[Lesertest] Thermalright Archon SB-E

Dr_Dunkel

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Teil 1.)


Thermalright Archon SB-E - Der schlanke Riese


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Inhaltsverzeichnis:

  1. Einleitung
  2. Danksagung
  3. Spezifikationen
  4. Verpackung und Inhalt
  5. Erscheinungsbild und Verarbeitungsqualität
  6. Montageaufbau und Vorgehensweise
  7. Testsystem und Resultate
  8. Fazit
1. Einleitung:
Thermalright ist eine im Jahre 2001 gegründete Firma aus Taiwan, die sich auf die Kühlung von PC-Komponenten spezialisiert hat. Mittlerweile zählt Thermalright auch in Deutschland zu den festen Größen im Bereich der Highend-Kühlung. So besteht die Produktpalette z.B. aus Zubehörteilen zur Wasserkühlung, RAM-Heatspreadern, Gehäuse- und Prozessorlüftern, sowie natürlich CPU Kühlern.

In diesem Lesertest wird der neue Thermalright Archon SB-E vorgestellt, welcher eine Weiterentwicklung des mittlerweile nur noch selten erhältlichen Archon ist. Durch einige Änderungen im Design soll er nun noch bessere Ergebnisse liefern und auch große bzw. heiße Prozessoren zuverlässig kühlen.

Hinweis: Um die Übersicht nicht mit Bildern zu überfluten und die Lesbarkeit zu erhalten, sind fortan Detail- und Mehrfachbilder mit einem Spoiler versehen. Zum Vergrößern bitte auf das jeweilige Bild klicken.
2. Danksagung:
Ich möchte mich herzlich bei der Redaktion von PCGH und bei PC-Cooling bedanken, die es mir ermöglicht haben diesen Kühler zu testen.
3. Spezifikationen:
Im Gegensatz zum Vorgängermodell hat der Archon SB-E nun acht statt sechs Heatpipes mit 6mm Durchmesser. Weiterhin wurden die Abstände der Aluminiumfinnen optimiert, welche in Verbindung mit den sinnvoll angeordneten Wärmerohren eine gleichmäßige Kühlleistung ohne Hotspots erreichen soll. Im Montagekit befindet sich nun auch Teile zur Befestigung auf einem Intel 2011 Sockel.

Für den nötigen Luftzug sorgt weiterhin der bekannte TY-150, ein in blassgrün und sandgelb gehaltener Lüfter, der Bohrungen von 140er Modellen aufweist und aufgrund seiner Bauweise abgerundet designed ist. Gesteuert wird er über die fortschrittliche PWM. So dreht der Rotor nur bei hoher Wärmebelastung schneller.
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4. Verpackung und Inhalt:
Recht unspektakulär kommt der Archon SB-E in einem braunen Karton daher, an welchem auf der Vorderseite das große Firmenlogo prangert. An den Seiten steht die genaue Modellbezeichnung. Alle Teile sind sehr sicher in Schaumstoffboxen bzw. Folietüten verpackt.

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Im Folgenden ist eine Übersicht aller mitgelieferten Teile. Neben den notwendigen Schrauben, dem Befestigungssteg, der multifunktionalen Backplate und dem Kühleraufatz finden sich hier außerdem zwei Paar Lüfterklemmen (optional kann ein weiterer Lüfter installiert werden), acht selbstklebende Moosgummidreiecke zur Unterdrückung von Vibrationen, ein Maulschlüssel und diverse Unterlegscheiben.

Weiterhin hat man eine 2g Spritze TR Chill Factor III Wärmeleitpaste, einen speziellen Backplateeinsatz für den Intel 775 Sockel, einen Aufkleber des Herstellers sowie obligatorisch eine mehrsprachige, mit Skizzen versehene Montageanleitung beigelegt.
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5. Erscheinungsbild und Verarbeitungsqualität:
Wie sieht es nun mit der Qualität des Archons aus? Ein guter Kühler im oberen Preissegment sollte nicht nur seinen Dienst zuverlässig verrichten, sondern dabei auch noch gut verarbeitet sein - vor allem dann, wenn er in einem Gehäuse mit Sichtfenster eingesetzt werden soll.

