AW: [Projekt] Green Spirit - Die Auferstehung | Status: Entscheidungsfindung + Bilderupdate 6 + Projektplanupdate
Servus - failgeiles Gesindel,
wie so üblich, und scheinbar als Fluch des Geistes in Grün, bin ich natürlich nicht zu den Inventurbildern, als auch nicht zum Alu-Käfig gekommen. Und das obwohl ich Zeit hatte und Willens war. Aber bevor die Meute mich zerreist, ob nichteingehaltener Versprechen - lasst mich erzählen.
Mit voller Elan startete also das Wochenende, auch wenn ich Freitag abend nicht dazu gekommen bin, mich mit Google Sketchup auseinanderzusetzen. Zwar ein wenig planlos herumgeklickt, aber nicht nennenswert voran gekommen. Man muss sich wirklich aktiv mit etwas beschäftigen wollen, damit man Erfolgserlebnisse verbuchen kann.
Na egal, dachte ich mir, da ja auch der Plan ja war die "Lüftungsgitter" - so wie ich sie nenne - zu lackieren (die Rede ist von den Radiatorblenden). Da ich aber eher der Typ bin, der beim Lackieren mit Sprühdosen bisher nicht so ganz erfolgreich war, suchte ich nach Alternativen und wollte ein wenig experimentieren. Und auch aus dem Grund das ich hier Plotterfolie in verschiedenen Farben habe, gedeihte die Ansicht, das wäre eine gute Idee.
Ok, gar nicht mal so übel, wäre da nicht ein kleines Geometrisches Problem. Die Blende ist ca. 2mm stark. Beim einschneiden der Schlitze reicht das Material der Folie leider nicht aus, hier mal die Rückseite:
Also kann man sich entscheiden, entweder man verkleidet in der Stärke die lange Seite oder die Kurze - beides geht nicht und sieht bei dunkelgrauer Basisfarbe einfach Grottig aus.
Schade eigentlich, denn man sieht hier ja sehr gut, das es mit ein wenig Fön und Spatel bestimmt perfekt geworden wäre. Naja, nach dem Minifail - war ja eigentlich nur ein Test - auf gehts zum Lackierplan, schlimmer kanns ja nicht mehr werden. Dachte ich zumindest bis dahin noch.
Da ich zwar einen Bosch Exzenterschleifer besitze, dieser mir aber für die Moddingkunst zu grob erschien, holte ich mir bei Amazon vor einiger Zeit eine Schleifmaus. Kostet ja heutzutage nicht sonderlich viel - und taugt höchstens mal die Hälfte davon. Ja, leider ist das meiste nix mehr wert, neukaufen rentiert sich meistens mehr als reparieren (lassen). Also nahm ich das gute Ding, was in dieser Version wirklich nicht schlecht ist, und schliff die guten Blende mal mit 400er Körnung an.
Halbzeit und das ganze dann auch noch ein zweites Mal.
Schön, jetzt nur noch gut abwaschen und mit meinem Lieblings-Propanol entfettet. Eine Grundierung habe ich mir aufgrund des Farbauftrags, der schon vorhanden war, gespart.
Erst mal die Rückseite lackieren - zum üben, tut ja nicht so weh wenn da ein wenig gemurxt ist, sieht man ja am Ende eher nicht.
Ich habe eher nicht gewartet bis die Farbe getrocknet ist, mit einem Heissluftfön auf geringster Wärmestufe bekommt man die Farbe recht schnell extrem trocken und fest. Aber Vorsicht, das sollte man nur tun, wenn man kein Problem mit Einschlüssen von Staub und "Dreck" hat und die Farbe Matt ist. Bei Glanzlack hatte ich da eher keine Erfolge. Jedoch nicht zu sehr auf einem Punkt bleiben, wird die Farbe oder der Untergrund zu heiss, verkocht die Farbe und das sieht noch ekliger aus.
Gesagt getan und die Vorderseite kam dran:
Den Karton nahm ich für mehrere Farbaufträge indem ich das Gitter immer in gleicher Position darauf gelegt habe. Es sieht also nur so aus als wäre das so viel Farbe drauf.
Und auch wenn es so aussieht, als würd ich das ganze im Zimmer lackieren, bin ich tatsächlich an die Frische Luft gegangen ...
