AW: Kindesmissbrauch katholische Kirche - liegt's am Zölibat?
Lies bitte noch mal den geschichtlichen Hintergrund aus dem benannten Wiki-Artikel und reflektiere die Aussagen eines Herrn Mixa in dem Zusammenhang. ("Schläge waren damals etwas ganz normales")
Wobei die Frage ist, was Herr Mixa nun als "Schläge" bezeichnet. Meint er damit eine Ohrfeige? Vielleicht mehrere Schläge mit der flachen Hand aufs Gesäß? Oder sogar Schläge mit Instrumenten wie Gürtel oder Rohrstock? Vielleicht sogar Faustschläge ins Gesicht? Ich habe keine Ahnung, und seine Aussage ist auch wirklich sehr schwammig.
Außerdem steht in dem Artikel, daß es "bis in die 70er Jahre" so war. Das heißt also, in grauer Vorzeit. Das ist wirklich Schnee von gestern. Mir ist nicht so klar, wieso man sich darüber noch aufregen sollte, zumal diese Methoden ja anscheinend nicht mehr angewendet werden.
Hexenverbrennung(-ersäufung) waren im MA auch etwas ganz Normales.
Eben. Weil es etwas ganz normales war, verurteilt es ja auch keiner. Die Leute wußten es eben nicht besser. Aber wenn wir unseren Vorfahren etwas ausgerechnet nicht vorwerfen können, dann ist das Nichtwissen. Es wirft ja auch niemand Griechen und Römern der Antike Sklavenhaltung und Todesstrafe vor.
Es ist in diesem Zusammenhang übrigens unerheblich, ob staatliche Einrichtung, kirchliche Institution oder authoritäres Elternhaus. Schläge (nicht Klapse, Knüffe oder flapsige Kabbeleien) sind auch heutzutage (jenseits unmöglicher reality-Erziehungsshows) quer durch alle Gesellschaftsschichten noch immer bewährtes Mittel zur Durchsetzung des Autoritätsanspruchs von Erziehungsberechtigten.
Daher erneut meine Frage: Was sind jetzt Schläge? Reicht da schon eine schallende Ohrfeige, oder braucht es dafür mehr? Falls das ausreicht, würde ich sagen, daß das natürlich ein bewährtes und völlig normales Mittel zur Durchsetzung von Autorität ist, wenn es auch das allerletzte sein sollte, denn seine stärkste Waffe sollte man nie zu früh aus der Hand geben, weil danach nichts mehr kommen kann. Und Autoritätsverlust setzt immer dann ein, wenn die Gegenseite merkt, daß man seine letzten Trümpfe ohne Effekt gespielt hat. Alleine dieses Risiko sollte also schon vermieden werden.
Bitte meine Kritik nicht mit einem Statement für antiautoritärer Erziehung verwechseln. Autorität kann man sich auf verschiedenste Art und Weise verschaffen, verdienen und erwerben. Dazu bedarf es jedoch nicht der "klassischen" Methoden (die sehr wohl kein Produkt der Fantasie sind) der Schwarzen Pädagogik.
Oh, ich glaube, daß einige andere Methoden noch wesentlich schmerzhafter sind. Ich habe sehr, sehr selten was auf den Hintern oder eine Ohrfeige bekommen (ich war auch immer sehr brav), aber körperlicher Schmerz hält vielleicht zehn Minuten an, eher weniger.
Wirklich weh tun heftigste Standpauken, in denen man sich all seine Fehltritte, Charakterfehler, düstere Zukunftsprognosen und die Enttäuschung seiner Mitmenschen anhören darf, und vor allem das stundenlange, eisige Schweigen danach. Wenn man das ein paar Mal erlebt hat, dann wünscht man sich schnell, die ganze Sache hätte mit ein, zwei Ohrfeigen abgehandelt werden können.
Obwohl... wenn ich mir so überlege, was eine Exfreundin von mir erzählt hat, was deren Mutter so mit der angestellt hat, dann läuft's mir schon kalt den Rücken runter. Aber auch das hatte mit Schlägen herzlich wenig zu tun.
Abgesehen davon ist das alles nun wirklich sehr OT. Immerhin geht es hier doch eigentlich um Kindesmißbrauch, nicht um Erziehung oder in deren Rahmen stattfindende Kindesmißhandlung.