Gut dann erkläre ich dir das mal an einem einfachen Beispiel. Ich will zur Post ein Paket abgeben. Ich komme in die Filiale und dort steht (wie hier meistens der Fall) eine 20m lange Schlange bis zur Tür. Dann handel ich folgendermaßen:
1. Ich dreh mich grad um und geh wieder, erledige zuerst was anderes und komme später wieder.
2. Ich gehe wieder und fahre in eine andere Filiale.
3. Ich gehe wieder und fahr Heim.
Eine dieser Möglichkeiten nehme ich auf jeden Fall. Nur eins werde ich Garantiert nicht. Mich unbedingt noch dazwischen quetschen und Stundenlang da hin stellen, weil das ist mir Schlichtweg einfach zu blöd. Und sowas würde ich dann auch bei so einer Veranstaltung. Da kenn ich gar nix.
Das ist einfacher gesagt als getan, vor allem im Nachhinein... da sind Leute mit ihren Freunden unterwegs, die zum großen Teil extra von weit her dahingekommen sind und/oder sich schon seit Wochen darauf gefreut haben und den Tag/Abend für diesen Event voll eingeplant haben, und wenn Du schon mal da bist, hoffst Du halt, dass es dann doch gleich voran geht. Da ahnt ja keiner, dass es so lange dauert.
Das Beispiel mit der Post passt da nicht so ganz... die Post ist ja vermutlich in Deiner Nähe, da wäre es also nicht schlimm, wenn Du dann doch nochmal kurz nach Hause gehst oder irgendwas anderes in der Umgebung erledigst. und "stundenlang" wartest Du da eh niemals. Die wenigsten Besucher der LP konnten aber sagen "naja, dann gehen wir halt kurz woanders hin", viele kannte die Gegend mit Sicherheit nicht einmal gut genug, um eine andere Option in Betracht zu ziehen als zu warten oder zurück zum Bahnhof, von dem die aber wiederum auch wissen, dass dort ebenfalls unheimlich viel los ist. Vlt. hatten die schon weit vor dem Tunnal warten müssen an einer der Sperren, und dann überleg mal: Du hast zB 2 Stunden gebraucht, damit Du überhaupt vom Bahnhof bis zum Tunnel kommst - kaum einer würde dann so locker, wie Du es beschreibst sich halt einfach umdrehen und wieder zurückgehen und DANACH dann erneut ggf. 1-2 Stunden warten müssen, und vlt. ist danach am Tunnel immer noch eine wartende Menge.
Man geht halt davon aus, dass es sich da zwar staut, aber langsam voran geht. Das ist bei vielen Veranstaltungen ja so, dass es "hinten" sehr langsam voran geht und vorne dann ganz schnell.
Ach ja: die post macht auch nicht nur an einem Tag im Jahr auf, Du hast auch sicher nicht darauf hingefiebert, endlich in die Post gehen zu können... und bei der Post weißt Du auch, dass da normalerweise nicht ÜBERmäßig viele Leute sind, Du kannst ganz sicher sein, dass die Warteschlange bei Deiner Rückkehr eher kürzer wird und nur mit Pech sogar etwas länger.
Das kannst Du also nicht so einfach vergleichen. Sicher sind trotzdem einige Leute dann lieber wieder gegangen, bestimmt viele auch, nachdem es ne Weile nicht voran ging, aber von denen sicher viele nur aus Ungeduld und nicht aus Sorge. Rein rational gesehen ist es völlig normal, dass man da bleibt und erstmal wartet, vor allem wenn man nicht einer von der ungeduldigen Sorte ist, der sich schon aufregt, wenn ein Bus mal 2min zu spät kommt. Natürlich rehcnet man so oder so damit, dass die Organisation ein Konzept hat. Niemand konnte ansatzweise ahnen, dass bei einer in D organisierten Großveranstaltung so was passieren kann.
Was natürlich nicht o.k ist: sich da noch wirklich reinquetschen und drängeln usw. - das is ja nochmal ne andere Sache und ist auch in ner Post nicht o.k., zur Not geht die Warteschlange dann halt bis auf die Straße, was vor allem zu Weihnachten schonmal vorkommen kann. Aber mehr als "warten" muss man da nicht.