Um ein einheitlich silbernes Finish des Kühlkörpers zu erzielen, wurden alle Bauteile am Kühlkörper vernickelt. Anders als beim Alternativmodell von Thermalright, dem Silver Arrow SB-E, hat man hier allerdings darauf verzichtet, die letzte Finne auf der Oberseite spiegelglatt zu polieren. Ebenso sind die Enden der Heatpipes nicht mit Aufsätzen versehen, um ein gleichmäßigeres Bild zu schaffen. Es ist gut möglich, dass man sich bei letzterem Gesichtspunkt dazu entschieden hat, damit die ohnehin schon mit 17cm recht große Bauhöhe nicht noch weiter steigt.

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Teil 2.)

Vertikal wurde durch den ganzen Kühlkörper hindurch ein länglicher Ausschnitt in das Aluminium gestanzt, um den Luftstrom weiter zu optimieren und die Wärme gleichmäßiger abzuführen. Desweiteren sind an jeder Ecke je zwei Bohrungen zur Befestigung der Halteklammern für den bzw. die Lüfter vorhanden.

Die mehrmals verschränkten Finnen bzw. Lamellen des Kühlers sind sehr stabil und verbiegungsresistent - allerdings mit einem kleinen Manko: dadurch dass die unteren fünf Finnen nicht komplett mit den Heatpipes verbunden wurden (die Wärmerohre sind in die Lamellen hineingepresst, anstatt verlötet), sind diese empfindlicher und ein Stück schwammiger als der Rest. Im großen und ganzen sind alle Kanten abgerundet, sodass sich der Archon SB-E gut anfassen lässt. Allerdings besteht meiner Meinung nach noch etwas Verbesserungspotential, denn an ein paar kleinen Stellen lässt sich leichter Grat ausmachen.

Ebenso könnte sich Thermalright meiner Meinung noch ein bisschen mehr Mühe geben, die Oberseite besser zu verarbeiten. So sind an einigen Stellen kleine Flecken und so etwas wie Kratzer auszumachen. Dass das besser geht, beweist man ja bereits mit dem Silver Arrow. Einige andere Hersteller haben hier die Nase vorn.

Der Kühlerboden besteht aus zwei zusammengelöteten Kupferplatten, welche die Heatpipes umschließen. Bei meinem Testobjekt wurden sie nicht zu 100% passgenau zusammengefügt, was jedoch der Kühlleistung keinen Nachteil entstehen lassen sollte und im eingebauten Zustand ohnehin nicht auffällt.

Die Kontaktfläche, welche später auf dem Prozessor aufliegt, ist spiegelblank poliert und an den äußeren Seiten leicht konvex geformt, wie man auf dem Bild unten sehen kann. Zum Schutz vor Verunreinigungen und Kratzern wurde eine Klebefolie aufgebracht, die vor der Installation selbstverständlich abgezogen werden sollte.

An der unteren Lamelle befindet sich ein Siegel des Herstellers mit der Chargen- oder Produktionsnummer, wahrscheinlich als Echtheitszertifikat zum Schutz vor Plagiaten. Die schiere Anzahl der Heatpipes (8 x 6mm), und damit die Möglichkeit zur Kühlung größerer und heißerer CPUs hat zur Folge, dass der Kühlerfuß einen Prozessor mit kleineren Ausmaßen an den Außenseiten überragt. Ob sich dies jedoch auf die Kühlleistung des Archon SB-E auswirkt, konnte ich bei meinen Tests nicht feststellen. In meinem Fall steht auf jeder Seite ein Wärmerohr etwas über den Heatspreader des Intel i5 2500k hinaus.

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Was den Thermalright Archon SB-E besonders macht ist, dass er eine Highend-Kühlung bieten soll und gleichzeitig die Möglichkeit besteht, in allen Mainboardslots Arbeitsspeicher mit erhöhter Bauweise (Heatspreader, zusätzliche Lüfter o.ä.) verwenden zu können. Ob dies tatsächlich der Fall ist wird sich später zeigen. Dass eine schlanke Form der Tiefe nach ihren Tribut fordert, ist natürlich klar. So wachsen die Maße in Höhe und Breite an. Stattliche 17,5cm und 15,5cm hat dieser Gigant inkl. montiertem Lüfter vorzuweisen. Der Vergleich mit dem auch nicht klein geratenen BeQuiet! Dark Rock Pro2 veranschaulicht das sehr gut:


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Teil 3.)


