Operation Payback: Wikileaks-Aktivisten sabotieren Mastercard-Server

Und wenn sich rausstellt, dass er die Dokumente nicht legal besitzt
ist auch klar, das dann alles andre (Paypal und co. )gerechtfertigt wäre.

Aufklärung ja, aber bevor wir Partei ergreifen sollten wir fragen, woher die Sachen stammen und ob das ok ist was der da macht.

Musste bei dem Text spontan an die Steuerbetrüger-CD denken.. da hat auch keiner mehr nachgefragt bzw. wars am Ende auch egal.. ;)

Die Moral ist also definitiv auf beiden Seiten dahin (was ganz neues :ugly:)

Deimos hats eigentlich am schönsten formuliert, die kindliche Schadenfreude ist mehr als nur bedient und verlangt der ganzen Sache irgendwie auch eine gewisse Sympathie ab.. Aber weiter gedacht wirds am Ende wohl wirklich nicht viel bringen außer etwas Spaß, neue Gesetze unter irgendwelchen dubiosen Denkmänteln und weitere Nachteile für alle Unbeteiligten.
Aber spannend ists auf jeden Fall ob und wie sich die ganze Sache noch zuspitzt.. Die Parallelen zur RAF was die Akzeptanz in der Bevölkerung angeht find ich auch interessant, hier war man anfangs auch nicht gänzlich abgeneigt von Ansichten und Forderungen.. Am Ende schlug dann eben alles ins Gegenteil um, weil man sich nicht im Griff hatte, aber anfangs waren da weite Teile durchaus dafür.. Sicher wird/muss es hier nicht genau so enden, schon gar nicht so heftig, aber man sollte seine nächsten Aktionen schon genauer abwägen und die Folgen einschätzen können, bevor die ganze Sache ins Kippen gerät..
Ein Statement von Wiki-Leaks zu den Angriffen würde mich auch mal interessieren.. ob man sich wohl komplett davon distanziert, was wohl auf der einen Seite clever wäre, auf der anderen aber von vielen als Verrat an der eigenen Sache interpretiert werden würde.. Hehe mal sehen was das noch wird..

Wie soll es eigentlich weitergehen wenn Wiki-Leaks, nur mal so als rein sporadischer Gedanke, ne saubere Möglichkeit gefunden hat seine Infos unters Volk zu bringen, mal abgesehen von irgendwelchen politischen Konsequenzen.. Ich würde da schon wieder anfangen misstrauisch zu werden, was man wirklich veröffentlicht und wer das eigentlich entscheidet, vor allem nach welchen Grundlagen.. an den absoluten Idealisten zu glauben halte ich irgendwie für naiv, wie nix übernimmt die Zensur früher oder später einfach nur ein anderer.. Ich mein ich bin weder total dafür noch absolut dagegen, aber seine Gedanken macht man sich da schon..
 
Die Unrechtmäßigkeit steht wohl außer Frage, deshalb habe ich ja auch schon hier gepostet, daß dies nicht die Mittel meiner Wahl wären.

Finde ich vernünftig. :)

Daß Ohnmacht und Wut nur "unteren", schlecht gekleideten und verzweifelt aussehenden Gesellschaftsschichten vorbehalten ist, bezweifle ich allerdings. Hier zeigt sich lediglich, wie breit die Basis der Unzufriedenheit heute ist und wie sehr sich die Führer in Politik und Wirtschaft irren, wenn sie glauben, diesen Konflikt in gewohnter Manier ausstehen zu können.
Die Aussage war nicht, dass Ohnmacht und Wut nur "unteren" Gesellschaftsschichten vorbehalten sind. Ich vermute mal, dass das so ziemlich jeder von Zeit zu Zeit fühlt.

Deine vorangegangener Post implizierte, dass diese Angriffe das einzige Mittel sei, wie sich diese Leute wehren können - so hab ich es zumindest verstanden. Meine Antwort darauf war, dass sich Personen, die zumindest vom Schiff aus dem Mittelstand angehören, sehr wohl andere Mittel haben dürften.

Jene, die sie verurteilen, sind Menschen, die aus ökonomischen und machtpolitischen Interessen andere Menschen abschlachten lassen, informationspolitisch kastrieren, ausnutzen, für dumm verkaufen und die freie Meinungsäußerung verhindern, ohne für eines ihrer Verbrechen jemals zur Rechenschaft gezogen werden zu können.

Willst du wirklich diese beiden Gruppen auf eine Stufe stellen????

Nein, will ich nicht. Aber sie wählen genauso die falschen Mittel zur Zielerreichung, wie die Leute, die sie verurteilen. Vielleicht hätte ich das deutlicher formulieren sollen.

Damit du mich richtig verstehst: Für freie Meinungsäusserung zu kämpfen, (was sie m.E. aber nicht tun), halte ich für richtig! Die Art und Weise, wie das gemacht wird, zeugt für mich aber mehr von Gier nach medialer Aufmerksamkeit.

