In Dragon Age: The Veilguard lehnen die Entwickler von Bioware räudige Sammelquests strikt ab. Das RPG wird nichts dergleichen haben, wie man es unter anderem von Skyrim kennt.
Wenn Entwickler entweder nur billige Marketingergüsse nachplapern, oder aber scheinbar kein Grundverständnis mehr für gutes Gamedesign besitzen...
Beides wäre problematisch und beides zeugt von den Problemen, welches modernes Gamedesign leider immer wieder und in subjektiv zunehmenden Maße hat.
Das Problem sind nicht Sammelquests grundsätzlich, die billig wirken, sondern die Art in der Sammelquest als billiger Lückenfüllercontent in miesen Kontext (oder gar Kontextlos) und großer Zahl als Hauptcontent in Spielen verwendet und Spielern verkauft wird.
Würde ich in einem Spiel einen Kopfgeldjäger spielen und von einem Vogt einer Gemeinde den (Sammel)Quest erhalten für jedes Ohr von die Stadt und Umgebung heimsuchenden Banditen 50 Gold zu erhalten und das noch mit etwas weiterer Lore unterfüttern, wäre das eine durchaus sehr gute (Sammel)Quest, die gut ins Spiel reinpasst und verwendet werden kann (um der Spielwelt und dem Spieler mehr Glaubwürdigkeit zu vermitteln).
So wie auch die diversen Jagdaufträge, für unterschiedliche Monster (Schwarzes Brett in den Ortschaften), gut in ein The Witcher 3 passen, wo Gerald sich nun einmal sein Lohn und Brot üblicherweise als Monsterjäger verdient und daher regelmäßig auch Monster jagen (können) sollte.
Wenn ich aber nun den Anführer einer Organisation wie der Inquisition in DA:I spiele und den (Sammel)Auftrag bekomme doch die 50 Rüben auf einem nahen Feld zu ziehen, oder 20x Pflanze Y zu sammeln, macht das im Kontext der Position der Spielfigur (u.a. ihr Rang) keinerlei Sinn und ist nicht weiter als maximal uninspirierter Content, der nichts zur Lore, der Glaubwürdigkeit undder Präsentation der Spielwelt beiträgt.
Genau da liegt aber eben das große Problem in vielen Videospielen der vergangenen rund 12 Jahre, das man Sammelaufträge in letzterer Art und Weise genutzt hat, als inflationäres und schlecht integriertes Mittel, um Content von Spielen zu strecken, oder welchen vorzutäuschen, wo eigentlich gar keiner gewesen ist (zumindest keiner mit Mehrwert für Spiel und Spieler).
Daher, wie eingangs schon geschrieben, nicht Sammelquests per se sind das Problem, oder schlecht, oder böse, oder Müll, sondern das was Spieleentwickler seit Jahren aus ihnen machen und es (scheinbar) nicht verstehen wann diese auch mal guter Content sein können und wann sie einfach nur noch beim Spieler zunehmende Genervtheit hervorrufen.