RAID 1 : Empfehlung eines Controllers

Norisk699

Software-Overclocker(in)
Servus,

ich habe seit etwa einem Jahr ein RAID 1 mit 2 x Samsung F1 DT 640GB laufen.

Das ganze läuft auf einem (etwas angestaubten) Abit IN9 32x maxx wifi (Nforce 680i SLI Chip).

Es handelt sich sozusagen um ein NVIDIA RAID ohne echten Hardware-Controller als Steckkarte.

Jetzt funktioniert das ganze ja wirklich schön (als Systemplatte hab ich es sogar zum laufen bekommen und es läuft)...

Nun zu meinem Problem:

Die Performance lässt meiner Meinung nach etwas zu wünschen übrig. Mit verschiedenen Programmen benche ich dieses RAID gerade mal auf durchschnittlich 60-70MB/s in den div. Disziplinen (lesen / schreiben).

Nun dachte ich eigentlich dass ich wegen RAID 1 eigentlich mindestens auf einen Wert über 110 MB beim lesen kommen müsste und beim Schreiben wenigstens an der 100 kratze...

Das ganze wird jetzt erst relevant weil ich mir eine SSD (eine 120GB Vertex 2E) als Systemplatte für mein Vista (evtl Umstieg auf 7) besorge und das 640er RAID als halbwegs flottes aber sicheres Datengrab dienen soll. Des weiteren werde ich demnächst ein weiteres RAID 1 mit 2 x Samsung F4 2TB als weiteres sicheres Datengrab kaufen. Ich vermute, dass da die Lese- und Schreibleistung dann ähnlich mies ausfallen dürfte.

Meine Frage nun:

- könnt Ihr einen (Steckkarte PCI oder PCIexpress) Controller empfehlen, der halbwegs günstig ist? (ich bin für alles von 10 - 70 Euro offen)

- habt ihr eventuell eine Erklärung für meine miese Performance? ...am liebsten wäre mir natürlich eine kostenneutrale Lösung (also kein Geld für Controller... oder ist so etwas wirklich sehr empfehlenswert?)

- oder ist diese Performance "normal" ???


Danke schon mal für eure Ratschläge


PS: Die PCGH-Printausgabe könnte sich eigentlich auch mal RAID widmen und vielleicht ein paar aktuelle Controller testen ;-)
Habe immer ein besseres Gefühl wenn PCGH seinen "passt scho" Stempel auf Produkte drückt *g*
 
Die Perfomance ist in Ordnung. RAID 1 bringt keine zusätzliche Perfomance - wie z.B. RAID 0 - sondern kostet etwas Perfomance. Auch mit einem Hard-RAID wird sich da nichts ändern. Im Gegenteil, Soft-RAIDs sind idR schneller.
 
Du meinst dass 70MB so grob das Limit der F1 ist? Das habe ich noch gar nicht in Betracht gezogen. Ich dachte immer dass die Festplatten derzeit um die 100 machen sollten...

Dass RAID 0 Geschwindigkeit bringt (aber keine Sicherheit) ist mir klar, aber bei RAID 1 dachte ich immer dass immerhin die Lesegeschwindigkeit hoch geht weil es kann ja von zwei orten gleichzeitig gelesen werden... Oder ist der Gewinn nicht mal ansatzweise mit RAID 0 (wie gesagt, nur Leseleistung) zu vergleichen?

Danke für den Tipp, dass hardwarecontroller nix bringen! Ich dachte mir immer "wenn etwas 10, 50 , 100 Euro kostet, muss es ja besser sein"... :-)
Was für eine Daseinsberechtigung haben dann diese Controller eigentlich? (ausser die Zielgruppe die kein gescheites Motherboard haben und RAID-fähigkeit erst nachrüsten müssen) *g*

Noch eine Frage dazu:

Meint Ihr, wenn die F1 also 60-70 MB/s bringt, dass die F4 ab Werk schneller ist? Ich habe gelesen dass die F4 so um die 100-120 MB/s macht... den genauen Wert hab ich nicht mehr im Kopf...

Ich weiss, man sollte meinen dass ein Datengrab nicht schnell sein muss, aber es nervt mich wenn ich große Datenbestände (öfter als man meint) hin und herschiebe oder kopiere und dann seh ich beim Kopiervorgang "noch 3 Stunden 30 Minuten bei 60 MB/s" ...

Wenn ich zum Beispiel mehrere nicht irgendwie verkleinerte selbstgedrehte Filme bzw. ungeschnittene Aufnahmen nem Kumpel auf seine externe sata SSD kopieren will, dann bin ich immer der Flaschenhals... weil die SSD könnt natürlich über 200MB/s lesen... Und auf die Dauer nervt das natürlich wenn man da "schnell mal" von mir aus 400 GB verschieben will.
 
