AW: Kupferröhre statt Schlauch
Winkel in Rohrleitungen verursachen grundsätzlich sog. Krümmerverluste in der Strömung - das bedeutet sie entziehen der Strömung Bewegungsenergie und stellen einen größeren Strömungswiderstand als eine gerade Leitung dar. Soweit die Theorie.
In der Praxis und bezogen auf den Wakü-Bereich sind die Krümmerverluste selbst mit einigen strömungsungünstig geformten 90°-Winkeln im Kreislaus in aller Regel nicht der Rede wert, geschweige denn ein Problem. Den Einfluss weniger Winkel kann man oft nicht mal messen. Letztendlich wirken sich die Krümmerverluste auch nur auf den Durchfluss aus. Ist dieser nicht gerade kritisch (also weniger als 30 L/h) hat er nur geringe, ab ca. 60L/h bis 80L/h je nach Komponenten im Kreislauf nur noch äußerst geringe Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Noch höhere Durchflüsse bringen allenfalls etwas auf der Anzeige aber keine irgendwie Verbesserungen. Zwischen 60 L/h und extremen Werten um 300 L/h zeigen die meisten Kühlern nicht mehr als 1 bis 2°K Temperaturverbesserung. Man kann sich also leicht denken, dass die geringen Einflüsse die ein paar Winkel auf den Volumenstrom haben ziemlich unwichtig sind.
Wer dennoch meint Winkel seien des Teufels, sollte sich vor Augen halten, dass es strömungsgünstige und strömungsungünstige 90°-Winkel gibt. Die 90°-Löt- oder Pressfittinge über die wir hier gerade sprechen gehören zu den ausgesprochen strömungsgünstigen Exemplaren. Mit Wakü-Durchflussmessern dürfte deren Effekt auf den Durchfluss erst beim Einsatz außerordentlich vieler solcher Winkel überhaupt vernünftig messbar werden, da die Krümmerverluste in solchen Winkeln verhältnismäßig gering sind. Das liegt daran, dass darin eine kontinuierliche Umlenkung des Wasserstroms ohne Kanten mit gleichbleibendem Querschnitt stattfindet. Das Argument kann man also getrost vergessen und nahezu nach belieben derartige Winkel nutzen, ohne dass der Durchfluss davon nennenswert tangiert würde - in relevantem Maße schon gar nicht.
Die unbegründete Angst vieler Leute vor 90°-Winkeln in Waküs stammt noch aus Zeiten schwacher Pumpen, enger Winkelquerschnitte und scharfkantiger Wasserführung in selbigen sowie den Anfängen des sinnlosen HighFlow-Wahns - und selbst damals war dieses Argument meistens nur Kosmetik.
Ein normaler Pneumatik-Winkel wie er früher fast ausschleißlich zur Anwendung kam hatte einen verhältnismäßig kleinen Querschnitt und eine oft ziemlich scharfkantige Strömungsumlenkung. Selbst damit war es oft schon recht schwer die Krümmerverluste überhaupt vernünftig zu messen, aber es gab unbestreitbar messbare Verluste. Auswirkungen hatte das auch damals in den seltensten Fällen, da der Durchfluss ab einem gewissen Level eben keine große Bedeutung mehr für die Leistungsfähigkeit eines Wakü-Systems hat. Wobei die Plug&Cool-Anschlüsse da noch ein Quäntchen geringe Krümmerverluste boten als die mit Verschraubung, weil der Strömungskanal nicht so scharfkantig ist

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Viele der heute angeboten Wakü-Winkel haben sehr geringe Krümmerverluste. Lediglich bei Systemen die auf extremen Durchfluss ausgelegt sind wirkt sich das überhaupt aus. Da extremer Durchfluss aber nachweislich sehr wenig bringt und in der Regel sowieso nur lautstärke- und pumpenabwärmetechnische Probleme mit sich bringt ist das ziemlich egal

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