6. Montageaufbau und Vorgehensweise:
Um den Archon SB-E auf dem Mainboard zu installieren hat Thermalright eine ausführliche englisch- und deutschsprachige Anleitung beigefügt. Unterstützt durch einige Skizzen sollten auch ungeübte Schrauber keine Probleme bekommen. So ist für die gängigen Intel-Sockel, separat für 2011er Mainboards, sowie für AMD-Systeme je eine ausführliche Darstellung der Einbaumethode vorhanden.

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Die Qualität der mitgelieferten Befestigungsteile würde ich größtenteils als gut und angemessen beschreiben. Einzig die anzubringende Backplate für die Rückseite hätte, so wie bei anderen namhaften Herstellern, eine dünne Lage Schaum oder Moosgummi vertragen können, damit nicht das Metall auf dem Mainboard aufliegt. Was die Systematik der Montage angeht, so gibt es Hersteller, z.B. Noctua, die das ganze meines Erachtens etwas anwenderfreundlicher und mit weniger Einzelteilen gestalten - zumindest was auch die Sicherheit bezüglich zu fest angezogener Schrauben betrifft. Mit Bedacht sollte man hier aber sowieso vorgehen und nichts überstürzen.

Der Einbau erfolgt entweder bei ausgebautem Mainboard, oder aber direkt im PC, wenn man über eine entsprechende Aussparung im Gehäuse verfügt. In diesem Fall habe ich lediglich die Grafikkarte entfernt um mehr Platz zu bekommen. Anschließend wird bei stehendem Rechner die Backplate, nachdem die längeren Schrauben hindurch- und die passenden Unterlegscheibchen aufgesteckt wurden, von hinten ans Mainboard angelegt. Dies geschieht im Stehen und erfordert eine ruhige Hand, damit man alles festhalten kann um von innen die Rändelschrauben mit den Fingern anzuschrauben. Je nach Ausführung des Boards könnte dies etwas fummelig werden und stellt im Prinzip die größte Hürde dar.

Anschließend werden oben genannte Rändelschrauben nur festgehalten und mit einem Schraubenzieher über Kreuz von hinten angezogen. Nun wird der Rechner auf die Seite gelegt, der silbernde Montagerahmen aufgesetzt und von oben an den vier Ecken mit den kürzeren Schrauben ebenfalls kreuzweise befestigt. Bei meinem Asus P8P67 erweist sich der Rahmen als Millimeterarbeit, denn wie man unten auf den Bildern sehen kann, liegt er am oberen Kühlkörper des Mainboards an.

Jetzt kann die Wärmeleitpaste aufgetragen werden. Es gibt verschiedene Methoden, ich selbst bringe hier einen reiskorngroßen Klecks auf und verstreiche diesen mit einer dünnen und biegsamen Plastikkarte gleichmäßig über dem Prozessor. Das hat den Vorteil, dass a) der Heatspreader komplett bedeckt wird und b) zuviel WLP evtl. wieder weggestrichen werden kann. Falls etwas daneben geht, wische ich außenherum mit einem Stück Küchentuch die überschüssige Paste ab.

Bevor nun der Kühler aufgesetzt wird sollten aber unbedingt die Halteklammern installiert werden. Anders als oft üblich, sind diese nämlich biegsam, müssen etwas auseinandergezogen und unten sowie oben durch die kleinen Löcher gefädelt werden. Eingebaut ist das nicht mehr machbar. Nun wird der Archon SB-E auf den Prozessor gesetzt. Es gibt im Übrigen keine vorgegebene Luftströmungsrichtung. Zusätzlich drehe ich den Kühler ein paar mal hin und her, um den Abstand zur CPU weiter zu minimieren und mögliche Lufteinschlüsse in der Wärmeleitpaste zu vermeiden.

