1. Kritik am Trailer von Assassin’s Creed Shadows
Der Ersteller beginnt mit einer Analyse des Trailers von
Assassin’s Creed Shadows und weist auf mehrere historische Ungenauigkeiten hin:
- Eine Szene zeigt eine Shinto-Schrein-Zeremonie mit brennenden Räucherstäbchen, die eigentlich zum Buddhismus gehören.
- In einer Audienz mit Daimyo Oda Nobunaga sind die Tatami-Matten ungewöhnlich dick, und einige Personen sitzen auf den Rändern, was in der Etikette streng verboten war.
- Yasuke trägt in der Stadt seine volle Rüstung, was unüblich war, ebenso wie die Shinobi-Figur Naoe, die mit einem Schwert auf dem Rücken unauffällig agieren soll.
- Wachen in einer Burg tragen Helme mit auffälligen Designs, was für normale Wachen eher unwahrscheinlich war.
Der Ersteller zeigt sich überrascht über diese Fehler, da
Assassin’s Creed für historische Genauigkeit bekannt ist. Er betont aber auch, dass er fiktive Darstellungen von Japan in Spielen grundsätzlich genießt, solange sie nicht als realitätsgetreu verkauft werden.
2. Wer war Yasuke?
Das Hauptthema des Videos ist Yasuke, ein Afrikaner, der im 16. Jahrhundert nach Japan kam.
- Er kam als Sklave mit Jesuiten nach Japan und erregte aufgrund seiner dunklen Hautfarbe die Aufmerksamkeit von Oda Nobunaga.
- Nobunaga nahm ihn in seine Dienste und ließ ihn sein Schwert tragen – jedoch nicht als Krieger, sondern als Träger.
- Yasuke war 1582 bei Nobunagas Tod im Honnōji-Tempel anwesend.
- Nach Nobunagas Tod wurde Yasuke von Akechi Mitsuhide verschont, weil er als „nicht japanisch“ und „ein Tier, das nichts weiß“ galt. Danach verliert sich seine Spur.
3. Problematische Darstellungen von Yasuke
Der Ersteller kritisiert die vielen Mythen und Falschinformationen, die sich um Yasuke ranken.
Fehlinterpretationen in Wikipedia
- Frühe Wikipedia-Einträge behaupteten, Yasuke sei offiziell zum Samurai ernannt und sogar zum Feudalherren (Tono) bestimmt worden.
- Diese Behauptungen stammen jedoch aus einer fehlerhaften Interpretation der Jesuitenberichte. Dort steht nur, dass Leute spekulierten, Nobunaga könnte ihn Tono machen – nicht, dass es tatsächlich geschah.
- Da Yasuke lange ein unbekanntes Thema war, blieben diese falschen Informationen jahrelang bestehen.
Thomas Lockleys Buch – Eine fragwürdige Quelle
- Der Historiker Thomas Lockley schrieb Yasuke: The True Story of the Legend of the African Samurai.
- Das Buch basiert auf wenigen echten Quellen, enthält jedoch viele Spekulationen und erfundene Elemente.
- Lockley selbst räumt in Interviews ein, dass er „kreative Freiheiten“ genutzt hat.
- Sein Buch wurde dennoch als Sachbuch verkauft, und viele Medien verbreiteten seine Thesen als Fakten.
Beispielhafte Mythen aus dem Buch:
- Nobunaga habe Yasuke mit Daikokuten, einem schwarzen Gott, verglichen – dies steht in keiner historischen Quelle.
- Yasuke habe Nobunagas Kopf aus dem Honnōji-Tempel gerettet – die einzige Quelle dafür stammt von einer Familie, die behauptet, Oda-Nachfahren zu sein, aber keinerlei Beweise vorlegt.
- Yasuke sei ein Artillerieexperte gewesen – es gibt keine historische Quelle, die das belegt.
4. War Yasuke wirklich ein Samurai?
- Die Definition eines Samurai war im 16. Jahrhundert noch nicht so festgelegt wie später.
- Üblicherweise erhielten ausländische Samurai einen japanischen Familiennamen – Yasuke jedoch nicht.
- Er durfte Waffen tragen und erhielt möglicherweise ein Haus, aber das galt auch für ausgezeichnete Sumō-Ringer oder andere verdiente Männer.
- In den historischen Quellen wird er nie ausdrücklich als „Samurai“ bezeichnet.
- Lockley behauptet, Yasuke sei mit „Tono“ (Herr) angesprochen worden – dafür gibt es aber keine Belege.
5. Die Verbreitung von Mythen in modernen Medien
- Viele YouTube-Kanäle und Artikel verbreiten falsche Informationen über Yasuke.
- Beispiel: Der Influencer „Let’s ask Shogo“ behauptet, Yasuke sei nach Nobunagas Tod aus Loyalität freigelassen worden. Tatsächlich wurde er freigelassen, weil Mitsuhide ihn für wertlos hielt.
- Lockley selbst widerspricht sich: In einem wissenschaftlichen Artikel 2023 gibt er zu, dass Yasukes Schicksal nach 1582 völlig unbekannt ist – sein englisches Buch stellt jedoch wilde Theorien als Tatsachen dar.
6. Fazit: Die Wahrheit über Yasuke
- Es gibt nur wenige gesicherte Informationen über Yasuke.
- Er war kein legendärer Samurai, aber auch nicht unbedeutend – sonst wäre er nicht in historischen Quellen erwähnt worden.
- Viele moderne Darstellungen sind stark übertrieben oder erfunden.
- Der Ersteller kritisiert, dass fiktive Elemente als historische Fakten verkauft werden, erkennt aber an, dass die Yasuke-Mythen das Interesse an japanischer Geschichte fördern.
Zum Abschluss fragt er das Publikum nach seiner Meinung und betont, wie aufwendig seine Recherche war. Er äußert außerdem seine Neugier auf
Assassin’s Creed Shadows und dessen Darstellung von Yasuke.