Neue Bundesregierung 2025

Ich habe gar nicht verstanden wie das überhaupt funktioniert.
Ein Teil deiner Rentenbeiträge wird "einfach" am Kapitalmarkt angelegt.
Das ist in sehr vielen Ländern durchaus gelebte Praxis.
Norwegen sei da exemplarisch genannt, allerdings haben die staatliche Aktien aus dem Ölgeschäft, die jedes Jahr problemlos 10% Gewinn machen.
Wenn du jeden Monat deine Beiträge abdrückst, kommt das mehr oder weniger auf eine Art "Girokonto" der Dt. Rentenversicherung. Sprich, sollte es herumliegen, verdient es keine/kaum Zinsen.
Am Aktienmarkt ist eine langfristige Rendite über mehrere Jahrzehnte selbst für Kleinanleger von um 5% oder gar darüber ohne sich kümmern zu müssen üblich.
Kauft ein Staat im großen Stil ETFs oder andere Aktien ein und hält diese sehr lange, sind auf Grund anderer Einkaufs- und Rahmenbedingungen wohl eher 6-7%/anno drinnen.
Das kann dann Papa Staat dazu nutzen, um die fehlenden Beitragseingänge wegen Wegfall der Boomerbeiträge auszugleichen und/oder wenns super läuft additiv eine Zusatzrente zu organisieren (der Plan).
Dann bleibt die Basisrente (Beiträge) zur Grundsicherung übrig und Erhöhungen und z. B. Anheben über Mindestniveau fällt dann der Kapitalmarktrente zu.
Die Problematik am Vorschlag der Rentenkommison ist, dass diese zus. Beiträge sich AG und AN teilen müssen/sollen - ohne Verpflichtung.
Da die AGs kaum Lust haben, freiwillig mind. 150 € (so der Plan) additiv dem AN "zu schenken", bleibt das Modell ein Kalter.

Ganz ehrlich?
Wer im Monat 100 € übrig hat, sollte zur Hausbank gehen, irgend einen halbwegs gut perfomenden ETF kaufen und einen Sparplan anlegen lassen.
Da dürfte am Ende der Lebensarbeitszeit viel, viel mehr herauskommen, als das aktuell angedachte staatliche System.

Ich habe exemplarisch ganz primitiv mit dem MSCI world in 2009 angefagen.
Jeden Monat knappe 120 € reingeschoben, der hat in den 17 Jahren grob +220% gemacht.
Also etwas milchmädchenhaft habe ich jedes Jahr 13% Zinsen fürs nixtun bekommen.
Da ist in Real, weil Kapitalertragssteuern etc. natürlich weniger, real bleiben um die 7,5-8 % übrig, aber immerhin.
Meine allerersten angelegten 120 € sind jetzt grob 320 € "wert", da schafft kein Sparbuch der Welt.
 
Vor allem langfristig sind ETFs eine 1A Lösung für die Privatvorsorge.

Das Einzige was zu beachten wäre ist, dass man 2-3 Jahre VOR Renteneintritt genau überlegen sollte, ob man den Gewinn dann schon mitnimmt....
Also einfach wertfrei schauen ob das Geld ausreichen würde.....wenn ja --> der Gier widerstehen und das Geld mitnehmen.
Das hat den Grund, dass "kurzfristig" auch mal durch Krisen (Bankenkrise, Pandemie etc.pp) "Korrekturen" von 30-50% nach unten passieren könnten, welche erst nach mehreren Jahren wieder ausgeglichen werden. Das ist dann psychologisch schlechter verkraftbar, als der "Verlust" den man macht wenn man z.B.: 2 Jahre früher verkauft.
 
Ich dachte immer ETF hätte was mit Kryptowährungen zu tun.
Aber das ist wohl nicht so.
Dann braucht man auch keine Angst haben das irgendwann eine "Blase" platzt oder?
 
Ich dachte immer ETF hätte was mit Kryptowährungen zu tun.
Aber das ist wohl nicht so.
Dann braucht man auch keine Angst haben das irgendwann eine "Blase" platzt oder?
Nein, ETFs sind für den Privatanleger so ziemlich die sicherste Anlegeform bei Aktien.
In einem ETF sind viele, viele Einzelaktien zu einem Bündel zusammengefasst.
Du kaufst nicht diese oder jene Einzelktie, sonderen Anteile an einem Blumenstrauß.
Im Idealfall ist ein großer Mix drinnen, so dass wenn eine Aktie mal schlecht ist, die anderen dies ausgleichen.
Unterm Strich und auf sehr lange Sparzeit hat man in der Regel einen sehr gesicherten und beachtlichen Zinsertrag.

