Reicht Netzteil noch nach GPU Upgrade

Elarmir

Schraubenverwechsler(in)
Hallo zusammen,

ich habe meine Graka aufgerüstet, und frage mich ob mein Netzteil den Anforderungen genügt. Es ist ein bq! 450W SYS-L6 80+

Intel i5 2500 @3.3 GHz
Gigabyte H67M-D2-B3
8 Gb RAM DDR 3
240 GB SSD
500 GB HDD @7200 rpm
4GB PowerColor Radeon RX 480 Red Dragon Single Fan

Von der Leistungsaufnahme her haben mir diverse Onlinerechner bestätigt das ich mit dem System unter 450W bleibe, allerdings habe ich einem anderen Thread gelesen das ältere Netzteile nicht mit den dynamischen Lastanforderungen moderner Grafikkarten zurecht kommen. Sollte ich mich daher nach einem modernen Netzteil umsehen, oder reicht das? Ich werde den PC ganz konventionell betreiben ohne OC/UV. Danke schonmal für die Hilfe und schönes Wochenende euch!
 
Reicht es? Vermutlich ja. Die 450W sind mehr als genug, das Netzteil aber ein alter Schinken. Obs funktioniert oder nicht hängt davon ab wie verschlissen das Ding schon ist und wie gut es noch einigermaßen die Anforderungen der GPU erfüllen kann. Im Voraus aus der Ferne sagen kann dir das keiner. Ebenfalls kann dir keiner sagen, ob die starke einseitige +12V-Belastung deines Gruppennetzteiles dazu führt, dass die anderen Spannungen ihre Spezifikation verlassen und die beispielsweise deine Festplatte auf Dauer grillen oder nicht.
Das kann noch weitere 5 Jahre super laufen - muss aber nicht.
 
Laufen wird es bestimmt aber ich würde es erneuern. Warum immer an dem Netzteil sparen, dafür ist die neue Hardware zu teuer!
kannst dir grob merken das man das Netzteil ruhig nach rund 5 Jahren erneuern kann.
 
Ein L6? Hui, was heut noch alles an Steinzeit Netzteilen in Gamingpc´s werkelt :ugly:.
Je nach Budget würde ich ein Vengeance 400W nehmen oder besser bspw. ein E10 400W oder GX-S450W, oder ganz neu Whisper M 450W.

Hier noch etwas Text zum L8 (Nachnachfolger deines L6)

Das liegt daran, dass das L8 Gruppenreguliert ist.

Gruppe bedeutet, dass die drei Spannungen im Netzteil, also 3,3 und 5 und 12 Volt gemeinsam erzeugt werden.
Das bedeutet aber auch, dass die drei Spannungen voneinander abhängig sind.
Belastest du nun eine Spannung sehr stark -- und heute wird praktisch nur noch die 12 Volt Leitung benötigt. 5 Volt brauchst du für USB und Festplatten, 3,3 Volt eigentlich gar nicht mehr -- sinkt diese ab, so dass du statt 12 Volt nur noch 11,6 Volt hast. Die 11,6 Volt sind noch innerhalb der ATX Spezifikation, aber bei 11,4 Volt wird es schon kritisch. Gleichzeitig steigen die anderen Spannungen an, sodass die 5 Volt Leitung schnell mal bei 5,5 oder gar 6 Volt landet.
Ausgleichen kannst du das nur, indem du die entsprechende Spannung belastest. Du müsstest also die 5 Volt Leitung stärker belasten, damit sie wieder sinkt. Was aber eben in der heutigen Zeit nicht einfach ist, weil ja nichts mehr da ist, was die 5 Volt braucht. Eine SSD oder eine HDD reichen da nicht.
Wenn du dann noch Netzteile hast, die eine billige Filterung und Glättung haben -- man kann das anhand der verbauten Caps erkennen -- ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass neben der steigenden Spannung auch die Restwelligkeit ansteigt. Die Restwelligkeit beschreibt die noch vorhandene Wechselspannung in der Gleichspannung. Du kannst die Wechselspannung nie komplett herausfiltern, das ist technisch nicht möglich. Man kann sie aber so weit reduzieren, dass sie keinen Einfluss mehr auf die Hardware hat.
Steigt sie aber an, hat sie ab einem gewissen Punkt durchaus wieder Einfluss auf die Hardware. die Steigende Restwelligkeit ist einer der Gründe, wieso Festplatten ausfallen.
Wenn du also jemanden kennst, der in letzter Zeit eine defekte Festplatte hatte, frag ihn mal, wie alt sein Netzteil ist, das er verwendet. :D