Wie schnell eine Festplatte ist, hängt stark von der Art der Daten ab. Sauber defragmentiert, große Dateien (Videos z.B.) und die Dinger gehen ab wie sonstwas. "Normale" Dateien, wenige k groß bis einige m und schon sieht die Sache ganz anders aus. Auch das Dateisystem bringt einiges an overhead mit, darum gibt es auch verschiedene Dateisysteme für verschiedene Zwecke. Ich setze bei mir zu Hause z.B. NTFS, Ext3 und Zeta ein. Im Rechenzentrum war früher Riser sehr beliebt und es gibt viele viele mehr.

Bei RAID 1 werden die Daten NICHT parallel von beiden Platten gelesen, RAID 1 ist nur SICHERHEIT. Ein Teil der Perfomance geht drauf, da das ganze verwaltet werden muß und für das Verify - Du möchtest ja sicher gehen, das die HDDs identisch bespielt sind.

Zusätzliche Controller für PCs (Arbeitsplatzrechner) sind nur sinnvoll, wenn Du mehr Ports brauchst, billige Boards haben manchmal nur 3 plus esata nach draußen, das wird schnell knapp oder wenn Du Dein Board z.B. um SATA 3 Ports erweitern willst. Bei Workstations steht auch der Aspekt Sicherheit im Vordergrund, ein Controller mit BBWC ist da ein Baustein. Das heißt Battery Backuped Write Cache und sichert mit einer Batterie die Daten, die noch im Write Cache stehen bei Stromausfall. Mir ist keine onboard-Lösung mit BBWC bekannt.

BBWC ist auch bei Servern ein Thema, der Cache ist bei diesen Controllern oft gesteckt und kann individuell konfiguriert werden. Bei Servern sind oft auch keine onboard Ports vorhanden, die Controller werden nach individuellen Bedarf ausgesucht - 4, 8, 12, 24 Ports, Cachegröße, BBWC, sonstige Features. Natürlich hängt die Controllerwahl beim Server auch vom Betriebssystem ab, man muß den Controller finden, der beim eingesetzten Betriebssystem die benötigten Features unterstützt.
 
wiki schrieb:
Zur Erhöhung der Leseleistung kann ein RAID-1-System beim Lesen auf mehr als eine Festplatte zugreifen und gleichzeitig verschiedene Sektoren von verschiedenen Platten einlesen. Bei einem System mit zwei Festplatten lässt sich so die Leistung verdoppeln. Die Lesecharakteristik entspricht hierbei einem RAID-0-System. Diese Funktion bieten aber nicht alle Controller oder Softwareimplementierungen an. Sie erhöht die Lese-Geschwindigkeit des Systems enorm, geht aber auf Kosten der Sicherheit. Eine solche Implementierung schützt vor einem kompletten Datenträgerausfall, aber nicht vor Problemen mit fehlerhaften Sektoren, zumindest falls diese erst nach dem Speichern (read after write verify) auftreten.

Probier halt mal ein richtiges Software Raid :), evtl. bringts was (bzw ist ja evtl auch garnicht erwünscht..)!?
 
Wie schnell eine Festplatte ist, hängt stark von der Art der Daten ab. Sauber defragmentiert, große Dateien (Videos z.B.) und die Dinger gehen ab wie sonstwas. "Normale" Dateien, wenige k groß bis einige m und schon sieht die Sache ganz anders aus. Auch das Dateisystem bringt einiges an overhead mit, darum gibt es auch verschiedene Dateisysteme für verschiedene Zwecke. Ich setze bei mir zu Hause z.B. NTFS, Ext3 und Zeta ein. Im Rechenzentrum war früher Riser sehr beliebt und es gibt viele viele mehr.

Bei RAID 1 werden die Daten NICHT parallel von beiden Platten gelesen, RAID 1 ist nur SICHERHEIT. Ein Teil der Perfomance geht drauf, da das ganze verwaltet werden muß und für das Verify - Du möchtest ja sicher gehen, das die HDDs identisch bespielt sind.

Zusätzliche Controller für PCs (Arbeitsplatzrechner) sind nur sinnvoll, wenn Du mehr Ports brauchst, billige Boards haben manchmal nur 3 plus esata nach draußen, das wird schnell knapp oder wenn Du Dein Board z.B. um SATA 3 Ports erweitern willst. Bei Workstations steht auch der Aspekt Sicherheit im Vordergrund, ein Controller mit BBWC ist da ein Baustein. Das heißt Battery Backuped Write Cache und sichert mit einer Batterie die Daten, die noch im Write Cache stehen bei Stromausfall. Mir ist keine onboard-Lösung mit BBWC bekannt.

