Ein Update nach über zwei Jahren
Wie hat sich das System die letzten Jahre geschlagen und was wurde geändert?
An Anfang lief das System etwas holprig. System abstürze und durchwachsene Performance trübten die Freude dieses System mit Undervolting und OC zu optimieren. Was einerseits am neuen AM5 System und andererseits an Windows 11 gelegen hatte. Was sich dann aber dank Updates und neueren BIOS Versionen in ein absolut Stabiles System verwandelte.
Das Kühlkonzept, das auf einen effizienten und leisen Betrieb ausgelegt war, musste trotz der begrenzten Radiatoren: Einem 240 mm mit 20 mm Dicke und einem weiteren mit 30 mm Dicke sowohl einen 7950X als auch eine RTX 3090 kühlen. Dank stundenlanger Optimierungen im Curve Optimizer für die einzelnen Kerne des 7950X und dem Undervolting der 3090 hatte dies auch klappt.
Kleine Änderungen mit Große Wirkung
Was mich aber wirklich Nerven gekostet hat, war die Steuerung der Lüfter, die ich zunächst über die CPU-Temperatur geregelt hatte. Da die Temperatur moderner CPUs abrupt und stark ansteigt, liefen die Lüfter nie konstant und ließen sich auch nicht mit einer Lüftersteuerung ausgleichen.
Da meine Wasserkühlkomponenten keine Temperatursensoren für das Kühlmittel hatten und ich weder Platz noch Anschlüsse für extra Sensoren hatte, entschied ich mich, die Lüfter anhand der Mainboard-Temperatur zu steuern. Diese stieg und sank langsam und kontinuierlich, ähnlich wie die Kühlmitteltemperatur in meinem alten System. Diese Lösung stellte sich als praktikabel und zuverlässig heraus.
Untere Lüfter Umdrehen
Nach gut eineinhalb Jahren kam ich auf die Idee mal die unteren Lüfter zu drehen. Die Überlegung am Anfang war das sie von unten kalte Luft ansaugen und durch den schmalen 20 mm Radiator über das System zum nächsten oberen Radiator zu fördern. Ich dachte, weil der Radiator so schmal ist, wird noch genug Kalte Luft das System kühlen. Der Obere Radiator bekam durch das offene Design ja auch Frischluft von den Seiten. Die Temperaturen waren ja auch alle im Rahmen und relativ gut.
Die Theorie
Die Praxis: vor dem Drehen der Lüfter.
Das Drehen der Lüfter war für mich ein echter WOW-Effekt und ich dachte nur, warum bin ich mit nicht eher auf die Idee gekommen das zu Testen.
Rückblickend ergibt es absolut Sinn, beide Radiatoren bekommen jetzt Kaltluft über die offenen Seiten und befördern die warme Luft weg vom Case und vermischt sich höchstens mit neuer Kalter Luft. Wir reden hier von Temperatur unterschieden von bis zu 10°, angefangen bei der CPU / GPU über die Mainboard und RAM Temperaturen bis zu den SSDs. Es ist beeindruckend, wie diese Optimierung die gesamte Systemkühlung verbessert hat.
Das erste Upgrade
Ende 2023 war der 7950X3D so günstig wie noch nie, und da ich doch mehr Zocke vor allem (Simracing in VR) als CAD/ CAM oder andere aufwendige Arbeiten, schlug ich zu.
Durch die gesteigerte Effizienz in Spielen und geringerem verbrauch, passte der 7950x3D perfekt in das System. Auch für Arbeiten mit CAD / CAM Anwendungen ist der 7950x3D gut zu gebrauchen und wieder Stundenlanges testen im BIOS am Curve Optimizer.
So lief das System bis jetzt rund wie ein Uhrwerk. Da das System so leise war, hörte man nach langen Spielsession nur den Lüfter des Netzteils heraus, vor allem wenn die Leistung der RTX 3090 nicht ausreichte und ich ihr Powerlimit mal wieder auf 100 % Stellten musste.
Ja das ist meckern auf hohem Niveau, das System war von der Pumpe über Lüfter und kein Spulenfiepen dank Undervolting und Begrenzung auf 120 FPS so leise, dass der Lüfter des Netzteils einfach herausstechen sollte.
Diesen hatte ich ja schon gegen einen leisen Noctua gewechselt was wirklich ein Segen war und die geringere Leistungsaufnahme des 7950x3D kam dem ganzen noch zugute, wenn nur die Leistung der Karte doch höher wäre.