Hast du nun brauchbare Netzteile, die entsprechende Schutzschaltungen haben, schalten die ab, wenn die Spannung unterhalb eines Wertes sinkt.
Hier im forum gibt es einen User, dessen Netzteil -- ein S7 mit 450 Watt -- abschaltet, wenn er die Grafikkarte übertaktet.
Nominell sollte die Leistung des Netzteils reichen, aber weil die 5 Volt Leitung nicht mehr belastet wird, sinkt die 12 Volt Spannung unterhalb des Auslösewertes und das Netzteil schaltet ab.
Andere Netzteile schalten z.B. gar nicht ab, wie das Corsair RM. Das powert auch noch, wenn nur noch 10 Volt anliegen [was eben an der fehlenden Schutzschaltung liegt und deswegen wird es hier um Forum auch verrissen -- zu Recht]. Die thermaltake Germany Serie hatte ich ja schon erwähnt.
Schlimm wird es aber dann, wenn du hochgelabelte Gruppen Netzteile hast, wie das S7 mit 700 Watt oder das L8 mit der gleichen Leistung oder vergleichbar.
Bei denen ist die Spannungsstabilität extrem schlecht, sodass man sie nicht nutzen sollte. Schon gar nicht für Multi GPU, auch wenn die 700 Watt suggerieren, dass es eigentlich reichen müsste.


Bei Indy Netzteilen wird, wie der Name schon erahnen lässt, die Spannungen unabhängig voneinander erzeugt.
Das passiert mit DC-DC Converter. Daher nennt man diese Netzteile auch DC-DC Netzteile.
Der Vorteil ist die Spannungsstabilität. Auch wenn die 12 Volt Leitung bis zum Bersten belastet wird, hat das keine Auswirkungen auf die kleineren Spannungen.
Aber auch hier gibt es Grenzen. Wichtig sind Schutzschaltungen. Wenn die nicht vorhanden sind -- wie beim Corsair RM als Beispiel -- nützt die Spannungsstabilität nichts. Das Netzteil kann bei einem Fehler nicht abschalten und wird im Grenzfall die Hardware beschädigen.
Dann gibt es da noch Netzteile, wie die P10 Serie, die so stark gebaut ist -- was eben die Caps angeht -- dass sie auch problemlos deutlich mehr Leistung stemmen kann.
Ich hatte zwei P10 mit 550 Watt an der SunMoon getestet und beide waren in der Lage, über 700 Watt zu leisten, ohne dass sich die Spannungsstabilität geändert hatte, ohne dass die Restwelligkeit angestiegen ist. Die sind nicht mal lauter geworden.
Das ist schon sehr beeindruckend und einer der Gründe, wieso ich bei Multi GPU Systemen gerne das P10 empfehle. Ich weiß da aus erster Hand, dass es das leistet, was es verspricht.


Zusammengefasst:
Gruppe Netzteile haben bei einseitiger Belastung der Spannung -- was heute eben Fakt ist angesichts der dominierenden 12 Volt Leitung -- ein Problem mit der Spannungsstabilität, was im geringsten Fall zum Abschalten des Netzteils führt, wenn die Schutzschaltungen vorhanden sind, und im schlimmsten Fall zur Beschädigung der Hardware führt, wenn die Filterung und Gättung schlecht ist.
Indy Netzteile oder DC-DC Netzteile haben das Problem der Spannungsstabilität nicht. Nachteil hier ist einfach der, dass im Max Last Bereich die Restwelligkeit zum Teil stark ansteigt, was auf schlechte Komponenten im Form von minderwertigen Caps zurück zu führen ist.
Und natürlich sollten grundlegende Schurtschaltungen verbaut sein, die auch greifen.
Es nützt nichts, wenn der Hersteller OCP verbaut, das aber erst jenseits von 80 Ampere greift. Schon bei weiniger als 50 Ampere schmelzen Leitungen.


