube nicht, dass die "Linux" (verallgemeinernd) irgendwohin
drücken.
Die Firmen drücken mit ihrer Dienstleistung in ihre Nischen und bedienen sich dabei eigenen Distributionen mit Linux-Kern.
Es steht Dir frei, diese so zu nutzen, oder abzuändern, zu forken, was anderes zu machen etc.
Windows positioniert sich andauernd künstlich. Hier gibt allein MS den Ton vor, in welche Richtung sie drängen.
Und Windows hat sich vor etlichen Jahrzehnten mit Tricks, Kunstgriffen in diese Position taktiert - von wegen "künstlich positionieren".
Von einer fallenden Marktführung, die höchstens noch im PC-Desktop-Bereich besteht, auf "Rückgrat der
digitalen Welt" zu schließen, ist schon arg vermessen.
(die "digitale Welt" die heute überwiegend aus Servern, Switches, Repeatern, Sendestationen, Tablets, Smartwatches, Smartphones, Smart-TVs, Fitnesstrackern, Smartsensoren, IoT etc. besteht)