Die Rendite ist natürlich geringer als hättest du z. B. vor 20 Jahren 50.000 € übrig gehabt und wärst auf amazon Aktie gegangen. Die stand 2006 bei 2 $ und jetzt bei 230 $. Dann hättest du jetzt knappe 6 Mio. aufm Konto - hat aber kaum ein Privater gemacht.
Das hilft natürlich auch nicht bei Börsencrash, da gehen alle Aktien runter.
 
Nein, ETFs sind für den Privatanleger so ziemlich die sicherste Anlegeform bei Aktien.
In einem ETF sind viele, viele Einzelaktien zu einem Bündel zusammengefasst.
Du kaufst nicht diese oder jene Einzelktie, sonderen Anteile an einem Blumenstrauß.
Im Idealfall ist ein großer Mix drinnen, so dass wenn eine Aktie mal schlecht ist, die anderen dies ausgleichen.
Unterm Strich und auf sehr lange Sparzeit hat man in der Regel einen sehr gesicherten und beachtlichen Zinsertrag.

Die Rendite ist natürlich geringer als hättest du z. B. vor 20 Jahren 50.000 € übrig gehabt und wärst auf amazon Aktie gegangen. Die stand 2006 bei 2 $ und jetzt bei 230 $. Dann hättest du jetzt knappe 6 Mio. aufm Konto - hat aber kaum ein Privater gemacht.
Das hilft natürlich auch nicht bei Börsencrash, da gehen alle Aktien runter.
Danke für die Infos! :daumen:

Aktienfonds kannte ich vorher aber ETFs noch nicht. Bzw wusste nicht was das ist.
 
Danke für die Infos! :daumen:

Aktienfonds kannte ich vorher aber ETFs noch nicht. Bzw wusste nicht was das ist.
Auch für kleine Geldbeutel geeignet.
Du musst dich aber selber schlau machen.
Ganz grobe zu erwartende minimale Daumenregel:
50 €/Monat eingezahlt, machen nach 25 Jahren 15.000 € eingezahlt.
Du hast dann aber ca. Faktor 3 aufm Konto = 45.000 € abzüglich steuern = 28% = Rest = 32.000 € = Geld fast verdoppelt, Netto-Zinsertrag bei ca. 4.5%
 
Nein, ETFs sind für den Privatanleger so ziemlich die sicherste Anlegeform bei Aktien.
Ich würde mich sogar soweit aus dem Fenster lehnen und behaupten das Geld liegt dort, bei einem Anlagehorizont über 15 Jahre, nicht unsicherer als auf deinem Konto. Voraussetzung ist natürlich ein weltweiter ETF, wie z.B. der "heilige Gral". Wenn der den Bach runter geht ist das Geld auf deinem Konto auch nichts mehr Wert.
 
Ein Teil deiner Rentenbeiträge wird "einfach" am Kapitalmarkt angelegt.
Das ist in sehr vielen Ländern durchaus gelebte Praxis.
Norwegen sei da exemplarisch genannt, allerdings haben die staatliche Aktien aus dem Ölgeschäft, die jedes Jahr problemlos 10% Gewinn machen.
Wenn du jeden Monat deine Beiträge abdrückst, kommt das mehr oder weniger auf eine Art "Girokonto" der Dt. Rentenversicherung. Sprich, sollte es herumliegen, verdient es keine/kaum Zinsen.
Am Aktienmarkt ist eine langfristige Rendite über mehrere Jahrzehnte selbst für Kleinanleger von um 5% oder gar darüber ohne sich kümmern zu müssen üblich.
Kauft ein Staat im großen Stil ETFs oder andere Aktien ein und hält diese sehr lange, sind auf Grund anderer Einkaufs- und Rahmenbedingungen wohl eher 6-7%/anno drinnen.
Das kann dann Papa Staat dazu nutzen, um die fehlenden Beitragseingänge wegen Wegfall der Boomerbeiträge auszugleichen und/oder wenns super läuft additiv eine Zusatzrente zu organisieren (der Plan).

Nein, kann der Staat nicht. Denn die Boomerbeiträge fehlen jetzt, nicht in mehreren Jahrzehnten. Und aktuell werden 100% der Beiträge für die Boomerrenten ausgezahlt und da jammern schon alle rum, das wäre zu wenig. Wenn du jetzt 10% im Kapitalmarkt parken willst, damit die Industrie damit frei nach Schnauze wirtschaften kann, musst du entweder die Rentenbeiträge um 10% erhöhen oder die Boomerrenten um 10% senken.