Zum Abschluss wird jetzt nur noch die Befestigungsplatte auf dem Kühlerfuß aufgelegt und links sowie rechts mit je einer Schraube festgezogen. Leider hat man hier keinen Anhaltspunkt, wie weit die Platte angezogen werden soll. Im Zweifelsfall kann man zunächst weniger Druck ausüben lassen und ggf. bei nicht zufriedenstellenden Temperaturen noch etwas fester anziehen.


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Nach erfolgreicher Installation erkennt man erst richtig, wie groß der Thermalright Archon SB-E eigentlich ist. In meinem Corsair Obsidian 650D ist bis zur Seitenscheibe nur noch ca. 1cm Platz. Ebenso ist nun bei meiner Konfiguration der erste PCI-Slot unbrauchbar geworden. Als Entschädigung hat man aber ausreichend Platz, um nach Belieben Arbeitsspeicher verschiedenster Bauart einzustecken. Viele andere Highend-Kühler haben an dieser Stelle Kompatibilitätsprobleme, da oft der Lüfter an den hohen Kämmen mancher RAMs anstößt. Auch eine Vollbestückung mit vier Modulen ist absolut kein Problem, wie man unten sehen kann.


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Teil 4.)


7. Testsystem und Resultate




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Wenn man einen Highend CPU-Kühler testen will, muss man sich überlegen was sinnvoll ist was nicht. Ich habe versucht, mit möglichst alltagsnahen Abstimmungen des Sytems Vergleiche anzustellen. Unten ist mein Testystem in einer Tabelle aufgeführt. Dabei ist zu erwähnen, dass die Gehäuselüfter standardmäßig auf ~870rpm vorne, ~960rpm hinten und jeweils ~720rpm oben geregelt werden, was ich als 24/7 Einstellung beibehalte. Ich habe zu diesem Test als Vergleich meinen BeQuiet! Dark Rock Pro2 sowie einen Noctua NH-U2P SE2 hinzugezogen. Im Falle des Tests mit einem PWM-Lüfter, wurde per UEFI die von mir gewählte Zieltemperatur von 45°C beibehalten, ab welcher der Lüfter mit maximaler Geschwindigkeit dreht. Bei den nicht steuerbaren Noctua NF-P12 beließ ich es bei 12V Spannung - also voller Kraft. Da manche Durchläufe nicht nur bei 4,4GHz, sondern auch im Standardtakt + Turbo (3,3 / 3,7GHz) durchgeführt wurden, habe ich noch den Intel Boxed Kühler mit einbezogen. Die verwendete Wärmeleitpaste war im Übrigen die bekannte Arctic MX-2.

Da meine CPU die Angewohnheit hat, im übertakteten Zustand bis zu 10°C Unterschied bei den einzelnen Kernen zu erreichen, habe ich die Messungen gemittelt und anschließend auf eine Raumtemperatur von 21°C normiert. So waren real ausgelesene Werte am heißesten Kern oft noch einmal 5-7°C höher als die Angaben in den Diagrammen. Ausgelesen wurde mit dem recht zuverlässigen Freeware-Tool CoreTemp.

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Zunächst wurde mit dem sehr hardwarefordernden Spiel Battlefield 3 getestet. Hier erwärmt die große, auf 985MHz übertaktete Grafikkarte Asus HD7950 DC2T zusätzlich den Innenraum, da sie mit bis zu 60°C Kerntemperatur ihre Arbeit verrichtet. Um das ganze in einem reproduzierbaren Rahmen zu halten, habe ich den Singleplayer-Abschnitt "Ein Steiniger Weg gewählt", der in einem Scharmützel bei einer Waldlichtung beginnt und kurz darauf in eine Massenschlacht auf offenem Gelände weiterführt, um schließlich im mitreißenden Kampf gegen einen Jet zu enden.

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Ebenso interessant fand ich einen Vergleich der drei Kühler mit dem Konvertierungsprogramm von Cyberlink Media Espresso, in welchem eine 535MB Datei im AVI Format in MP4 umgewandelt wurde. Dabei werden alle Prozessorkerne stets zwischen 95-100% ausgelastet. Dies dauerte je Durchgang gut 30 Minuten und lässt auch gute Rückschlüsse auf die Kühlleistung zu.

