So, der Maxwell hat mittlerweile ein paar Stündchen Spielzeit bekommen. Mal ein paar Eindrücke.
Im Lieferumfang enthalten sind 1 USB-C Kabel, 1 USB-C auf A Adapter, 1 3.5 Klinkenkabel, 1 Mikrophon. Was fehlt ist eine Transporttasche oder ein Case. Brauche ich persönlich zwar nicht, es gibt aber sicherlich Leute, die sowas nutzen. Und bei einem 400€ Wireless Headset sollte ein Case eigentlich dabei sein.
Was sofort auffällt, wenn man Maxwell auspackt, ist wie verdammt schwer das Ding ist. Es ist der schwerste Kopfhörer, den ich in meinem persönlichen Portfolio habe.
Um das mal aufzuzeigen. Mein bisheriges Schwergewicht waren die AirPods Max.
Vergleich:
AirPods Max: 385g
Maxwell: 490g
Und das merkt man auch beim Tragekomfort. Das Gewicht ist immer spürbar. Das Problem für mich ist, dass ich Beyerdynamic Kopfhörer gewohnt bin, angefangen vom TYGR300R bis hin zum T1, oder Sachen wie den Sennheiser HD800S, den B&W PX8 oder eben AirPods Max. Und keiner von denen drückt so auf den Kopf wie Maxwell. Zwar gewöhnt man sich durchaus daran, aber der Kopfhörer bleibt dennoch immer spürbar. Das Kopfband des Kopfhörers ist lediglich ein Gummiband, was der Sache auch nicht dienlich ist. Ein gepolstertes Kopfband mit Memory Schaum würde sicherlich den Tragekomfort erhöhen. Zur Verstellung der Größe, muss man zudem das Gummiband lösen, und ein Knöpfchen weitersetzen. Eine höchst unpraktische Lösung
Beim Design - denn bei mir isst auch das Auge mit - hat Audeze es leider versäumt dem Mawell eine eigene Identität zu verpassen. Ich brauche sicherlich kein kreischendes Gaming Bling Bling. Aber es gibt durchaus kleine aber feine Designelemente, die einem solchen Kopfhörer eine gewisse Noblesse und Eigenständigkeit verpassen können. Stattdessen setzt man bei Audeze auf die schnöden mattierten Kunststoff Ohrmuscheln, die so verdammt viele Kopfhörer da draußen aufweisen. Das ist einem hochpreisigen Kopfhörer nicht angemessen und auch schade, denn bei anderen Kopfhörern des Hauses zeigt Audeze, dass sie es auch anders können.
Was die Verbindung angeht, war die Einrichtung problemlos. Maxwell erkennt den USB Dongle an der PS5 automatisch. Leider kann man aber nicht gleichzeitig das Smartphone verbinden, um z.B. Einstellungen in der App vorzunehmen. Hier wäre Multipoint schon wünschenswert.
So ganz einfach ist die Bedienung des Kopfhörers nicht. Es gibt an der linken Ohrmuschel diverse Rädchen und Schalter und es braucht etwas Zeit sich einzuarbeiten. Um z.B. den EQ zu ändern muss man das Lautstärke-Rädchen zweimal klicken, dann kann man durch die EQ Presets scrollen. Das Scrollrad ist jedoch leider etwas klein, und macht weder haptisch, noch qualitativ einen guten Eindruck. Das macht Beyerdynamic beim MMX200 besser. Gut finde ich, dass Maxwell einen Schalter zum Stummschalten des Mics hat. Andere Hersteller von drahtlosen Kopfhörern haben da oftmals abenteuerliche Vorgehensweisen. Auch finde ich gut, dass Audeze auf klassische Schalter und Drehrädchen setzt. Touchbedienung funktioniert bei sowas mEn meist eher schlecht als recht.
Noch hat es sich leider nicht ergeben, das Mikrophon zu testen.
Nun zum Klang. Um es kurz zu machen: Der Maxwell klingt fantastisch, insbesondere für einen wireless Kopfhörer. Hohe Dynamik, extrem hoher Detailreichtum, ausgewogener Bass ohne überzubetonen, sehr gute räumliche Abbildung. So macht Gaming Spaß. Allerdings macht der Beyerdynamic MMX200 das alles auch nicht wesentlich schlechter. Eher im Gegenteil. Der Beyer ist verdammt nah dran (patzt aber dafür beim Augemented Mode, der in ruhigen Momenten hörbar rauscht). Trotzdem ist Maxwell der uneingeschränkte Klangkönig unter den wireless Headsets.
Insgesamt lassen Beyerdynamic MMX200 und Audeze Maxwell rein klanglich jedes andere wireless Headset verdammt alt aussehen. Egal ob Razer, Turtle Beach, Steelseries, Sony Inzone, bis hin zum noblen Beoplay Portal: Sie alle unterliegen MMX200 und Maxwell im Klang.
Das alles hat sicherlich seinen Preis. 400€ sind kein Pappenstiel. Wer jedoch klanglich keine Kompromisse eingehen, und keine Kabel möchte, für den führt (fast) kein Weg an Maxwell (oder MMX200) vorbei.
Abschließend:
Audeze Maxwell ist ein faszinierendes Headset. Alleine schon die 90mm planarmagnetischen Treiber sind technisch ein echtes Highlight und liefern einen großartigen Klang. Gleichzeitig leistet sich Audeze bei Maxwell aber viele kleine Schwächen. Der magere Lieferumfang. Die qualitativ billigen Drehrädchen für Lautstärke und Chat-Mix, die auch haptisch nicht überzeugen können. Die schnöde Optik. Das billige Gummikopfband das anmutet als hätte man es einer Taucherbrille entnommen. Statt flauschigem Velours oder echtem Leder gibt es nur Kunstleder an den Ohrpolstern. All das wird dem Premiumanspruch dieses Headsets nicht gerecht. Hinzu kommt das hohe Gewicht, das gerade bei langen Gaming Sessions unangenehm werden kann.
Wen das alles nicht stört, und wer dabei 400€ übrig hat, der erhält mit Maxwell ein fantastisch klingendes drahtloses Headset. Für alle anderen gibt es günstigere Alternativen die vieles nicht schlechter machen als Maxwell, manches gar besser (Tragekomfort) und beim Klang vielleicht nicht ganz an Maxwell heranreichen, aber trotzdem überzeugen können.