Breit gestreute Aktien (und ETFs sind funktional sowas ähnliches, nur mit dem zusätzlichen Risiko, dass der Aussteller die Hufe hochreißt) sind eine veritable Option, um vorhandenes Kapital gegen Inflation abzusichern, wenn man keine bessere Idee/Zeit für einen komplexeren Plan hat. (Auf Ebene eines ganzen Staates ist letzteres schon mal ziemlich unwahrscheinlich/bescheuert. Wer mittelfristig Billionen von Euro anlegen will, kann sich auch ein paar eigene Experten für überdurchschnittliche Renditen leisten.) Aber das (vermeintliche) Problem mit der deutschen Rente ist ja, dass kein Kapital rumliegt. Dieser Vorschlag ist genauso (und zwar wirklich genau so) bescheuert, wie der schon letztes Jahrzehnt rausgehauene Spruch, dass eine Krankenschwester halt in Immobilien investieren solle, damit die Rente später stimmt. (Wer hatte das nochmal empfohlen? Merz? Spahn? Lindner? Irgendwas in der Ecke, aber Suchmaschinen kennen ja nur noch die letzten 2 Monate, zum Thema "Rente" die letzten zwei Wochen)
 
Es wird jetzt nicht 10% angelegt. Es wird nach und nach 2% zusätzlicher Beitrag angelegt um künftig die Rente damit zum teil zu finanzieren. Das wird nicht von heute auf morgen passieren und ist so auch nicht vorgesehen.
 

Was die Abschaffung von Minijobs angeht scheiden sich auch die Geister. Der Staat will sie abschaffen aber Arbeitgeber und Arbeitnehmer würden sie gerne behalten. Weil man damit flexibler ist und die Beschäftigten keine Sozialabgaben einzahlen. Damit könnte auch Schwarzarbeit mehr gefördert werden. Wenn man sie abschafft! Und dann geht dem Staat noch mehr Geld durch die Lappen!!!
 
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Ab heute heißen Bürgergeldempfänger „Grundsicherungsempfänger“ – ein Überblick
Die Jobcenter müssen ihre Mitarbeiter jetzt auf die neuen Regelungen und Bezeichnungen umstellen, weil die Politik das Bürgergeld wieder in Grundsicherung umbenannt hat.

Viele tun immer so, als wäre „Such dir Arbeit“ die einfache Lösung. Aber jeder, der wirklich mit dem System zu tun hat, weiß, dass die Realität ganz anders aussieht. Überlastete Jobcenter, gestrichene oder kaum erreichbare Maßnahmen, Arbeitszeiten, die überhaupt nicht zum Leben passen, fehlende Busverbindungen oder Mobilität – das sind Dinge, die jeden Tag verhindern, dass Menschen überhaupt an offene Stellen herankommen.

Gleichzeitig stehen derzeit rund 643.000 gemeldete offene Arbeitsstellen mehr als 3 Millionen Arbeitslosen gegenüber. Diese Zahlen allein sagen jedoch wenig darüber aus, wie viele dieser Stellen tatsächlich zu den Qualifikationen, der Mobilität oder den Lebensumständen der Betroffenen passen. Außerdem weist die Bundesagentur für Arbeit selbst darauf hin, dass ihre Statistik nur die gemeldeten Stellen erfasst und damit nicht das gesamte Stellenangebot abbildet. Schaut man sich die Stellen genauer an, handelt es sich häufig um Zeitarbeit, Leiharbeit, befristete Beschäftigung oder Minijobs – also Arbeitsverhältnisse, die für viele langfristig keine stabile Existenzgrundlage bieten.

Wer sich die Stellenangebote genauer anschaut, sieht schnell, dass es gerade in Bereichen wie Pflege, Logistik und anderen Branchen zwar zahlreiche Ausschreibungen gibt, Arbeitsbedingungen, Schichtsysteme, Bezahlung und fehlende Planbarkeit aber viele Bewerber abschrecken. Hinzu kommt, dass zahlreiche Stellen ohne eigenes Auto kaum erreichbar sind. Wer auf Bus und Bahn angewiesen ist, scheitert oft schon daran, dass die Arbeitszeiten nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr zusammenpassen.