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Um allerdings auch Extremsituationen zu simulieren, wurden dazu Tests mit dem Belastungstool Prime95 (In-Place Large FFTs) von jeweils 20min Dauer gemacht um die maximale Wärmeentwicklung zu erreichen.
Laut CoreTemp werden im übertakteten Zustand bis zu 90Watt durch die CPU verbraucht, im Standardtakt sind es gut 30W weniger.

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Einen recht guten Vergleich kann man ebenso mit dem Benchmarkprogramm 3D Mark11 anstellen, welches verschiedene Lastszenarien bei CPU und GPU erzeugt.

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Zusätzlich kommt noch der Test im Idle Betrieb, in der dem PC 20min Zeit gegeben wurde, sich abzukühlen.

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Wie man sehen kann, ist der Archon SB-E dem Dark Rock Pro2 nur knapp um 1-2°C unterlegen. In einigen Durchläufen konnte er sich sogar an die Spitze setzen. Je höher die Temperaturen, desto besser erkennt man die Leistungsreserven gegenüber schwächeren Kühlern. Im Prinzip lässt sich eine exakte Kerntemperatur aufgrund der Bauweise von Prozessoren nur schwierig genau messen. Jedoch lassen sich durch die verschiedenen Tests recht gute Rückschlüsse auf die Leistung des Kühlers im Vergleich zu anderen ziehen. Zudem sind auch andere Faktoren wie etwa die Größe des Gehäuses und die Anzahl bzw. Leistung der Gehäuselüfter sowie die an den Innenraum abgegebene Wärme der Grafikkarte mitentscheidend.

Weiterhin folgt noch eine Grafik, in welcher mit 50%, 75% und 100% Lüftergeschwindigkeit des Archon SB-E ein Durchlauf mit Prime95 gemacht wurde, um auch unter diesem Gesichtspunkt Temperaturunterschiede aufzuzeigen. So können geräuschempfindliche Anwender die Lüftersteuerung weniger agressiv einstellen und so ggf. auf ein paar Grad verzichten, den Kühler aber noch leiser machen.

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Um die Tests abzuschließen, ist die vom Hersteller mitgelieferte TR Chill Factor III ebenfalls nicht verschont geblieben. Viele Anwender werden sich fragen, ob man die serienmäßige Wärmeleitpaste verwenden kann, oder doch zusätzliche kaufen sollte. Nach einem erneuten Durchlauf unter Prime95 erhielt ich ein sehr knappes Ergebnis zugunsten der Arctic MX-2, allerdings macht das laut CoreTemp nur etwa 1°C pro Kern aus. Positiv aufgefallen ist die im Vergleich zur MX-2 etwas dunklere Paste durch eine sehr gute Verstreichbarkeit - ein Punkt, welchen mancher Anwender bei diversen WLP's kritisiert. Die 2g Spritze Chill Factor III sollte bei moderater Anwendung für 8-10 Installationen ausreichen.

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Ich denke, mithilfe obiger Tests kann sich jeder ein gutes Bild vom Leistungsvermögen des Archon SB-E machen. Schuldig geblieben bin ich aber der Geräuschentwicklung. Ich habe keine Möglichkeit, die Lautstärke mit einem Gerät zuverlässig zu messen, deshalb gebe ich hier eine subjektive Wertung ab.

Eines vorweg - der Archon SB-E ist der leiseste Kühler von allen getesteten. Während der Noctua NH-U12P sehr gut mithalten kann was die Temperaturen betrifft, so wird dies aber auch durch zwei permanent mit 12V Spannung betriebenen NF-P12 Lüftern bewerkstelligt. Dabei kann man nicht nur Luftverwirbelungsgeräusche, sondern auch recht deutlich mechanische Eigengeräusche vernehmen.

Der Dark Rock Pro2 ist ein sehr guter und leiser Kühler, welcher mit seinen Silent Wings Lüftern selbst bei 100% immernoch recht zurückhaltend ist. Doch gegen den großen, langsamer drehenden TY-150 können auch sie nicht ankommen. Bei meinem Testsample konnte ich keine störenden Lagergeräusche wie Klackern oder Schleifen vernehmen. Die vom Hersteller angegebenen 1100 U/min erreicht der Thermalright Lüfter bei weitem nicht, denn auch nach mehrmaligem Testen sind nicht mehr als etwa 970 U/min festgestellt worden.

