Das Manhattanprojekt hat inflationsbereinigt (!) 25 Mrd. Dollar gekostet. Allein für den Bau des ITER stehen aktuell 16 Milliarden auf der Liste (zzgl Betrieb), Wendelstein-X bei 1,6 Milliarden, für JET finde ich keine Angaben inklusive Betriebskosten aber der Bau lag bei 0,5 Milliarden und wenn das Bau/Betriebsverhältnis ähnlich wie bei Wendelstein ist (aufgrund der Nachrüstungen wird es wesentlich schlechter sein), sind das noch einmal 2 Milliarden. Und das sind jetzt nur die drei europäischen Projekte, zu denen ich schnell Zahlen finden konnte. ASDEX ist vermutlich noch größer als JET, TEXTOR sehr lange in Betrieb, teilmilitärische Projekte wie LMJ halten ihr Budget erst recht versteckt.
Also was den Finanzierungsaufwand geht, braucht sich die "zivile" Kernfusion tatsächlich kaum vor manch Rüstungsprojekt zu verstecken - was, wie gesagt, sehr sehr ungewöhnlich ist für ein Forschungsgebiet, dass immer noch mit Grundlagenforschung beschäftigt ist. In so ziemlich allen anderen Fachrichtungen stehen da nicht nur keine Milliarden, sondern auch keine Millionen zur Verfügung, sondern mit etwas Glück (!) ein paar Zehntausender.
DEMO, als Nachfolgeexperiment von ITER wird ohne weitere Verzögerungen überigens nicht vor 2040, eher 2050 anlaufen. Das wäre das erste mal, dass Fusionsforschung von Grundlage zum Anwendungsbezug wechselt. Mit einem ersten kommerziellen Kraftwerk ist dann 1-2 weitere Anlagen später zu rechnen, also nicht vor 2100 - wenn sich denn dann ein kommerzieller Betreiber findet und es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt, was das absolut erste Mal in der Geschichte der Fusionsforschung wäre. Realisitischer ist wohl 2150 und wie ich unsere Politik so kenne, hat sie das Probelm des Atommülls (der auch bei Fusion in geringerem Maße durch die verstrahlten und verschleißenden Reaktorteile anfällt) immer noch nicht gelöst
Noch mal zu Erinnerung: Unsere Energieversorgung müssen wir bis 2050 in den Griff bekommen, das ist ein rundes Jahrhundert früher und um das zu schaffen, fehlen noch ein paar Milliarden...