Go Chiller musste weichen
Irgendwann Mitte 2024 ich war mal länger nicht am Rechner gewesen. Da bemerkte ich nach dem einschalten, dass der Rechner nicht gut lief und mir fiel auf das die Temperaturen sehr Hoch waren. Es stellte sich heraus das die Pumpe Festsaß, nach etwas klopfen und erhöhen der Pumpenleistung lief diese wieder an. OK das musst du beobachten dachte ich aber nach langer Zeit passierte nichts bis eines Tages wieder die Pumpe nicht lief und wenn klang es Fürchterlich. Also leerte ich das System, spülte es mit sanften Reiniger und spülte wieder und wieder. Seit dem verwende ich wieder Destilliertes Wasser mit innovatek Protect PRO. Das hat mir über Jahre gut Dienste geleistet und hat ebenfalls eine sehr gut Kühlleistung.
Die 40er Serie: zu breite Karten
Da ich nur zwei schmale 4080er gefunden hatte, die ASUS ProArt GeForce RTX 4080 SUPER und die ZOTAC GAMING GeForce RTX 4080 SUPER Trinity Black Edition, stellte sich mir schnell ein Problem. Obwohl Wasserkühler dafür verfügbar waren, waren diese jedoch zu lang für mein Setup. Nach gründlicher Überlegung kam ich zu dem Schluss, dass ein Umbau mit Herausforderungen wie der Nutzung eines Winkelsteckers für den High-Power-Anschluss, das Modding passender Wasserkühler und gegebenenfalls einem neuen Netzteil – nur in Verbindung mit einer RTX 4090 wirklich sinnvoll wäre.
Der Gedanke, eine 4090 in mein kleines System einzubauen und dabei auf Effizienz zu trimmen, beschäftigte mich zunehmend. Selbst wenn dies bedeutet, dass ein wenig Leistung verloren gehen würde sie bietet ohnehin mehr als genug Reserven. Diese Idee ließ mich nicht mehr los. Als die Preise dann aber zum Mond schossen und der Einbau zu einem komplizierten Unterfangen geworden wäre, siegte schließlich die Vernunft. Meine 3090 ist sehr gut gealtert. Dank DLSS konnte ich nahezu jedes Spiel mit kleinen Abstrichen in einer Auflösung von 3840 x 1600 spielen. Auch im Bereich VR Simracing, dank des 24 GB VRAM, lief alles mit ein paar Optimierungen gut. Daher lautet meine Devise, abwarten auf die nächste Generation.
Die 50er Karten ein Debakel
Ich bastle schon seit 1997 an PCs, und mein erstes Upgrade war ein großer Sprung. Der Wechsel von einem Intel Pentium MMX 166 MHz auf einen Intel Pentium MMX 266 MHz. Kurze Zeit später kam die legendäre
3Dfx Diamond Monster 3D hinzu eine Revolution zu dieser Zeit, und in der die Fortschritte in Leistung und Funktionen beeindruckend waren, wie sie heute kaum mehr existieren. Was ich aber eigentlich sagen will, über die Jahre hinweg habe ich zahlreiche Grafikkarten verbaut von verschiedenen Herstellern und Leistungsklassen. Letztendlich entschied immer der Anbieter, der das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hatte. Lange Zeit herrschte ein reger Wechsel zwischen AMD und Nvidia, beide Hersteller hatten ihre jeweiligen Höhen und Tiefen. Momentan dominiert Nvidia den Markt, während AMD im High-End-Bereich Mühe hat, mitzuhalten. Die RX 9000-Serie zeigt vielversprechende Ansätze und könnte den Wettbewerb wieder beleben.
Die RTX 5090 beeindruckt mit ihrer Leistung und dem Design, insbesondere mit dem Kühler der Founders Edition. Aber eine Eine High-End-Grafikkarte, die bis zu 600 W über einen kleinen Stecker zieht und dabei auf eine eher unsichere Stromzufuhr angewiesen ist, im Gegensatz zur 3090 Ti, die mit einem robusteren High-Power-Stecker ausgestattet war, stellt ein potenzielles Risiko dar. Dazu kommen Berichte über defekte GPUs, die die Qualität eines solchen Produkts infrage stellt. Die fehlende Konkurrenz verstärkt diese Problematik zusätzlich. Der Preis für eine Grafikkarte ohne Konkurrenz ist im Grunde akzeptabel. Im Grunde kann Nvidia verlangen was sie möchten solange es Kunden dafür gibt. Aber dann möchte ich in allen belangen Top Qualität.
