Kampf gegen Elektroschrott: Elektrogeräte werden kaum repariert

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In einer Umfrage im Auftrag des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie haben nur wenig Befragte angegeben, ihre kaputten Geräte reparieren zu lassen.

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Das Problem ist einfach, dass die Reparatur häufig unwirtschaftlich ist.
Für manche Reparaturen wird gerne 20-30% des Neupreises genommen (bei offiziellen Stellen sogar gerne noch mehr). Dazu noch Versandkosten und teilweise wochenlanges Warten.
Daran wird auch ein max. 100 Euro Förderung im Jahr nix ändern. Dafür kann man noch nicht mal das Display eines iPhones reparieren lassen. Von Großgeräten ganz zu schweigen.

Die Elektronikindustrie will halt nicht, dass Geräte repariert werden. Es wird viel verklebt, bewusst mit kurzer Lebensdauer kalkuliert und Ersatzteile sind oft nur über Umwege und teils zu absurd überteuerten Preisen zu bekommen. Wenn ein Gerät nach Ende der Garantie den Geist aufgibt, ist die Anschaffung eines aktuellen Gerätes oft einfach sinnvoller.

Aus Sicht der Nachhaltigkeit, wäre eine möglichst lange Lebensdauer und eine einfache Reparatur natürlich wünschenswert. Aber dem stehen einfach massive wirtschaftliche Interessen gegenüber. Und Hersteller die auf Qualität und Langfristigkeit setzen, scheinen im aktuellen Wirtschaftsmodell einfach das nachsehen zu haben.
 
Ein Punkt ist die fehlende Garantie. Wenn man das Gerät repariert, dann kann auch bald ein weiterer Fehler anstehen, bei einem Neugerät ist man auf der sicheren Seite. Der Akku meines Huawei Media Pad M3 schwächelt etwas, ihn zu tauschen würde 80€ kosten. Allerdings hat sich am Display ein gelber Fleck gebildet. Momentan stört er nicht, aber wenn er sich ausbreiten sollte, dann müßte ich nochmal 100€ für den Bildschirm ausgeben. Mit dem Thüringer Bonus würde sich das sogar lohnen.

Der andere Punkt ist der technische Fortschritt. Vor nichtmal 15 Jahren waren 63" Full HD für 5000€ der absolute Hit, heute bekommt man einen weit überlegenen 75" Fernseher für unter 1000€, von OLED und QLED will ich nichtmal reden. In die alte Kiste nochmal ein paar hundert Euro zu pumpen, das lohnt sich nicht. Früher war es anders, ein 2000DM teurer Röhrenfernseher aus den 80ern war auch in den 90ern noch gut, wenn man nicht das neueste wollte. Eventuell kommt man ja irgendwann wieder dahin zurück, wenn die Technik sich mal Richtung Ende entwickelt hat. Ein 85" 64K HDR 2000 Fernseher sollte dann einige Zeit halten.

Ich kenne allerdings jemandem, der sich mit der Reparatur von Fernsehern auf eBay ein nettes Zubrot verdient. Wer seiner kaputten Kiste noch einen Sinn verleihen möchte, der kann das Ding ja bei eBay Kleinanzeigen reinstellen, eventuell macht es jemand wieder fit.
 
Oft wird das auch beabsichtigt, man soll garnicht reparieren lassen, daher sind viele Geräte auch so gebaut, dass ein reparieren erschwert wird. Wenn man mal wieder anfängt die Geräte mit besseren Bauteilen zu bestücken, anstatt welche einzubauen die wissentlich nur eine sehr begrenzte Dauer überleben
( wenn sich z.B mehrere Familienmitglieder das selbe Gerät gekauft haben und ALLE im Abstand von ein paar Wochen nach der Garantie den Geist aufgeben :-( ),
hilft das auch schon Schrott zu vermeiden.

Hab auch schon mehrfach den Lötkolben ausgepackt und einiges vor dem Schrott retten können.
 