BBWC ist auch bei Servern ein Thema, der Cache ist bei diesen Controllern oft gesteckt und kann individuell konfiguriert werden. Bei Servern sind oft auch keine onboard Ports vorhanden, die Controller werden nach individuellen Bedarf ausgesucht - 4, 8, 12, 24 Ports, Cachegröße, BBWC, sonstige Features. Natürlich hängt die Controllerwahl beim Server auch vom Betriebssystem ab, man muß den Controller finden, der beim eingesetzten Betriebssystem die benötigten Features unterstützt.

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Ok, wenn hier gesagt wird die Performance wäre in Ordnung dann kann man wohl nix machen.

Zu deinem Beitrag: Ich nutze NTFS für mein RAID.

Ok, dann bleibe ich bei der Softwarelösung. Weil Sata-Schnittstellen-Mangel habe ich nun wirklich nicht mit 6 Ports + 2 esata.

BBWC ist wohl für den Privatanwender nicht unbedingt nötig, aber interessant hört es sich dennoch an, rein von der Technologie her :-)

Nunja, ich werde mir jetzt einfach mal einen weiteren 1er RAID mit den F4 2TB von Samsung zulegen und dann mal sehen wie die so laufen...

Aber danke für die Einschätzungen!
 
Dass RAID 0 Geschwindigkeit bringt (aber keine Sicherheit) ist mir klar, aber bei RAID 1 dachte ich immer dass immerhin die Lesegeschwindigkeit hoch geht weil es kann ja von zwei orten gleichzeitig gelesen werden... Oder ist der Gewinn nicht mal ansatzweise mit RAID 0 (wie gesagt, nur Leseleistung) zu vergleichen?

Read-balancing wird nicht von allen Controllern unterstützt. Wenn es richtig funktioniert, dann sollte RAID 1 theoretisch die gleiche Leseleistung wie RAID 0 bringen (aber nur die Schreibleistung einer einzelnen Platte - da sind 70MB/s Minimum für aktuelle Platten afaik schon ganz gut und für eine 3? Jahre alte F1 sicherlich kein schlechter Mittelwert). Wenn ich meine neuen Platten kriege (kann sich nur noch um Wochen handeln...), werde ich das auf alle Fälle mal an meinem Intel-Controller testen - der unterstützt es laut Handbuch.

Meint Ihr, wenn die F1 also 60-70 MB/s bringt, dass die F4 ab Werk schneller ist? Ich habe gelesen dass die F4 so um die 100-120 MB/s macht... den genauen Wert hab ich nicht mehr im Kopf...

Ich plane zwei F4 320 zu verwenden ;)



Zu RAID 1 Controllern:
Abgesehen von read balancing kann ein Controller nicht viel falsch machen, allenfalls tritt eine Gesamtlimitation auf. (die ICH5R auf meinem alten So478 Board hat z.B. bei 80MB/s dicht gemacht) Vorteil könnte aber sein, dass du bei einem Mainboardausfall den Controller mit auf ein anderes Board nehmen kannst. (Bei RAID 1 natürlich nicht so kritisch wie bei RAID 0, aber auch da erspart es die externe Sicherung der Daten zur Einrichtung eines neuen RAID 1 am neuen Controller) Mir sind jedenfalls schon 2 Mainboards verreckt und 2 weitere wurden beschädigt, aber mir ist (trotz nunmehr 6 Jahren RAID) erst eine Festplatte ausgefallen - und das hat der Controller bereits 2 Monate vorher angekündigt, so dass ich trotz RAID 0 keinen Datenverlust hatte. RAID 1 schützt imho vor dem unwahrscheinlicheren übel ;)
(Ganz abgesehen davon: Wenn es ein Datengrab ist, würde ich eher mit zwei manuellen Kopien arbeiten. Die schützen auch vor versehentlichem Löschen und in geringem Maß vor Viren. RAID1 macht dann Sinn, wenn das System durchlaufen muss und eine Wiederherstellung des Systems von einem Back-Up einen problematischen Aufwand / Verzögerung bedeuten würde)
 
Neue Platten sind da, HDTach sagt:

Eine F4 320 macht 160 bis 86 MB/s, auf halber Strecke 134 MB/s (Schnitt übers ganze Laufwerk: 131,8 MB/s), ein RAID1 über die erste Hälte zweier F4 320 macht maximal 160 MB/s und minimal (d.h. auf der Hälfte der Laufwerke) 134 MB/s.
Ein RAID 0 dagegen pendelt in der ersten Hälfte zwischen 200 und 270 MB/s (in der zweiten gehts bis auf 170 MB/s runter) -> der Controller limitiert nicht beim RAID 1 (läuft aber nicht optimal beim RAID 0), Leseleistung bleibt aber trotzdem gleich -> es findet kein Readbalancing statt.
Positiv dagegen: Die Zugriffszeiten sind im RAID Betrieb tendentiell sogar besser :huh:
(bei RAID über einen Teil der Platten sogar merklich besser, aber das liegt natürlich an der Konzentration der Zugriffe auf diesen Teil)
 
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