Die Neue und der HPE
Da die 5090 schon rein physisch nicht bei mir passt wie bei der 4090 und die Qualität fraglich ist wurde es jetzt eine schmale Version der RTX 5080 wobei die 16 GB ebenfalls eine Frechheit ist und sich durch die mangelnde Konkurrenz ergibt. Durch VR und CAD / CAM hatte ich etwas Bauchschmerzen. Warten auf eine 24 GB Version oder gar 5080 Ti mit 24 GB kann man machen die wird wohl aber erst kommen, wenn die Konkurrenz aufschließt. Und ob die in einer schmalen Version kommt ist ebenfalls fraglich.
Aber ich muss sagen die RTX5080 ist was ihre Größe, Performance und Effizienz angeht ein Brecher. Im Zuge des Einbaus der 5080 tauschte ich den oberen Radiator gegen ein fast baugleichen
Alphacool NexXxoS ST30 Full Copper 240mm Radiator als
HPE Version der mehr Kanäle hat und dadurch mehr Kühlleistung. Außerdem wechselte ich die Wärmeleitpaste und verwende jetzt die
Thermalright TF8 Wärmeleitpaste (die gute 2024er Version).
RTX 5080 im Referenzdesign ist echt winzig.
Es waren nur kleine Anpassungen an den Hardtubes nötig, da die Anschlüsse des neuen Wasserkühlers Alphacool Core ein paar Millimeter weiter hinten sitzen.
All diese Änderungen resultieren in ein noch leistungsstärkeren und noch Kühleren System.
Die RTX 5080 werkelt jetzt bei 950mv mit 3000MHz was in den meisten Szenarien so 260-280 Watt und Temperaturen um 55° ergibt. Wenn überhaupt läuft der Netzteil-Lüfter jetzt im gleichen fast nicht hörbaren Bereich der restlichen Lüfter.
KDC2 läuft mit Experimentell-Setup in 3840 x 1600 und DLSS-Q mit 90-120 FPS ein Traum.
In Cyberpunk mit aktiven Pathtracing bei 3840 x 1600 und DLSS-Q, plus MFGx2 sind es 65-90 FPS.
In VR bei LMU merkt man teils aber den begrenzten Speicher, bei hohen Super Sampling die man in VR einfach haben möchte bricht ab und zu die Performance ein. Man merkt das die GPU kein Problem damit hat aber der VRAM Vollläuft und dann die Einbrüche kommen. Also muss man trotz Potenter GPU etwas runter mit dem Super Sampling.
Falls ihr da Tipps habt, wie man in LMU in VR die VRAM Auslastung noch anders verringern kann, wäre ich dankbar.
Kleine Karte und starres Hässliches Kabel
Da die schmale Version der RTX 5080 im Referenzdesign echt winzig ist, bietet sie einen freien Blick auf die Kabel neben der Karte und unter dem Netzteil. Das dazugehörige Kabel mit dem aktualisierten 12V-2x6-Anschluss ist sehr steif und wenig ansprechend wenn nicht hässlich. Um meinen inneren Monk zufriedenzustellen, habe ich eine luftdurchlässige Abdeckung gedruckt, die Funktionalität und Ästhetik verbinden soll. Und ja es ist die Seite, die ich eigentlich nicht sehe, aber der innere MONK!!!
Mein Fazit
Nach zwei Jahren zeigt sich, dass das System nach anfänglichen Herausforderungen und vielen Optimierungen zu einem leistungsstarken und stabilen System geworden ist. Dank BIOS-Updates und gezieltem Feintuning konnte ich die Stabilität und Leistung erheblich verbessern. Die kühltechnischen Herausforderungen konnte ich trotz kleiner Radiatoren mit Anpassungen wie Undervolting und verfeinerter Lüftersteuerung meistern. Durch Änderungen, wie das Drehen der Lüfter oder den Wechsel auf effizientere Komponente, konnte ich merkliche Temperaturverbesserungen und einen angenehmen und noch leiseren Betrieb erzielen.
Mit dem Upgrade auf den 7950X3D wurde das System noch effizienter, insbesondere für Gaming und VR-Anwendungen, während der Wechsel auf die RTX 5080 die Performance wirklich krass gesteigert hat, trotz begrenztem VRAM bei anspruchsvollen VR-Szenarien. Kleinere Updates wie der Austausch des Radiators und der Einsatz hochwertiger Wärmeleitpaste haben zusätzlich zur Gesamtperformance beigetragen. Rückblickend hat sich das System durch die Eingriffe und Optimierungen in ein beeindruckendes, abgestimmtes Setup verwandelt.
Was haltet ihr davon?