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Viele Geräte sind extra so konstruiert, dass sie nicht oder nur schwer zu reparieren sind. Noch dazu kommt, dass so mancher Kundendienst nur defektes täuscht selbst wenn der Kunde mehr machen will. Beispiel: Bosch Kochfeld. Eine Platte war defekt. Aufgrund des Alters und abzusehenden weiteren Ausfällen wollten meine Eltern gleich alle tauschen. Da würde uns gesagt das dürfe er nicht (der Monteur). Solange die Firmen alles tun - übertrieben hohe Reparaturkosten, geplante Obsoleszenz, Gehäuse die kaum zu öffnen sind ohne Beschädigung usw. - wird sich auch nichts bessern.....
Ohne ein Gesetz werden die wenigsten Firmen auf die Idee kommen was zu ändern.
 
Hauptproblem in Deutschland sind einfach die hohen Arbeitskosten. Nehmen wir nur ein Gerät wie ne Waschmaschine, die an für sich recht einfach zu reparieren sein sollte.

Wenn ich ausserhalb der Herstellergarantie bin, geht ein Servicefall mit Anfahrt+Arbeitskosten+Ersatzteil fast immer in Bereiche von 200€+. Eine neue solide Waschmaschine gibts ab 400€. Persönlich würde ich dann auch immer ein neues Gerät kaufen. Krieg ich ein Gerät ohne verschlissene Teile und mit neuer Herstellergarantie.
 
Ich schätze mal, auch damit wirds in nicht all zu ferner Zukunft vorbei sein - die Rohstoffe wachsen schließlich nicht einfach so nach wie ein Wald. Da werden die Ingenieure ihre Rüben mal so richtig anstrengen müssen. Ich meine mal gehört zu haben dass es z.B. im HiFi-Bereich Hersteller gibt, die lebenslange Garantie auf ihre Geräte geben. Klar, das geht nicht überall - aber zumindest eine wesentlich bessere reparierbarkeit liesse sich mit Sicherheit weiträumig realisieren. Dann müssen Elektrogeräte eben wieder auch einen angemessen Preis kosten.
Und wenn wir den Faden mal weiterspönnen müssten wir auch zusehen, dass man ein defektes Gerät einfach irgendwo in seiner eigenen Hood in eine Reparaturwerkstatt bringen kann und es dort vor Ort repariert wird und nicht erst einmal um die halbe Welt gekarrt wird um letzten Endes doch nur auf dem Müll zu landen und|oder im schlimmsten Fall irgendwo in Afrika auf einer riesen Halde, auf der unter übelsten Bedingungen die brennbaren Bestandteile von den Metallen mittels abfackeln unter freiem Himmel getrennt werden. Ich wage zu behaupten, dass das - wenn auch sicher nicht so ganz schmerzfrei - aber doch durchaus und absolut möglich wäre. Wille ---> Weg.
Blöd nur, dass man die Hersteller(konzerne) dazu wird zwingen müssen - aber auch das wird nicht ausbleiben. Wir fahren den Planeten sehenden Auges in die Verdammnis und das muss aufhören. Und zwar directamente.

Übrigens:
Wir hier in Deutschland hatten so ein System schonmal - in der DDR. Wir waren schon damals aufgrund der Rohstoffknappheit (auch wenn die andere Gründe hatte) quasi dazu gezwungen langlebige, einfach zu reparierende Produkte herzustellen, gerade was Elektrogeräte anbelangte - und hatten demzufolge auch die entsprechende Infrastruktur, sprich Reparaturwerkstätten. Selbst bei mir verrichten noch drei in der DDR hergestellte Geräte ohne groß zu murren ihren Dienst: ein Rema RX81/2 - Reciever nebst einem restauriertem und auch optisch aufgewertetem Paar RFT BR 25 E - Boxen (beides Baujahr ca. 1990), die zusammen noch bis vorige Woche den TV-Sound aufgewertet haben und jetzt zum Plattendreher gewechselt sind sowie eine elektrische Kaffemühle "Pirouette", die müsste so aus den Mittsechzigern sein. ^^

@doedelmeister :
Hauptproblem in Deutschland sind einfach die hohen Arbeitskosten. Nehmen wir nur ein Gerät wie ne Waschmaschine, die an für sich recht einfach zu reparieren sein sollte.

siehe oben. Wenn man der Meinung ist, Waschmaschinen für 280,- anbieten zu müssen, ist klar dass einem da jeglicher weiterer Kostenfaktor ein Dorn im Auge ist. Ob das jetzt direkt bzw. ausschließlich was mit den Lohnkosten zu tun hat, würde ich [erstmal] in Frage stellen.
 