Und dann will ich das mit den Peak werten noch mal aufgreifen.
Aktuelle Grafikkarten wie die 900er Serie von Nvidia, haben zum Teil stark schwankende Peak werte. Das liegt daran, dass die Karten ständig zwischen Max Last und Idle hin und her schalten.
Das liegt wiederum am Boost Modus, den aktuelle Karten besitzen.
die Karte versucht immer den maximalen Boost Takt zu erreichen und taktet ständig darauf zu, wird aber gleichzeitig vom Power Limit und Temperatur Limit eingegrenzt.
So kann es passieren, dass eine Karte zwar eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von 180 Watt hat, aber einen Peak Wert von über 300 Watt.
Gerade bei übertakteten Karten wird der Unterschied größer -- Toms Hardware hatte da mal einen Test zu gemacht, als die 900er Karten auf den Markt kamen -- da liegt die durchschnittliche Leistungsaufnahme bei 190-200 Watt und der Peak Wert kratzt an der 400 Watt Marke oder ist darüber.
Moderne Netzteile, wie das E10 oder auch das Antec Edge -- gibt natürlich noch viele weitere Netzteile -- haben keine Probleme mit den Peak Werten. Die kann die Filterung problemlos abfangen.
Hast du aber ein älteres Netzteil drin oder eben ein Gruppe Netzteil, kann es passieren, dass das Netzteil abschaltet, weil der Peak Wert zu hoch war und die Schutzschaltung gegriffen hat, eben wegen der abfallenden 12 Volt Spannung.
Gerade ältere Netzteil, die schon belastete Caps haben, die auch schon einen Alterungsprozess unterliegen, können da einen Schaden kriegen, weil einer der Caps platzt.

Ich will damit nicht sagen, dass wir alle Netzteile, die älter als 4 Jahre sind, entsorgen sollen. Das ist Unsinn.
Solange du die Hardware nicht veränderst, wird das Netzteil keine Probleme haben und auch 10 Jahre laufen. Ich kenne da mehr als genug Beispiele, wo Rechner seit 10 oder 15 Jahren problemlos laufen, eben auch weil die Hardware nie verändert wurde.
Nur sind wir hier in einem Hardware Forum und da ändert man seine Konfiguration von Zeit zu Zeit und wer noch ein Sockel 775 System mit einer GTx 280 hat und nun auf ein aktuelles System mit GTX 980 wechsel will, sollte sich im Klaren sein, dass sein Straight Power E6, das er seit 8 Jahren nutzt, und das immer noch läuft, für die aktuelle Hardware einfach nicht geeignet ist. Hier ist dringend anzuraten, das Netzteil zu tauschen.

Warum immer an dem Netzteil sparen, dafür ist die neue Hardware zu teuer!

Wahrscheinlich nicht teuer genug. Aber die Phase (Netzteil ist asbach, aber die Watt stimmen) muss jeder selbst durchmachen. Erst wenn der gesamte PC durch das veraltete Netzteil hopps geht, sieht man Netzteile in einem anderen Licht :daumen:
 
Erst wenn der gesamte PC durch das veraltete Netzteil hopps geht, sieht man Netzteile in einem anderen Licht :daumen:
Stimmt zwar, man sollte aber dabei erwähnen dass das (sofern man nicht exhte Chinaböller wie Inter-Tech und so nen Schrott verwendet) extrem selten passiert. Würde das in mehr als 1% der Fälle auftreten wäre das Wissen darüber verbreiteter und man würde mehr darüber lesen.

Wenn das L6 hier die Grätsche macht passiert in 99% der Fälle nichts anderes als der PC geht aus und das wars. Es ist nur eben in seltenen Fällen möglich, dass dadurch die Hardware beschädigt wird (oder während des normalen Betriebes schon Probleme auftreten können die man erst zu spät bemerkt) weswegen wir davon abraten so alte Netzteile mit erneuerter Hardware weiter zu betreiben.
 