Und um weiter auszuholen: ich bin mir der Rolle von Wikileaks selbst auch nicht sicher. Freie Meinungsäusserung hat, je länger ich mir das überlege, wenig mit dem zu tun, was Wikileaks veranstaltet. Wikileaks äussert nicht seine Meinung, sondern es veröffentlicht illegal zugespielte oder gar gestohlene Daten.

Zum einen gibt es gute Gründe, dass Regierungen nicht alle Interna offen ausplaudern. Das macht jeder Mensch so, das machte jede Unternehmung so, und das sollte auch jeder Regierung in einem gewissem Grad möglich sein.

Weiter sind die Dokumente, die Wikileaks veröffentlicht, nicht bewertet, unter Umständen aus dem Kontext gerissen und, was ich am schlimmsten finde, einseitig (primär gegen die USA oder die westliche Welt) gehalten.

Dem ganzen setzt noch die Krone auf, das Assange droht, weitere aktuelle Daten (resp. den Key) ungefiltert zu veröffentlichen, falls ihm was zustossen sollte. Was gibt diesem Mann oder dieser Organisation das Recht, unrechtmässig erlangte, ungefilterte Informationen zu veröffentlichen, die zahlreiche Menschenleben gefährden könnten, nur um des eigenen Wohl zu schützen? Das ist Erpressung, und zwar schlimmsten Grades.

Das alles macht es meines Erachtesn unmöglich, die Sache so schwarz/weiss zu sehen, wie das der Grossteil hier tut. Gerade unter diesen Umständen halte ich Aktionen wie im Artikel beschrieben für unnötig und der Sache nicht dienlich.

Übrigens, gerade eben bei der Mittagspause gelesen: das neue Gesicht Wikileaks'.

Grüsse,
Deimos

EDIT:
Wie soll es eigentlich weitergehen wenn Wiki-Leaks, nur mal so als rein sporadischer Gedanke, ne saubere Möglichkeit gefunden hat seine Infos unters Volk zu bringen, mal abgesehen von irgendwelchen politischen Konsequenzen.. Ich würde da schon wieder anfangen misstrauisch zu werden, was man wirklich veröffentlicht und wer das eigentlich entscheidet, vor allem nach welchen Grundlagen.. an den absoluten Idealisten zu glauben halte ich irgendwie für naiv, wie nix übernimmt die Zensur früher oder später einfach nur ein anderer.. Ich mein ich bin weder total dafür noch absolut dagegen, aber seine Gedanken macht man sich da schon..

Habe ich mir auch schon oft überlegt. Ich meine, das Problem besteht ohnehin bei jeglicher Art von Medienkonsum, aber bei der jetzigen Welle der Symphatie wird Wikileaks alles aus der Hand gefressen, was sie kommunizieren.
Ich hoffe wirklich, dass sich das nicht rächt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oha da sind ja auch interessante Neuigkeiten, soll die von so vielen prognostizierte Revolution wirklich enden bevor sie begann? Ist sicher beides etwas übers Ziel hinausgeschossen, aber man scheint doch langsam zur Wirklichkeit zurückzukehren, der Typ scheint mir etwas Bodenständiger.. Das mit den Email-Adressen fand ich süß, ist das jetzt Datenschutz oder Geheimhaltung irgendwelcher Daten?! :P
 
Ich finde jegliche Debatten ob Recht oder Unrecht total überflüssig, wenn man die Äußerung vom CCC gelesen hat.
(hier nochmal der Link dazu, danke an den Erstpublisher - CCC | Chaos Computer Club fordert Informationsfreiheit im Netz)
CCC bringt es auf den Punkt und wer mit unfairen(unrechtmäßigen) Mitteln kämpft, hat es nur verdient genauso bekämpft zu werden - das besagt auch schon das Recht der Selbstverteidigung!

Hier geht es quasi darum die Bastion der Freien Meinungsäußerung/Informationsfreiheit zu stürzen!
 
Ob die Diplomatischen Dokumente man wirklich veröffentlichen musste, darüber kann man streiten, aber die Dokumente aus dem Irak- und Afghanistan waren sehr wichtig um sich ein Bild über das wirkliche Gesicht des Krieges zu machen.
Man erinnere sich nur an das Video von dem Helikopter der da lauter Leute ummäht. Da gab es ne schöne Doku, Geheimakte Irak.
Mit der US Regierung kann ich nicht so Mitleid haben, unter Bush haben sie immer von Schurkenstaaten gesprochen, mit dem erneuten Einmarsch im Irak unter all den falschen Anschuldigungen vorher haben sie sich selber zum Schurkenstaat gemacht.
Das sich nun auch große Unternehmen zu Handlangern von der US Regierung machen finde ich nicht gut.
Meinungs, Redefreiheit, aber doch bitte nicht unbequemes über unsere Regierung.
 
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