1. werden Geräte wie etwa Handys, Laptops einfach schon so gebaut, dass sie schwerer zu reparieren sind.
Ich hab mal 5h gebraucht für die Reparatur des Wasserschadens meiner Frau im MacBook. In Arbeitszeit knappe 500€ Ersatzteile nicht mitgerechnet
2. Handys haben einen verlöteten Akku, das Backcover oft schwer abzunehmen
3. Glasdisplays - gehen schnell kaputt entgegen Plastikdisplays, der Tausch kostet schnell mal 150+€
4. man bekommt Handys schon sehr günstig mit Vertrag, die Leute sind zu bequem, wollen gleich was neues statt das alte reparieren.
5. dasselbe übrigens bei anderen Geräten die früher einfach zu reparieren waren. Etwa auch bei modernen Autos: selbst kann man oft gar nichts mehr machen: man braucht immer die richtige Software, die Hardwareteile sind nicht mehr im Nachbau zu bekommen, der Hersteller muss noch konfigurieren/kalibrieren...

Hauptproblem in Deutschland sind einfach die hohen Arbeitskosten. Nehmen wir nur ein Gerät wie ne Waschmaschine, die an für sich recht einfach zu reparieren sein sollte.
Richtig, das kommt eben auch dazu!
 
Die Reparatur kostet meistens fast so viel wie ein neues Gerät, zumindest habe ich diese Erfahrung bei meiner Bosch Waschmaschine und Spülmaschine machen müssen.

Manchmal gibt es auch gar keine Ersatzteile, selbst wenn es sich um so etwas simples wie ein CD Laufwerk handelt, so war es bei meiner Stereoanlage von Teufel.
 
Super eine Förderung von Reparaturen löst am ende nur eines aus, die Grundkosten bei einer Reparatur steigen auf einmal deutlich an um die Förderung abzugreifen. Am ende gewinnt dadurch nur das Unternehmen dass kurzerhand die kosten verdoppelt hat was meist immer passiert wenn etwas gefördert wird.....war immer so und wird auch immer so sein.
 
es liegt nicht nur an den geräten und deren hersteller.
es liegt genauso oft am kunden.
ich habe 12 jahre auf einem wertstoffhof gearbeitet, und was da an noch funktionierenden geräten entsorgt wurde, und immer noch wird, ist übel.
man will immer das neueste, obwohl die älteren geräte noch funktionieren.
eines der besten funde war das hier.
hat mir ein kunde gegeben "isch hi" durfte es dann haben.
es war nur die HDD defekt, neue SSD rein, läuft einwandfrei. und das ist nur eins von vielen geräten.
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Liebe Leser, liebe PCGH-Redaktion!
Nach Durchsicht der bisherigen Beiträge ... Entrüstung und interessante Beispiele. Dabei wären alleine einige zuletzt angeführten bezeichnend: Unsere Smartphones!!
Wer noch nicht unter Amnesie leidet, sollte sich erinnern, daß unsere Parlamentarier in Brüssel sich erst kürzlich geweigert haben, Mobiltelefone nur noch mit austauschbaren Akkus neu auf den Markt zu lassen. Noch Fragen etwa???
Wie korrupt muß diese Truppe dort sein ... oder einfach wirklich nur blöd und eine Gemeinschaft von Dummschwätzern?
Nein!!
Hierbei geht es auch um die sinnfreie Erzeugung von Abermillionen Tonnen CO2. Ein Parlament, das sich konsequent um die Krümmung von Bananen und Gurken kümmert, ist sich natürlich nicht zu schade, als Ausgleich den Bürgern zur CO2-Einsparung praktisch das Fahren von Klein- und Kleinstwagen zu verbieten (als Erinnerung für diejenigen Leser, die sich vielleicht demnächst wundern, warum wir bald nur noch SUVs bei neuen Autos sehen werden) ...
 
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Elektrogeräte und eigentlich alle Konsumgüter müssten über den "grünen Punkt" entsorgt werden, oder halt mit Pfand belegt werden, wie Autoersatzteile z.B.: Bremssattel 30€.

