Als ich meinen Führerschein vor ca 30 Jahren gemacht hatte, da hatten wir nur einen Bruchteil der Fragen. Ist der Straßenverkehr wirklich soviel komplizierter geworden? Wenn das wirklich so wäre, müssten ja die älteren Generationen alle eine Auffrischung/Weiterbildung machen, weil das Wissen was sie gelernt haben nicht ausreichen würde.
Straßenverkehr ist auch n Tick komplizierter geworden und ja, Nachschulungen fände ich dafür allgemein gut. Einfach so, ohne Prüfung, nur Theorie, günstig, als 1-5 h Samstags-Auffrischkurs in dem einem mal konzentriert all das beigebracht wird, was die letzten 10/20/30/40/50 Jahre geändert wurde (plus das beste von heute äh eine kleine Auffrischung dessen, was immer alle vergessen).
Aber der größere Unterschied sind die digitalen Prüfungssysteme. Früher konnte man die wenigen Bögen auswendig lernen, aber heute ist der Fragenpool viel größer, weil er nicht mehr ausgedruckt vorrätig gehalten werden muss. Die Fragen können auch frei kombiniert werden und es gibt viel mehr Videos, die Aufmerksamkeit erfordern. Andererseits gibt es heute aber eben auch digitale Lerntools, mit denen man die Fragestellungen wesentlich besser üben kann, so dass sich auch der letzte Depp die Regeln dahinter reinhämmert, wenn er wenigstens ein bisschen fleißig ist.
Und schwerer ist es in der Summe imho nicht geworden. Ich habe vor ein paar Jahren, als meine Freundin endlich mal einen Führerschein gemacht hat, auch so eine "Prüfungsprobelauf" ausprobiert. Iirc 85% richtig. Vom Rest war nur eine Begleitswissensfrage tatsächlich "falsch gedacht". Der Rest verteilte sich auf "Wissenslücke bekannt" (Sonderregeln im Kopf für Fahrzeuge, die ich nicht fahre, schlage ich bei Bedarf nach), "besser gewusst" ("km/h * 3,0 = m/s" ist, sorry, schlicht falsch, war Teil der gewünschten Antwort) und zweimal "zusätzlich Vorsicht walten lassen" (ohne das Behinderung oder Verwirrung hätte resultieren können). Gesamtergebnis somit 0 Probleme was die Verkehrssicherheit angeht. Das drum herum wäre mit kurzer Auffrischung vor der Prüfung auch kein Problem gewesen. Oder mit etwas mehr Konzentration als nebenbei am Frühstückstisch in der Hälfte der vorgesehenen Zeit.
Soweit ich weiß, scheitern die meisten aber ander praktischen Prüfung. Und das macht mir wirklich Sorgen, denn ich hab eben vor ein paar Jahren im eigenen Haushalt sowohl erlebt, was für lückenhafte bis inkompetente Arbeit Fahrlehrer für ihre horrenden Gebühren abliefern, als auch dass das trotz allem reicht, um die sogenannten ""Prüfungen"" zu bestehen. Was ich am liebsten machen würde, gleich nachdem ich diesem Fahrlehrer die Lizenz entzogen und diesen Fahrprüfer wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit eingeknastet habe: Allen, die an solche Nicht-Anforderungen gescheitert sind, auf Jahre hinaus die Annäherung an motorisierte Fahrzeuge untersagen. Einschließlich E-Scooter und Matchbox mit Rückzugsfeder!
75 ist viel zu spät. Ab 60 träfe es schon besser. Eher sogar in einem regelmäßigen Rhythmus von 4 oder 5 Jahren. Aber wenn du das vorschlägst, dann kommen welche und erzählen dir, dass es ja auch ohne so eine Maßnahme immer weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr gibt. Das stimmt ja auch. Nur steigt die Zahl der Verkehrsunfälle immer noch weiter an, während sicherer Fahrzeuge früher tödliche Unfälle verhindern.