... habe aber die Trocknung hier noch nur im Zimmer mit dem Heissluftföhn gemacht. Das Ergebnis war überraschend gut. Aber leider fand ich am Dachboden noch ein wenig Satin-Klarlack, keine Ahnung wann und wo ich das mitgenommen habe, bestimmt von einem Baumarkt-Grabbeltisch - und hier eine Gedankennotiz an mich: Kaufe Sprühdosen nicht auf Vorrat und vom 1€ Wühltisch.
Trotz schütteln, hörte man schon, das die Kugel unten eher auf Widerstand stiess. Das lässt darauf schliessen, das sich der Lack schon vom Flussmittel gelöst und abgesetzt hat. Aber ich habs ja trotzdem darauf angelegt. Ok, es kam sehr viel sehr dick raus und ich hatte eine beachtliche Schicht auf dem Gitter. Aber ok, siehts halt später um so geiler aus. Das Verhärten mit dem Heissluftföhn ging diesesmal leider nicht, es war einfach zu viel Lack drauf und ich hatte Angst, das sich Abdrücke durch den Luftdruck bilden. Also das ganze mal ein wenig am Fensterbrett tocknen lassen und weiter über einen Plan gebrütet. Bis ich mich entsann, wie wir früher dicke Spiegelfarbe in der Fabrik schnell getrocknet haben: Im Backofen.
Genau, das ist es. Meine Frau tötet mich zwar wenn sie das rausfindet, aber was sie nicht weiss, macht sie nicht heiss - sie ist ja nicht da.
Also das ganze vorsichtig auf den Rost geschoben und bei 80° für 30 Minuten backen lassen. Das lässt und etwas Zeit um weitere Dinge zu Fotografieren - hier mal für Exx:
So ein Kerlchen kostet nur ca. 99€ und ist recht leise und steht auf Saugnäpfen, baut automatisch Druck auf wenn der Behälterdruck auf unter 3 Bar fällt und wird moderat warm. Man sollte es allerdings nach Erhalt genau überprüfen, da die Verarbeitungsqualität manchmal grottig ist. Wenn irgendwo Luft entweicht: sofort zurückschicken.
Und auch diese Kollegen kosten nur ca. 10€ bei Amazon, also bitte nicht versuchen bei Ebay zu ersteigern.

Ok, der Revellsatz mit "Minikompressor" war etwas teuer und für zwischendurch Lackierungen gerade mal brauchbar - auch wenn der Luftdruck sehr pulsiert.
Also habe ich meine Minilackierkammer aus Karton gepackt und die silbernen Filter Mattschwarz lackiert - und ebenso mit Heissluftföhn getrocknet:
und leider ist auf diesem Foto ein mittelschwerer Fail ersichtlich. Denn als die Zeitschaltuhr vom Backofen sich nach 30 Minuten gemeldet hatte ...
.. waren meine Lüftergitter cross und durch. SCHAAAAAAAAAHATZ, das Essen ist fertig - gottseidank war die nicht da.
Super, alter Klarlack und neue Hitze scheinen leider nicht so gut miteinander zu wollen. Dabei hatte ich so ein gutes Ergebniss vor dem Klarlackieren. Toll gemacht, Idiot.
Also wenigstens mal so hingelegt wie es später gehören soll:
und sich nochmal gehörig über das verhunzte Ergebnis geärgert. Aber was hilfts? Nix. Somit den bereits aufgeräumten Schleifer wieder ausgepackt und von 0 begonnen - und zwar Vorder- und Rückseite, es war einfach grauenhaft.
Dieses Mal Änderte ich meine Taktik: Kein Klarlack mehr und Trockenzeit aussen an der Frischen Luft ohne viel Heissluftgebläse - und was soll ich sagen, ich hatte bessere Ergebnisse mit kaum Staubeinschlüssen mit der ersten Methode. Frisch lackierte Dinge draussen liegen zu lassen ist einfach fatal.
Nichts desto trotz bekam ich ein Ergebnis hin mitdem ich gerade so halbwegs zufrieden war. Sollte mir das später nicht mehr gefallen, kann ich es immer noch bekleben, es ist ja jetzt Weiss.
Ich beschloss dann mit den Handwerklichen Tätigkeiten aufzuhören und mich nur noch dem virtuellen Vergnügen zu widmen - Sketchup wartete noch immer auf seinen angehenden Meister. Und da sitze ich nun, mache bereits gute Fortschritte, die mir aber für ein Endergebniss noch nicht genügen und arbeite Tutorial für Tutorial durch. Nur um am Ende den Plan vom Aluminiumkäfig zu machen. Eine verrückte Welt ..., schönen Sonntag noch.