Das ärgerlichste ist nicht wenn das Netzteil kaputtgeht, selbst wenn es noch Hardware beschädigt, sondern wenn es noch läuft und irgendwelche unerklärlichen Fehler produziert, die dann anderen Dingen in die Schuhe geschoben werden. Ich hatte leider zweimal diese Erfahrung machen müssen, da sind 100€ gut angelegtes Geld.
 
Hui erstmal danke für die vielen Antworten!

Laufen wird es bestimmt aber ich würde es erneuern. Warum immer an dem Netzteil sparen, dafür ist die neue Hardware zu teuer!
kannst dir grob merken das man das Netzteil ruhig nach rund 5 Jahren erneuern kann.

Die Annahme finde ich etwas unfair, wenn ich hier einen Thread aufmache dann doch nur wenn ich auch die Bereitschaft habe bei Bedarf ein neues Netzteil zu kaufen, oder nicht? :D

Ich würde mal behaupten das Netzteil ziemlich wenig genutzt zu haben in seiner Lebenszeit. Die Erklärung zur Gruppenregulierung ist aber genau das was ich mir bereits gedacht habe: ein altes Netzteil wird nicht unbedingt den Anforderungen einer modernen Grafikkarte gerecht. Dann gehe ich mal ganz entspannt auf die Suche nach etwas Geeignetem, in dem Wissen das ich jetzt erstmal die Grafikkarte einbauen und nutzen kann (die 1 % Wahrscheinlichkeit nehme ich mal in Kauf). Danke für die Hilfe, die genannten Vorschläge gehe ich mal durch! :)

edit: auf der Rechnung steht Typ: 450W SYS-L6, auf dem Gehäuse lediglich System Power. Kann ich jetzt auch nicht eindeutig identifizieren...

Eventuell würde ich in 2 Jahren nochmal Prozessor, Mainbord und Graka anpacken. Dabei würde ich jeweils Mittelklasse Produkte kaufen. Bin ich da auch in Zukunft mit einem 400 W Netzteil ausreichend dimensioniert, sofern ich kein OC betreiben möchte? (Antwort natürlich ohne Gewähr, ich weiß niemand kennt die Zukunft genau :D)
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist ein System Power und ich schätze mal, dass es so alt ist wie der Rechner selbst, also 6 Jahre.
Das solltest du ersetzen.
 
Dann ists ein System Power L6 450W. Persönlich würde ich das nicht unbedingt weiter verwenden wollen (auch wenns wahrscheinlich gehen würde), Vorschläge für einen modernen Ersatz wurden ja bereits gemacht.

Hinweis am Rande: Wie stark und wie lange ein Netzteil genutzt wird hat nur wenig Einfluss auf seine Lebenserwartung - oder anders gesagt wenn du ein Netzteil 10 Jahre lang in den Schrank stellst ists auch verschlissen (weil beispielsweise die Elektrolytkondensatoren evtl ausgetrocknet sind). Natürlich ist der Vorgang im Betrieb etwas schneller (vorrangig weil die Komponenten wärmer werden) aber auch ein wenig/selten genutztes Netzteil sollte man nach so langer Zeit mal in Rente schicken, speziell wenn man an der Hardware was erneuert.
 
Stimmt zwar, man sollte aber dabei erwähnen dass das (sofern man nicht exhte Chinaböller wie Inter-Tech und so nen Schrott verwendet) extrem selten passiert. Würde das in mehr als 1% der Fälle auftreten wäre das Wissen darüber verbreiteter und man würde mehr darüber lesen.

Das stimmt auf alle Fälle, das Problem bzw. ein Grund warum man wahrlich nicht so oft von sowas ließt, ist das wahrscheinlich mehr als 98% der Nutzer keine Ahnung haben welches Teil des PCs nun defekt ist oder nicht auf die Idee kommen, dass das NT wohl das Problem ist und gleich einfach den ganzen PC tauschen.
Viele Leute schieben sowas wohl einfach darauf, dass "Technik" einfach nach gewisser Zeit kaputt gehen muss ;)


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