Durch die Größe und Bauweise des Lüfters ist eine höhere Geschwindigkeit aber auch nicht von Nöten. Sehr effektiv arbeitet der TY-150 dennoch - bei gleichzeitig sehr leisem Betriebsgeräusch. Man kann im Prinzip bei voller Geschwindigkeit nur leichte Luftbewegungsgeräusche aus dem Gehäuse vernehmen, sofern es im Raum still ist. Beim Spielen wird so ziemlich jede Grafikkarte lauter sein und selbst ein paar schnell drehende Gehäuselüfter werden sich stärker bemerkbar machen.

Wer über eine Lüftersteuerung des Mainboards verfügt kann hier evtl. das ganze so weit optimieren, dass der Archon SB-E zwar etwas wärmere Temperaturen abliefert, dabei aber flüsterleise agiert. Bei Bedarf kann die Kühlleistung aber auch noch weiter gesteigert werden, denn es liegen wie schon erwähnt ein zweites Paar Klammern für einen rückseitigen Lüfter bei.




8. Fazit

Der Thermalright Archon SB-E macht vieles richtig. Zum einen hat er genug Leistungsreserven um auch sehr heiße oder weit übertaktete Prozessoren auf einem unbedenklichen Temperaturniveau zu halten. Zum anderen verrichtet er seine Arbeit so leise, dass er auch für Silent Fans interessant sein dürfte. Probleme mit RAM Modulen kennt dieser Kühler keine, da er im Vergleich zu den anderen Modellen dieser Leistungsklasse recht schlank in der Tiefe ist. An dieser Stelle muss man aber ganz klar erwähnen, dass ein Gehäuse ab ca. 23cm Breite zur Pflicht wird, denn er ist im Gegenzug sehr hoch und breit gebaut und kann bei einigen Mainboards vielleicht sogar Probleme mit dem oberen PCIe x16 Slot der Grafikkarte machen. Dies sollte vorher unbedingt bedacht werden.

Das Montagesystem ist zwar nicht ganz so unkompliziert wie das manch anderer geraten, dafür hat es aber eine ausgezeichnete Stabilität vorzuweisen und ermöglicht einen sicheren Betrieb. Das Design ist außergewöhnlich, unverbraucht und effektiv. Momentan liegt der Kaufpreis des Archon SB-E bei ca. 60-65€. Dafür erhält man einen Highend Kühler mit vielen positiven Eigenschaften und umfassendem Zubehör. Jedoch sollte Thermalright einige Detailverbesserungen anstreben bzw. die Verarbeitung weiter verfeinern, sonst erscheint mir der Preis etwas hoch. Das Schwestermodell Silver Arrow SB-E kostet in etwa gleich viel und erscheint mir ein bisschen ausgereifter im Gesamtkonzept. Nichtsdestotrotz wird man mit dem Archon SB-E eine gute Investition tätigen und entsprechend für lange Zeit mit einem tollen Kühler belohnt werden.

Preisvergleich: Thermalright Archon SB-E



positiv:

  • hervorragende Kühlleistung
  • leises Betriebsgeräusch
  • extravagante und effektive Bauweise
  • umfassendes Zubehör und Montagematerial
  • sehr gute, bebilderte Anleitung
  • keine Kompatibilitätsprobleme mit RAM Modulen zu erwarten
  • moderates Eigengewicht im Vergleich zu anderen großen Turmkühlern
  • mitgelieferte Wärmeleitpaste hat gute Eigenschaften und ist leicht anzuwenden
  • mit allen gängigen Sockeln von Intel und AMD kompatibel

neutral:

  • ein großes Gehäuse ist notwendig, um den Kühler unterzubringen
  • eigenwillige Befestigung der Lüfterklammern
  • die unkonventionellen Farben des Lüfters sind Geschmackssache
  • sichere und stabile, jedoch etwas aufwendige Montage
  • ein Seitenlüfter im Gehäuse wird in den meisten Fällen entfernt werden müssen

negativ:

