Argumente bez. Vergleichbarkeit gab es genügend. Du weigerst dich lediglich, sie zu akzeptieren, weil du für dich als einzig ausschlaggebenden Punkt die Legitimation / Motivation zur virtuellen von der "Norm" abweichenden Tat als Argument gelten lässt.
Nein, das ist nicht korrekt - und ich nehme an, das weißt du eigentlich auch, es passt halt nur nicht in deine Argumentation. Wenn hier wild zwischen dem Vergleich bestimmter Spiele und grundsätzlichen begriffen wie "Mord", "Tötung" und "Vergewaltigen" hin und her gesprungen wird und diese de gusto gleichgesetzt oder unterschieden werden, wirst du es mir schon nachsehen müssen, dass ich ganz gerne erst einmal Klarheit in der Diskussionsbasis schaffen möchte.
Wenn ich jetzt beispielsweise - nur mein Standpunkt, du musst ihn ausdrücklich nicht teilen - grundsätzlich festhalte, dass es angemessen ist, zur Rettung des eigenen Lebens zu töten, kann ich immer noch weitergehen und festhalten, dass man auch zur Rettung des eigenen Lebens nicht beliebig grausam töten darf oder aus dem Kampf ums Überleben zwingend ein Spiel für Leute machen muss, die vermutlich niemals töten müssen, um zu überleben, sondern das Ganze zwecks Nervenkitzel nachspielen.
Wäre Tötung mit Vergewaltigung grundsätzlich vergleichbar, müsste man dort auch einen Ausgangspunkt grundsätzlicher Akzeptanz finden.
Wenn man genehmerweise das Töten (oder Darstellung derselben) mit sexueller Gewalt (oder Darstellung derselben) pauschal gleichsetzt, ohne willens zu sein, die Gleichartigkeit in einem Aspekt zu belegen, wie will man sie dann jemals in der Gesamtheit belegen können?
Oder anders, wenn jemanden der von mir gewählte Aspekt nicht zusagt, könnte man auch einen anderen oder beliebig viele andere wählen und logisch durchexerzieren. Es macht nur seltsamerweise niemand.
Statt dessen wird sich auf immer wieder neue Vorstöße beschränkt, die mir sagen sollen, dass ich falsch liege. Ich wäre sofort bereit, das einzusehen, wenn sich jemand bequemen könnte darzulegen, wie es seiner Ansicht nach richtig wäre.
Aber da kommen nur Kampfbegriffe, wie das ach so böse Verbot, wobei ignoriert wird, dass ich nirgends mit nur einem Wort - noch nicht einmal andeutungsweise - ein Verbot für irgend etwas gefordert habe. Ich ziele eher darauf ab, dass entweder eine gewisse Einsicht stattfindet, dass es zwar erst einmal alles geben darf, aber man nicht alles aus fadenscheinigen Gründen akzeptieren muss.
Womit wir auch schon beim bereits angesprochenen Relativieren als Volkssport wären: Im Grunde gibt es hier eine Haltung, dass man Vergewaltigungsspiele dulden müsse, weil es Tötungsspiele gibt, die geduldet werden. Es werden jedoch eben nicht *alle* Tötungsspiele geduldet, sondern es findet ein ständiger Diskurs statt, was für wen oder wie viele und wo und wann akzeptabel ist und was nicht. Bei der ständigen Neufestlegung von Grenzen dürfen kluge und dumme Befürworter sowie kluge und dumme Gegner mitmachen.
Im Moment liegt die Grenze bei Vergewaltigungsspielen dort, dass mehrheitlich ein Schaf andere Schafe nicht einvernehmlich und nach Punkten beglücken darf, man jedoch als menschlicher Triebtäter während der Zombie-Apokalypse mehrheitlich noch auf mittelschwere Akzeptanzprobleme stößt. Zumindest bei Steam, aber wenn die Zeit reif dafür sein sollte, braucht das Spiel Steam als Plattform nicht. Durch die Berichterstattung ist das Spiel bekannt wie ein bunter Hund, und wenn es eine nennenswerte Zahl an Befürwortern gibt, wird es sich auf jedem Vertriebsweg glänzend verkaufen.
Das menschliche Rechtsschöpfung hat übrigens Jahrzehntausende daran gearbeitet, erst einmal ungeplante von vorsätzlichen Tötungsdelikten zu trennen, letztere Mord zu nennen und selbst bei diesen zu unterscheiden, ob aus strafverschärfenden oder strafmildernden Gründen gemordet wurde. Dies Option fehlt bei vorsätzlich begangenen Sexualstraftaten, da sie nicht als als situativ letztes (nicht zwingend bestes oder gar gerechtfertigtes) Mittel zur Auflösung bestimmter, vom Mordopfer ausgehender oder wesentlich mitgetragener Konfliktsituationen dienen können.
Wem das zu abstrakt ist, der kann sich ja mal damit beschäftigen, warum es in der menschlichen Geschichte Tyrannenmord, aber keine Tyrannenvergewaltigung gab oder man sich aus einer Zwangssituation heraus morden, sich aber nicht aus einer solchen heraus vergewaltigen kann. Dieser grundlegende Sachverhalt bestimmt als einer (es gibt noch andere) die grundverschiedene Sicht, die auch dann wirksam ist, wenn der begündende Sachverhalt gar nicht gegeben ist. Sprich, unter anderem deshalb können Menschen mit Mord tendenziell besser umgehen als mit Vergewaltigung.
Es geht also nicht darum, dass das Eine besser oder richtiger wäre als das Andere, sondern dass das Eine Zwänge auflösen kann, während das Andere Zwänge schafft. Dieses Wissen steckt im Menschen drin und wird seine Beurteilung immer prägen.