ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Jahrzehnten? Eher Jahren; die Graphen wurden ja erst 2004 entdeckt und soweit ich weiß hat man es erst 2010 geschafft einen Graphentransistor zu bauen
Graphen wurde laut Wiki 1918 das erste mal beschrieben, 1948 näher untersucht und der Begriff in den 60ern geprägt. 2004 wurde wohl der erste funktionierende Transistor gefertigt, 2010 hat IBM 100GHz erreicht.
Was relativ neu ist und den Forschungsschub in diesem Jahrtausend initiiert hat, waren Fortschritte bei der Erzeugung einzelner Lagen von Graphen. Vorher kannte man es eher als eine Form von Graphit-Abrieb. Aber soviel weiter scheint mir die Molybdänit-Sache eben auch nicht zu sein: Man hat ein Material, dass bei mechanischer Einwirkung in Schichten zerfällt und man hat einen doch eher dicken Haufen davon zum Bau eines Transistors verwendet.
Der Schlüsselschritt für einen Siliziumnachfolger dürfte aber bis auf weiteres ein Verfahren zum Aufdampfen und Ätzen funktionaler Schaltungen auf einem Substrat sein.
Aber abgesehen davon: man hört seid den 1990ern, wenn nicht noch länger, dass das Silizium am Ende ist, wobei im Laufe der Zeit diverseste interressante Alternativen genannt wurden, die aber alle gescheitert sind, etwa Galliumarsenid
Gallium und Germanium basierte Methoden sind ebenfalls nicht neu - und auch nicht technisch gescheitert. Ähnliche Substanzen wurden schon für die Serienfertigung von Chips genutzt, sie sind nur einfach ziemlich teuer und man sieht keinen Weg, dass deutlich zu ändern, weswegen diese Techniken bis auf weiteres am Markt keine Chance gegen Silizium haben. (für z.B. Funktechnik werden sie aber afaik weiterhin eingesetzt, weil Silizium einfach nicht genug Potential hat)
Graphen ist bis auf weiteres noch teurer, man sieht aber Möglichkeiten zur Verbilligung (und hat dann noch bessere Eigenschaften). Bis es die gibt, ist es auch nicht besser.
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