Fahrprüfung braucht es imho nicht so oft. Ich würde eine Überprüfung 10 Jahre nach Führerschein und dann vielleicht alle 20-30 Jahre vorschlagen, um zu gucken, ob sich Fehler eingeschliffen haben. Das Problem bei alten Verkehrsteilnehmern sind eher Seh-, ggf. Hör- sowie Reaktionsvermögen. Die musst du nicht in einer Fahrschule schecken, das kann der Augen- respektive Hausarzt übernehmen, der ab einem gewissen Alter sowieso häufiger aufgesucht wird.
War ein A3. Glaube ich. War ein Leihauto also habe ich mich da nicht weiter mit beschäftigt.
Da dürften mehrere Verwechslungen vorliegen. Den seit 2020 gebauten A3 gibt es minimal als Benziner 110 PS plus Mildhybrid oder 130 PS ohne, als Diesel 116 PS mittlerweile auch hybridisiert. Was ich aktuell bei Vermietern mit Angabe finde (die meisten machen keine) ist aber die 110-
kW-Ausführung. Also der 150 PS 211evo. Den bin ich mal in nem Octavia probegefahren und ja, damit kommt man einigermaßen flott auf 200. Mit 50 Pferden weniger in einem aerodynamisch vergleichbaren Jahrtausendwendekombi klappte das dagegen allenfalls bergab, das ist simple Physik. Heutige Autos sind zwar noch etwas windschlüpfrig geworden, aber ein Großteil dieser Entwicklung erfolgte in 80ern und 90ern. Was seitdem noch hinzukam, haben die Designer und vor allem das Größenwachstum oft wieder aufgefressen. Z.B. ein VW Tiguan (für die Rentner von heute

) hat !50% mehr! Luftwiederstand als ein 25 Jahre älterer Opel Calibra (für die Rentner aus den 90ern).
Es kommt auch drauf an wo man fahren lernt. In der Großstadt ist das sowieso alles stressiger.
Die Mehrheit lebt oder pendelt zumindest regelmäßig in eine Großstadt. Damit klarzukommen ist imho ein wichtiger Bestandteil der Fahrausbildung. Die soll schließlich sicherstellen, dass man auch in schwierigen Situationen keine schwerwiegenden Fehler macht. Und sorry, aber auf einer menschenleeren Landstraße zweiten oder dritten Ranges von A nach B zu kommen, ist keine schwierige Situation. Minderjährige mit Zugriff auf die Schlüssel ihrer Eltern beweisen immer mal wieder, dass das so wortwörtlich kinderleicht ist, dass man es ganz ohne Ausbildung schaffen kann. Bei Tempo 55 die richtige Spur aufm Frankfurter Innenstadtring zu finden und zu erreichen ist eher was, was man mal geübt haben sollte, ehe man allgemein als "fahrtüchtig" auf die Menschheit losgelassen wird.
Deine Statistik vergleicht Äpfel mit Birnen. 16,9% der Deutschen sind unter 18, fallen also schon mal ganz raus. Auch darüber haben nicht alle einen Führerschein. Die Zahlen an Führerscheininhabern im jeweiligen Altersbereich müsste man aber vergleichen und nicht die der Einwohner.
Personenkilometer kommen dann noch als Faktor dazu.
"Hinzu" ist gut. Das dürfte der mit Abstand wichtigste Faktor sein. Mit großem Abstand gefolgt von der Uhrzeit und den Wetterbedingungen unter denen gefahren wird, sowie dem Fahrzeug, bei dem Rentner ebenfalls ein drastisch reduziertes pro-Kopf-Risiko haben. "Rentner bauen weniger Unfälle" ist in etwa so wie "Nichtraucher sterben seltener an Tabak verursachtem Krebs".
Meine persönliche Meinung ist zu wenig Motivation!
Also wenn sich die Jugend durch "du schaffst jetzt oder du hast 2 Riesen und ein halbes Jahr Unterricht in den Sand gesetzt" nicht hinreichend motivieren lässt, dann müssen wir mal über Taschengeldhöhen reden.