Ich glaube ja, da irrst du dich, zumindest zum Teil
@PCGH_Torsten.
Während man bei Win10 diesen ganzen Store und app Kram fast noch ignorieren konnte, kommt man bei Win11 mittlerweile nicht mehr drum rum. Diese totale Konto- und Datenverknüpfungswut seitens MS, gepaart mit noch mehr Cloud und der Idee, das System zu "ver-KI-en" hat alle Wechsler abgeschreckt, die ich kennen gelernt habe.
Wer Windows 10 einfach so installiert, wie Microsoft das automatisch vorgibt, hat genau diesen ganzen Krempel bereits am Hals. Wer bei Windows 11 alle Register zieht, kann es weiterhin weglassen. Es stimmt sicherlich, dass das schwerer geworden ist und Microsofts Stoßrichtung ist offensichtlich, aber verglichen mit einem Wechsel auf Linux ist es immer noch einfacher, die genannten Anforderungen mit Windows 11 zu realisieren. Eigentlich muss man nicht viel mehr, als den aktuellen Weg zur Offline-Installation zu ergoogeln.
Interessant. Gibt es bestimmte Berichte oder Anderes dazu, was diese Aussage untermauert? Eigentlich hört man in der Regel nur, dass viele auf Windows 11 nicht umsteigen wollen, weil sie ihre PC-Systeme verschrotten müssten.
Der Anlass dazu sind so ziemlich sämtliche Rückmeldungen, die ich von Usern und auch im Privatumfeld sehe. Mir sind exakt 0 Leute mit der Einstellung "Ich finde es geil, wenn Kontextmenüs bunt durcheinandergewürfelt sind, Einstellungen fehlen und ich für jeden Scheiß das Startmenü oder Desktop bemühen muss, weil die Taskleiste die Hälfte ihrer Funktionalität eingebüßt hat. Kann ich das bitte auch ohne Kompatibilität zu neuen Spielen, etc. haben?" begegnet. Aber 90 Prozent der Leute, die auf Windows 11 wechseln, fluchen erst einmal mehrere Wochen lang über die Änderungen an der Benutzeroberfläche – und einen Tag über die zusätzlichen technischen Stolpersteine.
Das gilt übrigens auch für die Systemanforderungen. Niemand, der den nötigen IT-Kenntnisstand hat, um auf Linux zu migrieren, sollte ein Problem damit haben, Windows 11 auf nahezu allen Windows-10-tauglichen Rechnern zu installieren. Es gibt zwar zu Recht viel Kritik daran, dass Microsoft mit künstlich gekürzten Kompatibilitätslisten Millionen von Otto-Normal-Usern zum Systemneukauf zwingt. Aber eben diese User trauen sich in aller Regel nicht einmal eine manuelle Neuinstallation von Windows 10 zu, geschweige denn den Wechsel auf Linux. Wer das auch nur in Erwägung zieht, wird länger brauchen um eine zu ihm passende Distribution zu finden, als für die Erstellung eines angepassten 11-Installationsmediums via Rufus.
Ein Betriebssystem ist genauso Modular. Die GUI ist dabei die oberste Lackschicht, die sich noch am einfachsten austauschen lässt.
Die Linuxer machen das zum Teil: in kommerziellen Distros wie Debian, Ubuntu, Fedora, Suse u.a.
Dann kommen die "Vereine" hinzu und die Hobbyisten.
Ich find's super! So viele Geschmacksrichtungen, für jeden was dabei. Customizing für die Individuelle Ausgestaltung.
Zumindest für Außenseiter irritierend ist halt, dass die Variabilität fast komplett auf dem Niveau einer Distribution geboten wird. So wird aus minimalen Änderungen (teils weniger als zwischen zwei Windows-XP-Installationen mit verschiedenen Anzeigeeinstellungen lag) ein "anderes Betriebssystem". Klar, wer in der Materie drinsteckt, der erkennt diese als de-facto GUI-Mod für eine bestehende Distribution. Aber bei einer deutlich dreistelligen Zahl aktiver Distributionen dürfte es selbst Insidern schwer fallen, diesen Überblick über alle zu behalten und Neueinsteiger stehen halt vor dem Wald. Es ist ja auch leider nicht so, dass Forks mit geringfügigen optischen Änderungen immer auf den ersten Blick erkennbar wären, in dem man sie zum Beispiel "[Name der Basis-Distro] mit Win11-Design" nennt.
Wenn man als Maßstab mal die Variabilität nimmt, die erfahrene Windows-Anwender schon von der Installationsauswahlmöglichkeiten eines 9X/XP, von diversen Skins/Systemschemata, von den Konfigurationsmöglichkeiten von Rufus sowie von Auto-Installroutinen für vollständige System-Roll-Outs kennen, dann könnte man mit der resultierende Spannweite vermutlich 95 Prozent der aktuell relevanten Linux-Distributionen durch zwei bis drei ersetzen, denen man einen intelligenten Installationsdialog verpasst. Mal ehrlich: Wer einen anderen Standard-Browser und eine andere Office-Suite möchte, sollte dafür nicht auf ein Betriebssystem anderen Namens verwiesen werden. Jedenfalls nicht in einem Umfeld, dass besser als Microsoft sein will. (Wo mich kürzlich ein bekannter nach Windows-11-PCs befragte, weil die neue Online-Banking-Webseite im Browser des alten Windows-10-Geräts nicht mehr funktionierte, woraufhin weder Bank- noch Windows-Support eine Browser-Neuinstallation nahelegten...)