Die Hersteller sollen die Entsorgung auf den Preis umlegen.

Mich regen Autoreifen und Drucker im Wald auf, also Pfand drauf, auch auf Altgeräte.
 
Liebe Leser, liebe PCGH-Redaktion!
Nach Durchsicht der bisherigen Beiträge ... Entrüstung und interessante Beispiele. Dabei wären alleine einige zuletzt angeführten bezeichnend: Unsere Smartphones!!
Wer noch nicht unter Amnesie leidet, sollte sich erinnern, daß unsere Parlamentarier in Brüssel sich erst kürzlich geweigert haben, Mobiltelefone nur noch mit austauschbaren Akkus neu auf den Markt zu lassen. Noch Fragen etwa???
Wie korrupt muß diese Truppe dort sein ... oder einfach wirklich nur blöd und eine Gemeinschaft von Dummschwätzern?
Nein!!
Hierbei geht es auch um die sinnfreie Erzeugung von Abermillionen Tonnen CO2. Ein Parlament, das sich konsequent um die Krümmung von Bananen und Gurken kümmert, ist sich natürlich nicht zu schade, als Ausgleich den Bürgern zur CO2-Einsparung das Fahren von Klein- und Kleinstwagen zu verbieten (als Erinnerung für diejenigen Leser, die sich vielleicht demnächst wundern, warum wir bald nur noch SUVs bei neuen Autos sehen werden) ...
Lieber Hoppss, es geht hier nicht zwangsweise um uns, - es geht um die Leute da draußen die nicht wissen wie etwas funktioniert und es auch nicht wissen wollen.

Auch würde es diese Wegwerf Akkus geben, - die meisten fänden es sicher leichter ein neues Smartphone zu kaufen. Gerade zurzeit ist der Mensch ein ziemlich faules Wesen geworden das sich mit jeder Art von Plastik zuhause Schmückt und es sich nach Hause liefern lässt.

Nach der nächtlichen Abend Doku heißt es dann wieder, Menschheit schlecht, - ich selbst kann nix dazu.

Wir sind zuviele, - das ist das eigentliche Problem. Es geht nicht darum ob die Menschen intelligenter und Bewusster werden. Das ist die falsche Herangehensweise, - so etwas versteht unsere Spezies nicht.
 
Das Duale System wird mittlerweile glaube ich aber auch großflächig umgangen. Ich meine mich zum Beispiel zu erinnern, dass der "Grüne Punkt" früher™ auch auf so Sachen wie Eierpappen zu finden war - heute nicht mehr. Gründe? Oder Getränkedosen. Hier in Dresden kommen die gerne mal (in fast allen Dönerläden etc.) von sonstwo - ohne Pfand, ohne "Grünen Punkt" - über das System entsorgt werden muss das ganze Zeug aber trotzdem.
Das eigentliche Problem sind m.E. eher die "lückenhaften" Gesetze, die es (selbstredend meisstens den Großkopferten) immer wieder Möglichkeiten bieten, diese zu Umgehen/auszuhebeln. Ein Schelm, wer schlechtes dabei denkt. Aber(!) das ist 'ne andere Baustelle.

Pfand wäre schonmal ne Möglichkeit, aber da stelle dir mal den Volker vor und wie der da abgehen würde.
Vielleicht wäre ein "System SERO" ne Maßnahme. Back to the Roots, quasi. Funktioniert hats auch.
 
Das Duale System wird mittlerweile glaube ich aber auch großflächig umgangen. Ich meine mich zum Beispiel zu erinnern, dass der "Grüne Punkt" früher™ auch auf so Sachen wie Eierpappen zu finden war

Das Problem nennt sich Marketing. Überall muss es vollgelabelt sein mit Plastikfolien und Plastik als Wertstoff. Dabei wird dann noch die farbe Schwar benutzt und tada, es ist nicht mehr recycelbar.
 
Reparieren :-)

Glaubt jemand das man mal eben noch so den Lötkolben schwingt, die Zeiten sind lange Geschichte.

Den Aufwand den man betreiben müßte kann keiner Bezahlen, da werden höchstens die Platinen gewechselt,

sofern man an welche vom Hersteller rankommt :-)
 
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