  • die Verarbeitung ist im Detail an manchen Stellen verbesserungswürdig
  • der erste PCI Slot wird unbrauchbar
  • keine Abdeckungen der Heatpipe-Enden oder eine polierte Oberseite wie beim Silver Arrow SB-E
  • wiederverschließbare Tütchen für das Montagezubehör wären sinnvoll


Aufgrund meiner umfassenden Tests spreche ich dem Thermalright Archon SB-E eine klare Kaufempfehlung aus. :daumen:
 
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So, mein Premiere als Lesertester ist nun online. Viel Spaß beim Lesen! Über konstruktive Ideen und Anregungen würde ich mich freuen. ;)

Hier geht's zum Album mit zusammengefassten Bildern des Archon SB-E.
 
Sehr schöner Test. Sehr schöne Bilder! Gefällt wirklich super. Eine Frage habe ich aber, wo ist der Unterschied zwischen dem Archon und dem True Spirit 140 auszumachen? Außer, dass der Archon wesentlich teuer ist. Aber optisch sind sich die beiden Kühler recht ähnlich?
 
Ich danke dir für dein Lob! :D Hat mich auch ein paar Minütchen und Tüfteleien gekostet, um ihn so hinzubekommen... Den True Spirit hatte ich leider noch nicht in den Krallen. Ich würde aber sagen, dass die wesentlichen Unterschiede der 140er Lüfter (statt 150) und die unvernickelten Heatpipes sind. Außerdem hat der True Spirit zwei davon weniger. Ich denke nicht, dass da so ein riesiger Unterschied bei den Temperaturen wäre. Gut möglich dass der Archon SB-E auch noch etwas im Preis gesenkt wird.
 
Hi,

auch von mir sehr schönes Review mit sehr schönen Bildern! Schade, dass du nicht den Macho testen konntest, mich hätte ein direkter Vergleich auch gefreut! Man kann aber auch nicht alles haben ;)
 
Ich würde aber sagen, dass die wesentlichen Unterschiede der 140er Lüfter (statt 150) und die unvernickelten Heatpipes sind. Außerdem hat der True Spirit zwei davon weniger. Ich denke nicht, dass da so ein riesiger Unterschied bei den Temperaturen wäre. Gut möglich dass der Archon SB-E auch noch etwas im Preis gesenkt wird.

Ok, dass ist schon ein recht großer Unterschied. Danke für die Info.
 
Hi,

auch von mir sehr schönes Review mit sehr schönen Bildern! Schade, dass du nicht den Macho testen konntest, mich hätte ein direkter Vergleich auch gefreut! Man kann aber auch nicht alles haben ;)

Das wäre auch eine interessante Geschichte gewesen. ;) Ich denke aber nicht, dass der Macho bei einer CPU mit Standardtakt sehr viel schlechter wäre. Was ich festgestellt habe ist, dass große Kühler wie der Dark Rock Pro2 oder eben der Archon SB-E mehr Reserven haben, je heißer der Prozessor wird - sprich höheres OC ist möglich.

Ok, dass ist schon ein recht großer Unterschied. Danke für die Info.

Bittesehr! Ja, kann man so sagen. Allerdings ist der True Spirit 140 auch sehr günstig. :daumen:
 
Danke dir, freut mich dass er dir gefällt! Es hat mir viel Spaß bereitet den Lesertest zu erstellen, da hatte ich endlich mal wieder die Gelegenheit ein bisschen rumzuschrauben... ;)
 
Dann wirst du wohl recht haben. ugly2.gif Schade nur dass es nicht auf deren Homepage steht. So weit hatte ich dann doch nicht nachgeforscht und werde es noch korrigieren. Meine spärliche Zeit wollte ich eher in die Tests investieren. Danke für die Info.
 
Wie hätten Sie's denn gern? Also momentan habe ich den Archon demontiert, kann ihn aber auch nochmal draufschrauben wenn ich dazu komme. Du müsstest mir dann nur sagen, was dir am liebsten wäre - wieviele Gehäuselüfter bei welcher Geschwindigkeit eingeschaltet sein sollen, welches Programm oder so... ;)
 
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