NFTs an sich sind nicht schlecht und haben auch ihre Daseinsberechtigung. Klar, im Endeffekt sind es digitale Besitze, die man nicht in Händen halten kann, aber durch die Blockchain ist dies soch sehr sicher. NFTs sind jetzt auch nicht sooo neu als das Ubisoft diese als erstes Unternehmen an den Kunden bringen will.
Abseits der Spielebranche gibt es bereits massig Hersteller, die NFTs an Kunden verkaufen. Und das sind nicht einmal unbekannte Hersteller. Um mal ein paar Beispiele zu nennen, das sind Unternehmen wie Budweiser, Adidas, Nike, McDonalds, Hugo Boss, Nivea, Charmin ... ja, sogar der WWF verkauft bereits NFTs an Interessenten.
Um es noch einmal zu betonen - diese Firmen "planen" derzeit kein NFT-Projekt, sie haben es bereits umgesetzt...
Und wenn man dann sieht, das selbst der WWF NFTs unterstützt, sieht man auch, dass hier davon ausgegangen wird, das NFTs in den kommenden Monaten/Jahren nicht mehr den Stempel als Umweltzerstörer tragen werden. Dies wird durch den Wechsel von "Proof of Work" hin zu "Proof of Stake" erreicht, und hier ist Ethereum, die Blockchain, die hinter NFTs steckt, auf dem besten Weg hin. Bitcoin wird übrigens niemals "Proof of Stake" werden, die bleiben bei dem extrem Energieaufwendigen "Proof of Work".
Und jetzt sollte man sich mal Gedanken machen was eine Firma wie Nike wohl als NFT bieten könnte ... richtig, Schuhe die es in der realen Welt niemals geben wird. Hier bezahlen Kunden für virtuelle Güter genauso als könnten sie diese in ihren Händen halten. Diese Gegenstände ziehen sie dann ihren virtuellen Avataren an oder kaufen sie einfach nur und machen dann erst einmal nix mehr damit. Welchen Wert dieses NFT hinterher mal hat, entscheidet man ja nicht selbst, das zeigt sich dann durch Angebot und Nachfrage.
Ob das jetzt für unsereins Sinn oder Unsinn ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist jedoch, dass unsere Kinder immer mehr mit virtuellen Gegenständen aufwachsen. Heute kaufen sich Kinder immer öfter virtuelle Gegenstände, die sie dann ihren Freunden im gerade angesagten Online-Spiel zeigen können, oder die sie einfach nur sammeln.
Mit NFTs hat sich ein ganz neuer Markt aufgetan, den man in seiner ganzen Tragweite heute noch gar nicht überblicken kann.
Btw., NFTs sind schon längst in unserem täglichen Leben angekommen. Hat schon einmal jemand von euch darüber nachgedacht, das ein Flugticket, für das ihr bezahlt habt, und wofür ihr nur eine eMail mit einem QR-Code erhalten habt, etwas anderes ist als ein NFT? Ihr habt für etwas mit realem Geld bezahlt, wo ihr bis zur Einlösung am Flughafen nichts greifbares in den Händen haltet. Erst beim Scannen während des Boardings erhaltet ihr den realen Gegenwert für euer Geld, bis dahin ist alles nur virtuell.
Aber kommen wir zurück zu dem Thema NFTs und Spiele.
Es gibt schon längst andere Hersteller als Ubisoft, die mit durchaus erfolgreichen PlayToEarn Spielen am Markt vertreten sind - meist noch im mobilen Spielesegment. Ubisoft ist jedoch der erste große Publisher, der dies nun auch bei PC- und Konsolentiteln versucht.
Bei NFTs handelt sich um einmalige Gegenstände, dies es so kein zweites mal gibt, und die man sich im Spiel entweder selbst erarbeiten kann (was ich persönlich als bessere Variante sehe), oder die man sich dort kaufen kann. Es ist einem dann freigestellt, ob man diese später auch weiterverkaufen möchte oder nicht. Durch den in der Blockchain hinterlegten Kaufvertrag, kann der Urheber des NFTs, also in dem Fall Ubisoft, zudem festlegen, das dieser bei jedem Weiterverkauf x Prozent vom Kaufpreis erhält. So sind Künstler (Urheber), und da zählt man auch Spielehersteller mit zu, immer wieder direkt und automatisch am Verkauf ihrer urheberrechtlich geschützten Werke beteiligt. Musiker, Schriftsteller, Maler, Bildhauer, usw. in der echten Welt könnten dies ebenfalls tun, und so für sich eine neue Art der Veräußerung erschließen, wo ihre Rechte am Werk auch garantiert erhalten bleiben.
Die Zeit ist momentan vielleicht noch nicht ideal für NFTs, schaut man aber mal genauer hin, und vor allem welche großen Firmen mittlerweile auf den Zug aufgesprungen sind, dann erkennt man schnell, dass dieser Trend nicht mehr verschwinden wird.
Warum sind z.B. die Zeichnungen der Bored Apes mittlerweile Millionen Dollar Wert? Die hatten vor nicht allzu langer Zeit einen Verkaufspreis von 180 $ das Stück gehabt. Aber einerseits gibt es von den Bored Apes NFTs weltweit nur 10.000 Stück und des Weiteren bieten die Erschaffer der Bilder jedem Besitzer exklusiven Zugang zu einem virtuellen Yachtclub an, in dem man nur rein kommt, wenn man mindestens ein Bored Ape NFT besitzt. Dadurch, das man in der Blockchain als Besitzer hinterlegt ist, wird der Zugang gewährt. Gerade Stars und Sternchen aus den USA kaufen diese NFTs gerade wie verrückt. Besitzt man so einen Bored Ape, dann kann es sehr gut sein, das man in diesem Yachtclub direkt mit Eminem oder einem anderen Star spricht, der sich da ebenfalls gerade aufhält.
Mein Fazit: Ich würde NFTs jetzt nicht unbedingt verteufeln. Ob sie in Videospielen eine Zukunft haben oder nicht entscheiden die Spieler ganz alleine. Wenn sich da keine Nachfrage entwickelt, dann ist der Markt auch ganz schnell wieder in der Versenkung verschwunden. Berücksichtigt man aber, das bereits seit vielen vielen Jahren, noch bevor jemand den Begriff NFT in den Mund genommen hatte, für virtuelle Gegenstände in Spielen ein Markt in der realen Welt bestand, dann weiß man, dass sich das Prinzip hinter NFTs durchsetzen wird.
Und seien wir mal ehrlich - niemand wird zum Erwerb von NFTs gezwungen, das entscheidet jeder Spieler für sich ganz alleine. Waren es früher die Turnschuhe oder der Hersteller des Rucksacks, die auf dem Schulhof für Anerkennung sorgten, sind das mittlerweile und zukünftig virtuelle Gegenstände, die jemand irgendwo besitzt.
Und wer bis hier hin durchgehalten hat und alles gelesen hat - meinen Respekt und meine Anerkennung dafür