In der öffentlichen Debatte wird ständig mit der Zahl der freien Jobs argumentiert, aber kaum jemand schaut darauf, wie viele davon praktisch unerreichbar sind, weil Betreuung fehlt, der Nahverkehr nicht mitspielt oder die Arbeitsbedingungen mit dem Alltag vieler Menschen nicht vereinbar sind. Gleichzeitig wird bei der neuen Grundsicherung wieder vor allem über Geld und Sanktionen diskutiert, während die eigentlichen strukturellen Probleme des Arbeitsmarktes kaum angegangen werden.

Dazu kommt, dass die Industrie seit Jahren Produktionen ins Ausland verlagert, Unternehmen Stellen abbauen, Insolvenzen zunehmen und ganze Standorte geschlossen werden. Viele Arbeitsplätze, die früher als sichere Beschäftigung galten, existieren heute schlicht nicht mehr. Stellen schwinden, Qualifikationen passen nicht mehr, und neue Jobs entstehen oft in Bereichen, die weder wohnortnah noch mit den Lebensumständen vieler Menschen vereinbar sind.

Auch die Vermittler in den Jobcentern stehen selbst unter erheblichem Druck. Vorgaben werden von oben nach unten weitergegeben, und viele Beschäftigte müssen diese gegenüber den Leistungsbeziehenden umsetzen. Dadurch entsteht häufig der Eindruck, dass Druck leichter nach unten weitergegeben wird, während Hinweise auf strukturelle Probleme nach oben deutlich schwerer Gehör finden.

Auch die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeichnen ein anderes Bild, als es in der politischen Debatte oft vermittelt wird. Im Jahr 2025 entfielen rund 85,5 % aller Leistungsminderungen auf Meldeversäumnisse – also beispielsweise versäumte Termine – und nicht auf eine Verweigerung von Arbeit. Wegen der Ablehnung oder Aufgabe einer Arbeit, Ausbildung oder Maßnahme wurden rund 31.000 Leistungsminderungen ausgesprochen. Gleichzeitig waren im Jahresdurchschnitt nur etwa 0,9 % der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten überhaupt von einer neu verhängten Leistungsminderung betroffen. Das spricht nicht dafür, dass Arbeitsverweigerung unter Leistungsbeziehenden ein Massenphänomen ist, auch wenn dieser Eindruck in der öffentlichen Debatte häufig entsteht. Trotzdem werden viele Leistungsbeziehende pauschal unter Generalverdacht gestellt.

Ein weiterer Punkt, der häufig vergessen wird: Schwarzarbeit existiert ebenfalls, taucht aber weder in der Arbeitslosenstatistik noch in den Statistiken über Leistungsminderungen auf und kann das öffentliche Bild zusätzlich verzerren.

Nach den beschlossenen Änderungen gehören unter anderem folgende Punkte dazu:

  • Die Vermögensprüfung greift wieder ab dem ersten Tag; die bisherige Karenzzeit entfällt.
  • Die Vermögensfreibeträge werden abgesenkt.
  • Der Vorrang einer möglichst schnellen Arbeitsaufnahme wird gegenüber längeren Qualifizierungsmaßnahmen gestärkt.
  • Mitwirkungspflichten werden strenger durchgesetzt und Sanktionen bei Pflichtverletzungen verschärft.
  • Bei Meldeversäumnissen und anderen Pflichtverletzungen stehen den Jobcentern strengere Sanktionsmöglichkeiten zur Verfügung.
  • Die Jobcenter erhalten zusätzliche Instrumente, um Leistungsmissbrauch aufzudecken.
Der stärkere Fokus auf eine möglichst schnelle Vermittlung zeigt außerdem, worum es häufig geht: Menschen möglichst schnell in irgendeinen Job zu bringen – unabhängig davon, ob dieser langfristig passt. Das löst weder die strukturellen Probleme des Arbeitsmarktes noch verbessert es automatisch die Lebenssituation der Betroffenen. Dauerhafter Druck, unpassende Vermittlungen und fehlende Unterstützung können die psychische Belastung zusätzlich erhöhen und im Einzelfall auch gesundheitliche Folgen haben.

Die Umbenennung vom Bürgergeld zur Grundsicherung löst die strukturellen Probleme des Arbeitsmarktes nicht. Solange viele Stellen schlecht bezahlt, befristet oder schwer erreichbar sind, Unternehmen gleichzeitig Arbeitsplätze abbauen und der Vermittlungsdruck weiter steigt, bleiben die grundlegenden Herausforderungen für Arbeitsuchende und Jobcenter bestehen.

Ein neuer Name allein verändert diese Realität nicht. Das ist die Realität eines Systems, das lieber Symptome bekämpft, als die eigentlichen Ursachen anzugehen.
 
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